Schloss Reinhardsbrunn schnellstens vor Verfall retten
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- Schloss Reinhardsbrunn bei Gotha (Foto: Jens-Ulrich Koch, dapd)
„Schloss und Park Reinhardsbrunn müssen schnellstens vor dem Verfall gerettet werden“, sagte Christine Lieberknecht nach der Beratung des Themas im Regierungskabinett. Dort hat sich die Ministerpräsidentin mit der Ministerrunde am Dienstag (8. Januar 2013) angesichts des katastrophalen Zustands der Schlossgebäude auf erste Sicherungsmaßnahmen verständigt.
Lieberknecht berichtet von einem Vorort-Besuch Ende vergangenen Jahres: Das Schloss sei verwüstet, regelrecht ausgeschlachtet. „In den Gebäuden waren teilweise die Fußböden und Decken herausgerissen, es fehlen Treppen. Die Kapelle hat kein Dach mehr. Nach jahrelangem Leerstand und Verfall besteht dringender Handlungsbedarf."
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- Schloss Reinhardsbrunn bei Gotha (Foto: Jens-Ulrich Koch, dapd)
Das Schloss spielt in der Geschichte Thüringens eine zentrale Rolle. Es wurde in den 1820er Jahren auf den rund 1.000 Jahre alten Ruinen eines Klosters errichtet. In dem Gemäuer wurde Ludwig IV., der Ehemann der Heiligen Elisabeth, bestattet. Außerdem war es ein Treffpunkt des europäischen Hochadels und während der DDR-Zeit ein Nobelhotel. Nach 1989 besaß es die Treuhand und schließlich eine Gesellschaft eines Bauingenieurs aus Thüringen. Die verkaufte das Schloss an russische Investoren.
Mitte Dezember hatten die Behörden einen neuen Anlauf unternommen, um noch größere Schäden am Schloss zu verhindern. Nach einer Begehung des Landesamtes für Denkmalschutz wurden die Eigentümer aufgefordert, bis zum 18. Januar notdürftige Sicherungsarbeiten zu leisten. Dazu zählten etwa das Schließen vom Löchern im Dach, das Zunageln von Fenstern und das Versperren von Türen.
Ende 2011 wurde der Förderverein Schloss und Park Reinhardsbrunn e. V. gegründet. Informationen dazu und zur Historie der Schlossanlage Reinhardsbrunn finden sich im Internet unter www.schloss-reinhardsbrunn.de.