07.01.2013 08:41 Uhr

Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Bad Salzungen

Zwischen einige Bäumen und Bänken steht ein ca. 8 Meter hoher Pfeiler aus Stein im Sonnenschein - das Kriegerdenkmal in Bad Salzungen.
Seit der deutschen Wiedervereinigung erinnert das Kriegerdenkmal in Bad Salzungen an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Foto: Volksbund Deutsche Krieggräberfürsorge )

Die Menschen im Freistaat gedenken der zahllosen Opfer der beiden Weltkriege, der Opfer von Gewaltherrschaft und SED-Unrecht, der Opfer von Mauer und Stacheldraht. Die Thüringer Landesfeier zum Volkstrauertag findet am Sonntag (18. November) um 11.30 Uhr am Denkmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im Rathenaupark in Bad Salzungen statt. Zu der Veranstaltung haben die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, der Vorsitzende des Landesverbandes Thüringen im Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge Minister a.D. Dr. Michael Krapp und der Bürgermeister von Bad Salzungen Klaus Bohl gemeinsam eingeladen.

Das Denkmal im Rathenaupark in Bad Salzungen erinnert an die Salzunger Gefallenen im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871. Es wurde am 23. Oktober 1904 in der damaligen Parkanlage eingeweiht und wurde in den darauf folgenden 100 Jahren noch dreimal aktualisiert. Nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg wurden zusätzlich die in diesen Kriegen gefallenen Soldaten in die Erinnerung einbezogen. Seinen letzten Stand erhielt das Denkmal nach der deutschen Wiedervereinigung und erinnert seit dem an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.
 

Frau Ministerpräsidentin Lieberknecht hat ihren Kopf in Trauer gesenkt und steht vo einem Blumenkranz.

Anlässlich des Volkstrauertages sagte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht: „Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland verwandelte sich der Volkstrauertag in einen Tag des Schweigens, des Gedenkens und der Stille. In dieser Stille stellen sich die Menschen immer wieder die gleiche Frage: Welche Lehren ziehen wir aus der Geschichte dieses Tages?Trauern heißt vor allem erinnern. Umso wichtiger ist es, am Volkstrauertag ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Unser Mitgefühl, unsere Trauer muss aber an die Verpflichtung gebunden sein, für den Frieden einzutreten.Nur, wer sich den Schmerz der Opfer und ihrer Familien verinnerlicht, ist zur ‚ehrlichen Auseinandersetzung’ fähig. Und nur der kann wahrhaft für Frieden eintreten. Denn es sind Mitgefühl und Solidarität, die Frieden sichern. Der Volkstrauertag muss ein Volkserinnerungstag sein und auch bleiben. Es ist ein Tag der Erinnerung an Krieg und Leid. Es ist der Tag des Mitgefühls.“

Zwei junge Soldaten mit roten Barret tragen einen Trauerkranz.

Versöhnung über den Gräbern ist der Leitgedanke des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Die Millionen Toten der furchtbaren Kriege des 20. Jahrhunderts, die Opfer von Diktatur und Gewaltherrschaft dürfen niemals vergessen werden. Der Volksbund erinnert mit der Pflege der Grabstätten an das Schicksal der Soldaten, der Bombenopfer, der Kriegsflüchtlinge und an die Leiden der Zwangsarbeiter. Damit setzt das Wirken des Volksbundes Zeichen für Versöhnung und für Verständigung, für Toleranz und Mitmenschlichkeit. Diese Zeichen sind wichtige Signale der Friedensarbeit und Toleranz in einer Welt, die immer wieder von Hass, Gewalt und Feindseligkeit bedroht ist. Der Volksbund leistet einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung und führt Menschen, vor allem junge Menschen, aller Nationen im gemeinsamen Bekenntnis zum Frieden und guter Nachbarschaft zusammen.

An zwei massiven Steinwänden hängen und lehnen 8 Trauerkränze, der Rasen davor ist leicht mit Schnee bedeckt.

Nach der Wiedervereinigung konnte der Volksbund auch in Thüringen seine Arbeit aufnehmen. Zuvor wurden jahrzehntelang Opfer totalitärer Gewalt totgeschwiegen, weil ihr Leiden bis hin zum Tod und die Trauer ihrer Hinterbliebenen nicht in das ideologische Weltbild der SED-Diktatur passten. Der Volksbund stand vor einer großen Herausforderung, denn Trauerarbeit musste über Gräber hinweg geleistet werden, die es zuvor offiziell nicht gab. Neue Orte der Trauer, neues Leid und schmerzvolle Erinnerung, aber endlich auch Gewissheit über das Schicksal des Mannes, der Frau oder eines lieben Angehörigen. Und endlich ein Ort zum Trauern und ein Ort des stillen Gedenkens. Damit hat der Volksbund einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der Vergangenheit geleistet.

Seit 1919 hat sich der Volksbund das Gedenken an die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft als Mahnung zum Frieden unter den Völkern und zur Achtung der Würde und Freiheit des Menschen zur Aufgabe gemacht. Der Landesverband Thüringen wurde 1991 gegründet.