09.01.2013 14:26 Uhr

Arbeitsmarkt in Thüringen 2013 stabil

Kay Senius, Vorsitzender der Geschaeftsfuehrung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thueringen der Bundesagentur fuer Arbeit, gestikuliert in Halle waehrend einer Pressekonferenz
Kay Senius, Vorsitzender der Geschaeftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit

 

Arbeitsmarkt in Thüringen 2013 stabil – Internationalisierung weiter vorantreiben
 
Die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit rechnet für das laufende Jahr mit einem weiter stabilen Arbeitsmarkt in Thüringen. "Es verlassen mehr Menschen altersbedingt den Arbeitsmarkt, als Jüngere nachrücken", sagte der Chef der Regionaldirektion, Kay Senius. An diesen grundlegenden Entwicklungslinien werde sich auch in diesem Jahr wenig ändern. Im vergangenen Jahr seien sowohl Arbeitslosigkeit als auch Unterbeschäftigung gesunken. "Im Oktober haben wir mit 90.700 die niedrigste Arbeitslosenzahl seit 20 Jahren gemessen", betonte Senius.
 
Senius zufolge wird die Krise im Euroraum in Thüringen nicht übermäßig zu spüren sein. "Natürlich geht sie aber nicht spurlos vorüber", sagte er. Deutlich werde dies etwa an der schwächeren Arbeitskräftenachfrage. Das Instrument der Kurzarbeit, das sich in der Wirtschaftskrise bewährt habe, spiele derzeit nur eine untergeordnete Rolle. Daran werde sich auch 2013 nicht viel ändern. Ein Schwerpunkt der Arbeit der Regionaldirektion für 2013 sei, die Unternehmen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu beraten. In Thüringen sei etwa ein Drittel der Frauen teilzeitbeschäftigt. "Wir wissen aber, dass die Hälfte gern Vollzeit arbeiten würde, die passende Stelle aber nicht findet", sagte er. Häufig passten Familie und Beruf nicht zusammen.
 
Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht zeigte sich erfreut über die positive Entwicklung des Thüringer Arbeitsmarktes. "In Thüringen wurden im Dezember 2012 fast 1000 weniger Arbeitslose registriert als zum Jahresende 2011. Das ist eine gute Nachricht. Mit einer relativ stabilen Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent liegt Thüringen deutlich unter dem Durchschnitt der ostdeutschen Länder, der 10,3 Prozent beträgt. Durch die politische Zielsetzung, die Internationalisierung des Freistaats weiter voranzutreiben, wird es gelingen, dass die Thüringer Wirtschaft auch in Zukunft in Zeiten mit schwierigen europäischen Rahmenbedingungen das Beschäftigungsniveau halten kann", sagte die Ministerpräsidentin.
 
Senius fügte hinzu: „Ich glaube, Thüringen gehört zu den neuen Bundesländern, die am ehesten den Anschluss an den Westen schaffen können.“ Voraussetzung dafür sei mit Blick auf die Fachkräftesituation aber, dass für Jobs im Freistaat zunehmend die gleichen Konditionen wie in den alten Ländern geschaffen würden.
Lutz Mania, ebenfalls Mitglied der Geschäftsführung der Regionaldirektion
Sachsen-Anhalt-Thüringen und verantwortlich für den Bereich Grundsicherung, verwies darauf, dass trotz einer positiven Entwicklung auf dem Thüringer Arbeitsmarkt noch immer Zehntausende Menschen im Freistaat nicht von ihrer Arbeit leben könnten. Etwa 50.000 Angestellte seien 2012 trotz eines Jobs auf staatliche Unterstützung angewiesen
gewesen. Zusätzlich hätten etwa 5.500 Selbstständige Unterstützungsleistungen bezogen, so Mania. Damit sei die Zahl dieser sogenannten „Aufstocker“ im Vergleich zum Jahr 2011 um etwa vier Prozent zurückgegangen. Laut Mania werde auch in diesem Jahr die Zahl der Aufstocker etwa auf dem gleichen Niveau bleiben. Größere Schwankungen nach oben oder nach unten seien nicht abzusehen.