Van-de-Velde-Jahr 2013 eröffnet
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- Ausdruckstanz, Um 1920, Gouache (ACK 6238); © Max Ackermann Archiv, Bietigheim-Bissingen / VG Bild-Kunst, Bonn 2012
Ein besonderer Tag für das Kunst- und Kulturland Thüringen: Im Kunsthaus Apolda Avantgarde wurde am 12. Januar 2013 durch Ministerpräsidentin Christine Lieberkencht die Max-Ackermann-Ausstellung und damit das Thüringer Van-de-Velde-Jahr 2013 eröffnet.
In diesem Jahr feiert Thüringen den 150. Geburtstag Van-de-Veldes. Er war Wegbereiter von Walter Gropius; ohne ihn gäbe es kein Bauhaus. Van-de-Velde war einer der wichtigsten Protagonisten in den Umbruchsjahren der frühen Moderne ab 1895 und erlangte europaweite Bedeutung.
Der Kunstverein Apolda Avantgarde und der Kurator Dr. Hans-Dieter Mück haben mit Max Ackermann einen Künstler ausgewählt, der in enger Beziehung zum Weimarer Land im Allgemeinen und im Speziellen zu dem „Leuchtturm der Moderne“ Henry van de Velde steht.
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- Badende Frauen, Um 1927, Pastell (ACK6264); © Max Ackermann Archiv, Bietigheim-Bissingen / VG Bild-Kunst, Bonn 2012
Max Ackermann stammte aus einer Thüringer Bildhauerfamilie und absolvierte in Ilmenau eine Ausbildung als Porzellan-Modelleur. In den Jahren 1906 und 1907 war er einer der bedeutenden Schüler Van de Veldes. Sein Tagebuch lässt ahnen, welch tiefgreifende künstlerische Grundlagen im 20jährigen Max Ackermann nicht zuletzt durch seinen berühmten Meister gelegt wurden und wie sein Oeuvre sich immer mehr mit abstrakten Formen und Figuren anreicherte.
1936 wurde Ackermanns Werk von den Nationalsozialisten als „entartet“ eingestuft und aus Museen und Ausstellungen verbannt. Ackermann zog sich, wie einige andere Künstler – beispielsweise Hermann Hesse und Otto Dix – an den Bodensee, fern des faschistischen Machtzentrums in Berlin, zurück.
Heute gehört Max Ackermann zu den wichtigsten Malern der Abstraktion in Deutschland.
Die Ausstellung im Kunsthaus Avantgarde läuft bis zum 1. April 2013. Sie ist sicher die Respektive auf das Werk eines bedeutenden deutschen Künstlers beim Übergang vom 19. zum 20. Jahrhunderts. Aber diese Ausstellung ist weit mehr. Sie ist – wie es im Untertitel heißt – die Ausstellung der „nie gezeigten Bilder“. Es geht um Bilder, die im vergangenen Jahr auf dem Dachboden eines Südthüringer Hauses entdeckt wurden.
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- Mädchenkopf, en face, von oben, Um 1905/07, Rötel (ACK 6253); © Max Ackermann Archiv, Bietigheim-Bissingen / VG Bild-Kunst, Bonn 2012
Nach dem Bauhaus-Jahres 2009 hat sich die Impulsregion Erfurt-Weimar-Weimarer Land und Jena dazu entschlossen, bis zum 100. Geburtstag des Bauhauses im Jahre 2019 – in einer Art Bauhausdekade – mit weiteren Projekten den Bauhausgedanken in der Thüringer Bevölkerung zu verwurzeln und als touristische Marke für die Region und den Freistaat zu entwickeln.
Anlässlich des 150. Geburtstages von Henry van de Velde werden die Leistungen des belgischen Künstlers und die seiner Mitstreiter und Schüler im Rahmen eines Van-de-Velde-Jahres 2013 in den Mittelpunkt gerückt.
Weitere Informationen zum Van-de-Velde-Jahr:
www.vandevelde2013.de