Vogel hat viel für Thüringen bewirkt
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Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hat ihren Amtsvorgänger Bernhard Vogel als „Glücksfall“ für Thüringen gewürdigt. Vogel habe in den Aufbaujahren viel für Thüringen bewirkt. Nach den Worten der Ministerpräsidentin habe Vogel sich durch seine Pflichterfüllung das Vertrauen der Menschen erworben und als Landesvater ausgezeichnet. Damals sei der Grundstein dafür gelegt worden, dass Thüringen seinen Platz in der Mitte Deutschlands gefunden habe. Vogel habe in den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Infrastruktur und Kultur sichtbare Spuren im Freistaat hinterlassen. „Man kann nicht mit Worten sagen, was wir Ihnen zu verdanken haben“, sagte die Regierungschefin.
Ministerpräsident a.D. Bernhard Vogel mahnte auf einem Festakt anlässlich seines 80. Geburtstages wachsam zu sein. Er empfinde tiefe Scham, dass sich die NSU-Terrozelle in Thüringen bilden konnte. Vor diesem Hintergrund appellierte Vogel an die junge Generation, die Demokratie zu verteidigen.
Dr. Bernhard Vogel war von 1992 bis 2003 Ministerpräsident des Freistaats Thüringen und zuvor von 1976 bis 1988 Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz. Am 5. Februar 1992 wählte ihn der Thüringer Landtag zum Regierungschef des Freistaats. Am 30. April des gleichen Jahres führte ihn die erste Kreisbereisung in den damaligen Landkreis Ilmenau. Bis April 1994 unternahm Vogel 35 ganztägige Kreisbereisungen, um die Probleme von Land und Leuten besser kennenzulernen. Am 14. Dezember 1993 begründete er mit dem „Erfurter Dialog“ eine geistige Tradition als politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Diskurs’. Vogel trat entschieden für die Wiedergründung der Erfurter Universität und für den Bau der ICE-Strecke München – Berlin über Erfurt ein. Die Tradition des Thüringer Landesfestes – der Thüringentag – geht auf ihn zurück. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass der Kinderkanal (KI.KA) von ARD und ZDF sein Sitz in Erfurt hat. Unter Ministerpräsident Bernhard Vogel entwickeln sich fruchtbare Partnerschaften des Freistaats mit den Partnerregionen Picardie und Kleinpolen. Ein kultureller Höhepunkt seiner Amtszeit war das Europäische Kulturstadtjahr Weimar 99.
Vogel gelang es auch wichtige Bundesinstitutionen nach Thüringen zu holen, so wurde im Januar 2000 das Bundesarbeitsgericht in Erfurt eingeweiht. Im März des gleichen Jahres folgte die Dienststelle der Bundesanstalt für Wasserbau in Ilmenau. Als Vorsitzender der Föderalismuskommission von Bundestag und Bundesrat hat sich Vogel große Verdienste um die Eingliederung der jungen Länder in das föderale System Deutschlands erworben.
Während seiner Amtszeit besuchten Staatsoberhäupter und Regierungschefs den Freistaat, darunter 1993 das japanische Kaiserpaar – Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko, 1994 weilten die dänische Königin Margret und der norwegische König Harald im Freistaat, im Jahr 1998 besuchte US-Präsident Bill Clinton Eisenach und im Jahr 2000 begrüßte Vogel den iranischen Präsidenten Khatami in Weimar.