07.01.2013 08:41 Uhr

adream2012 – Ministerin Marion Walsmann und Präsident Claude Gewerc zeichnen Preisträger aus

Zwie Männer und zwei Frauen stehen nebeneinander halten Urkunden und Preise in den Händen und blicken in die Kamera.

In ihrem Grußwort sagte Ministerin Walsmann: „Für mich ist es eine besondere Veranstaltung, da es bei dem Wettbewerb nicht nur um Design und Architektur geht, sondern vor allem auch um die Verwendung von nachwachsenden bzw. ökologischen Materialien. Damit leistet der Wettbewerb neben den neuen Impulsen im Bereich Design und Architektur auch einen wichtigen Beitrag in Bezug auf Nachhaltigkeit. Und es ist heute eine besondere Veranstaltung, da es einmalig ist, dass ein Wettbewerb von zwei Partnerregionen in Europa gemeinsam ausgetragen wird.“

Weiter verwies die Ministerin auf die Federführung Thüringens bei der zweiten Auflage von adream: „Ich danke an erster Stelle dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und der Bauhaus Universität Weimar, ebenso dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, dem Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz als auch der Stift. Ohne ihre Unterstützung wäre die Realisierung dieses Projektes nicht möglich gewesen. - Doch besonders danke ich unseren Partnern in der Picardie für ihr Engagement bei diesem Wettbewerb. Gern denke ich an den würdevollen Start im Februar in Amiens zurück, an dem ich teilnehmen konnte. Er hat gezeigt, wie stark dieser Wettbewerb in der Picardie verwurzelt ist.“

Ministerpräsidenten Christine Lieberknecht und Claude Gewerc schütteln sich die Hände und lächeln dabei in die Kamera.

Der europaweit ausgeschriebene Wettbewerb war mit 30.000 Euro Preisgeld und 50.000 Euro für die Entwicklung von Prototypen dotiert. Bis Ende Juli 2012 wurden 532 Projekte aus 28 europäischen Ländern eingereicht. Aus den letztlich für die Preisverleihung nominierten 22 Projekten hat die Jury heute nun folgende Preisträger bekanntgegeben:

 

Kategorie Architektur (zwei 1. Preise und 1 lobende Erwähnung):

 

1. Preis für “Woolshade” (autarke Fassadenverschattung)

Nikola Znaor | Österreich

Studierende Architektur | 6.500 € Preisgeld und 10.000€ Prototypenbudget

 

Woolshade ist eine ökologische Alternative zu herkömmlichen Verschattungssystemen, die Hausfassaden vor übermäßiger Sonneneinstrahlung und Innenräume vor unerträglicher Aufheizung schützen. Das System ist innovativ und einfach. Die Bauelemente bestehen wesentlich aus nachhaltigen Materialien, vor allem aus Wolle in Kombination mit Bienenwachs.

 

 

Zwei Windeln liegen nebeneinander, die linke Windel ist in den Farben Schwarz Rot Gold gehalten.

1. Preis für „Modular thatch panel” (modulares Stroh-Paneel)

Ratia Rabemananoro| Frankreich

Berufstätige Architektur | 6.500 € Preisgeld und 15.000 € Prototypenbudget

 

Ziel des Modular thatch panel ist es, Stroh-Häuser durch eine verkürzte Bauzeit erschwinglicher zu gestalten und gleichzeitig die Instandhaltung zu vereinfachen.

Stroh ist ein natürliches Material, welches sich sehr gut zur Wärmedämmung eignet.

Vorgefertigte Paneele, die sowohl die Dämmung als auch die Außenwand bilden, sind vollständig aus Stroh hergestellt und daher eine kosteneinsparende und umweltfreundliche Lösung.

Lobende Erwähnung für „TOWARDS THE SUN“ (Funktionsraum add-on)

Francesca Perricone, Roberta Rotondo| Italien

Berufstätige Architektur

 

TOWARDS THE SUN wirkt wie eine Mischung aus Gewächshaus und Sonnenschirm. Der Anbau für bestehende Hausfassaden ist in der Lage, Regen- und Grauwasser aufzubereiten, Nutzpflanzen anzubauen, Wärmezufuhr zu regulieren, Bioabfälle zu recyceln und nachhaltigen Strom zu generieren.

Kategorie Design (zwei 1. Preise, ein 2. Preis und drei Ehrenpreise):

 

1. Preis für “WINDEL:synergie”

Marta Depta, Angela Clinkscales| Deutschland

Berufstätige Design | 6.500 € Preisgeld und 10.000€ Prototypenbudget

 

WINDEL:synergie schafft eine Alternative zu herkömmliche Windeln, die nicht recyclebar sind. Die aus zwei Teilen zusammengesetzte Windel besteht aus einer hautverträglichen Textilhülle, die zum Waschen geeignet ist, und einer Einweg-Einlage. Diese kann im Biomüll entsorgt und anschließend kompostiert werden. Außerdem kann die Textilhülle durch den Auslaufschutz mehrfach verwendet werden. Das Produktkonzept trägt somit zur Müllreduzierung bei.

Ein kleines Model aus Holz, im Hintergrund ist Ministerin Marion Walsmann und Claude Gewerc zu sehen.

1. Preis für “ Pots en marc de café” (Blumentöpfe aus Kaffeesatz)

Sanam Viseux| Frankreich

Studierende Design | 6.500 € Preisgeld und 3.000€ Prototypenbudget

 

Pots en Marc de Café sind aus einem Materialgemisch, das rein pflanzlichen Ursprungs ist und zum Hauptbestandteil aus Kaffeesatz besteht. Das Konzept sieht vor, dass der verwendete Kaffee von Kaffeehäusern und Röstereien bezogen wird. Da Kaffeebohnen sehr gut brennen kann der Kaffeesatz-Blumentopf nach der Verwendung problemlos verbrannt werden.

 

2. Preis für “Eco-Bell” (Ökologische Konservierungsglocke)

Camille Courlivant| Frankreich

Studierende Design | 4.000 € Preisgeld und 1.000€ Prototypenbudget

 

ECO BELL bietet eine Möglichkeit, Obst und Gemüse im privaten Haushalt umweltfreundlich aufzubewahren. Da diese Nahrungsmittel viel Wasser enthalten, sollten sie an einem dunklen, feuchten und gut belüfteten Ort aufbewahrt werden, damit sie einerseits vor Austrocknung geschützt sind und andererseits nicht zu schnell verderben. Der Nutzer von ECO BELL füllt den dafür vorgesehenen Boden des Porzellanobjektes mit Wasser, welches anschließend langsam verdunstet. Mit der so entstehenden Verdunstungskälte kann die gesamte Glocke abgekühlt werden.

 

Ehrenpreise:

“Biodegradable Animal Coffin” (biologisch abbaubarer Tiersarg)

Louise Knoppert, Flore de Maillard, Amanda Österlin LaMont, Christian Frank Müller| Niederlande

Studierende Design | 3.000 € Prototypenbudget

 

“ISLA” (Erste Hilfe für verschmutzte Gewässer)

Julia Haase, Martin Pohlmann| Deutschland

Studierende Design | 3.000 € Prototypenbudget

 

“MOO” (mobiler Marktwagen)

Alexandre Bastien, Yann Girard| Frankreich

Berufstätige Design | 5.000 € Prototypenbudget