12.02.2013 17:19 Uhr

Lutherweg-Wanderstab an Lieberknecht übergeben

"Der Lutherweg verbindet Menschen, Regionen, Landschaften und geschichtliche Epochen." Dies erklärte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht am Freitag (8. Februar 2013) in Schmalkalden. Anlass war die Übergabe eines Luther-Wanderstabes an die Regierungschefin. Den Wanderstab erhielt sie als Symbol für ihre Schirmherrschaft über die fast 900 Kilometer Lutherwege im Freistaat. An der Feierstunde auf Schloss Wilhelmsburg nahmen auch die Schirmherren der Lutherwege in Sachsen-Anhalt, Ministerpräsident Rainer Haseloff, in Sachsen, Landtagspräsident Matthias Rößler, und  in Bayern, Ministerpräsident a.D. Günther Beckstein, teil

Lieberknecht betonte in ihrer Dankesrede die Bedeutung der Lutherwege als Orte der realen Begegnung von Menschen. "In einer Zeit der Datenautobahnen und sozialen Netzwerke hat das unmittelbare Erfahren der Mitmenschen, der Umwelt sowie von Geschichte und Herkunft umso größere Bedeutung gewonnen. Die Lutherwege bedeuten damit auch das Angebot zur Entschleunigung unseres Lebenswandels", stellte die Ministerpräsidentin heraus. Mit den Worten "Zukunft braucht Herkunft" würdigte sie die vielfältigen historischen Bezüge, die Wanderer und Pilger auf den Stationen des Lutherweges erfahren können.

An der Übergabe des Luther-Wanderstabes an Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht auf Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden nahmen auch die Schirmherren der Lutherwege in Sachsen-Anhalt, Ministerpräsident Rainer Haseloff, in Sachsen, Landtagspräsident Matthias Rößler, und  in Bayern, Ministerpräsident a.D. Günther Beckstein, teil. (Auf dem Bild vlnr: Günther beckstein, Christine Lieberknecht, Rainer Haseloff und Matthias Rößler) Bild: TSK
An der Übergabe des Luther-Wanderstabes an Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht auf Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden nahmen auch die Schirmherren der Lutherwege in Sachsen-Anhalt, Ministerpräsident Rainer Haseloff, in Sachsen, Landtagspräsident Matthias Rößler, und in Bayern, Ministerpräsident a.D. Günther Beckstein, teil. (Auf dem Bild vlnr: Günther Beckstein, Christine Lieberknecht, Rainer Haseloff und Matthias Rößler) Bild: TSK

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff  würdigte in einem Grußwort den Lutherweg als wichtiges Projekt mitteldeutscher Zusammenarbeit bei der Vorbereitung des Reformationsjubiläums. "Wir stellen uns gemeinsam einer bedeutenden Aufgabe und wollen bis zum Jahr 2017 ein existenzielles Stück unserer Geschichte erschließen und gemeinsam neu präsentieren", sagte Haseloff. Er wünsche sich sehr, dass sich der Lutherweg bis 2017 fest etabliere und auch über das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 hinaus viele Menschen für die Landsdchaften und historischen Stätten, die der Lutherweg verbinde, gewinne. Der Ministerpräsident stellte in Aussicht, dass der Lutherweg in diesem Jahr in Sachsen-Anhalt unter anderem durch ein Handbuch und Infotafeln an allen Stationen noch attraktiver werden soll.

Impressionen von der Übergabe des Luther-Wanderstabs an die Schirmherrin der Thüringer Lutherwege Christine Lieberknecht

Karte-Briefing

Lutherwege bald schon in sechs Bundesländern


Jürgen Dittrich, Präsident der Lutherweg-Gesellschaft, erläutert an der Deutschklandkarte den aktuellen Stand und die weiteren Ausbaupläne für die Lutherwege. "Indem die Arbeitsgemeinschaft von Städten mit historischen Stadtkernen in Brandenburg die Teilnahme am Lutherweg-Projekt beschlossen hat, wird es bald in sechs Bundsesländern Lutherwege geben", kündigte Dittrich an.
Der Luther-Wanderstab: ein handgefertigtes Unikat

Der Luther-Wanderstab: ein handgefertigtes Unikat


Der Lutherweg verbindet Menschen und Regionen, Bräuche, Landschaften und geschichtliche Epochen. Der Wanderstab selbst verkörpert dies ebenfalls. Er ist ein Unikat, handgefertigt wie die Wanderstäbe der Schirmherren in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Bayern. Die Stockmacher verkörpern eine alte Handwerkstradition. Es gibt aber auch in Thüringen nur noch wenige Meister, die dieses Handwerk beherrschen.
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht signiert die Karte mit den Lutherwegen in Deutschland

Lieberknecht signiert Lutherweg-Karte


In Thüringen sind aktuell Lutherwege mit einer Länge von zusammen 885 Kilometern geplant. Die Aufnahme zeigt Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht beim Signieren des Thüringer Abschnitts der Deutschland-Karte mit den Lutherwegen. Die Karte trägt bereits die Unterschriften der übrigen Schirmherren: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Rainer Haseloff, Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler und Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Günther Beckstein.

Der Lutherweg wurde ursprünglich in Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit von Tourismusverbänden, Kommunen und Kirchen entwickelt. Erste Abschnitte des 410 Kilometer langen Weges wurden im März 2008 eröffnet. Lutherwege gibt es inzwischen auch in Sachsen, wo an der Verwirklichung von 340 Kilometern gearbeitet wird. In Thüringen befinden sich 885 Kilometer in Planung oder sind sind bereits fertig ausgeschildert. In Bayern wurde im September 2012 ein 96 Kilometer langer Abschnitt des Lutherwegs im Bereich des Landkreises Coburg eröffnet. In Hessen hat sich ein Trägerverein die Realisierung des 350 Kilometer umfassen Lutherweges von Worms nach Eisenach zum Ziel gesetzt. In Brandenburg nimmt die Arbeitsgemeinschaft von Städten mit historischen Stadtkernen am Lutherweg-Projekt teil. Als Dachverband der nunmehr in sechs Bundesländern bestehenden oder geplanten Lutherwege fungiert die im Jahr 2008 gegründete Lutherweg-Gesellschaft mit Sitz in Lutherstadt Wittenberg.

Blick vom Schloss Wilhelmsburg auf die historische Innenstadt von Schmalkalden im winterlichen Schneetreiben
Die Übergabe des Luther-Wanderstabes an Ministerpräsidentin Christine Liberknecht erfolgte im Weißen Saal von Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden. Der Direktor des Schlossmuseums, Kai Lehmann, skizzierte zu Beginn der Veranstaltung die Baugeschichte des Schlosses, das er als "einzigartiges Juwel unter den Renaissance-Schlössern Deutschlands" herausstellte. Die Aufnahme zeigt den Blick vom Schloss Wilhelmsburg auf die historische Innenstadt von Schmalkalden im winterlichen Schneetreiben. (Foto: TSK)

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