Erhalt und Fortentwicklung der Thüringer Kulturlandschaft
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- Mit seinem neuen Kulturkonzept bekennt sich der Freistaat zu seiner Verantwortung für den Erhalt und die Fortentwicklung der Thüringer Kulturlandschaft. Foto: Thomas Müller
„Kultur bestimmt das Selbstverständnis unseres Landes“, sagte Kulturminister Christoph Matschie bei der Vorstellung des „Kulturkonzepts des Freistaats Thüringen“ in der Regierungsmedienkonferenz. Thüringen hat 2011 als erstes Bundesland ein Leitbild Kultur beschlossen und auf dieser Basis das Kulturkonzept erstellt.
„Kein anderes Bundesland legt ein vergleichbares Bekenntnis zu seiner Kultur ab wie Thüringen“, so Matschie. Kultur sei neben Bildung und Forschung der Bereich, in dem Thüringen trotz insgesamt sinkender Landeshaushalte neue Schwerpunkte setze. Nach den Worten des Ministers sieht der Haushaltsplan der Landesregierung für 2014 Kulturausgaben in Höhe von 154,9 Millionen Euro vor. Das sei eine Steigerung um ein Viertel gegenüber dem Jahr 2009.
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- Das Loh-Orchester Sondershausen eröffnete als eines der traditionsreichsten Thüringer Orchester die Thüringer Festveranstaltung zur Eröffnung des Themenjahres „Reformation und Musik“. Foto: Loh-Orchester Sondershausen
Weiter betonte der Minister, dass im vorliegenden Kulturkonzept neue Akzente gesetzt und neue Schwerpunkte definiert werden. Die kulturellen Highlights wie die Klassik Stiftung Weimar und das Barocke Universum Gotha erhalten zusätzliche Mittel. Die Aufwendungen für die Theater und Orchester steigen von 58 Millionen Euro im Jahr 2009 auf 65 Millionen Euro im Jahr 2016. Der Antrag, das jüdische Erbe Erfurts zum UNESCO-Welterbe zu erklären, ist eingereicht. Die Projektförderung wird erhöht von knapp 6 Millionen Euro in 2009 auf knapp 11 Millionen Euro im Jahr 2014. Die Mittel für die Museen steigen von 7,5 Millionen im Jahr 2009 auf 9,1 Millionen Euro im Jahr 2014.
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- Gedenkstätte Buchenwald: Das Land unterstützt den Antrag der Gedenkstätte Buchenwald in die Liste der Welterbestätten als Zeugnis der nationalsozialistischen Verbrechen und der Geschichte des 20. Jahrhunderts
Matschie verwies darauf, dass der geplante Gedenkort Stasi-Haftanstalt Erfurt im nächsten Jahr eröffnet wird. Bereits seit 2011 hat die Gedenkstätte Topf & Söhne ihre Arbeit aufgenommen. Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald wird eine neue Dauerausstellung erhalten und soll ebenfalls in das UNESCO-Welterbe eingereiht werden.
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- Bauhaus-Museum: Mit dem neuen Thüringer Kulturkonzept will der Freistaat den Ausbau eines Kompetenznetzwerkes der Thüringer Museen unterstützen. Foto: Klassik Stiftung Weimar
Das Kulturkonzept, so der Minister weiter, sei eine wichtige Weichenstellung und soll den Weg bis ins Jahr 2020 absichern. Deshalb wurde ein breiter Dialog mit allen Beteiligten geführt, mit Kulturschaffenden, Verbänden, Vertretern der Kommunen und mit anderen Ministerien. Im neuen Kulturkonzept wird der Kulturbegriff umfassender und der Blick weiter. „Bisher lag der Fokus stark auf dem Erbe fürstlicher Residenzen. Wir wollen ebenso die Aufbrüche, die von Thüringen ausgingen, zur Geltung bringen. Von der Reformation über die Klassik bis zur Moderne; von der Aufklärung bis zur Arbeiterbewegung, die in Eisenach, Gotha und Erfurt wichtige Traditionsstätten besitzt“, sagte der Minister.
Mit dem neuen Kulturkonzept sollen Kulturentwicklungspläne gefördert, die Theater- und Orchesterlandschaft mit ihrer 300-jährigen Tradition in ihrer Buntheit und Vielfalt für Thüringen erhalten werden. „Wir setzen dabei in den kommenden Jahren stärker auf die Kooperation zwischen den einzelnen Häusern – dort, wo es künstlerisch geboten ist und für die Besucher einen Mehrwert erzeugt. Wir bekennen uns zu unserer Museumslandschaft und entwickeln sie gezielt weiter. Unsere Museen als Informations- und Bildungsstätten, als Orte der Begegnung, der Unterhaltung und des geistigen Austauschs sowie als touristische Ziele spiegeln unsere Identität wider und tragen die kulturelle Attraktivität Thüringens weit über die Landesgrenzen in die Welt hinaus“, sagte Matschie weiter.
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- Wartburg: Die Wartburg soll in der Reformationsdekade mit der repräsentativen Ausstellung „Luther und die Deutschen“ als einer der bekanntesten und authentischen Lutherorte weiter profiliert werden.
Der Minister informierte darüber, dass das Internetportal der Thüringer Tourismus Gesellschaft zum virtuellen Zugang zur Thüringer Kultur ausgebaut wird. Damit sollen noch mehr Besucher ins Land gelockt werden. Mit Themenschwerpunkten und herausregenden Landesausstellungen soll eine überregionale Aufmerksamkeit erreicht werden. Als besonderen Schwerpunkt nannte der Minister die Reformationsdekade, denn der Freistaat besitzt als Kernland der Reformation einzigartige historische Zeugnisse. Zum Höhepunkt der Reformationsdekade im Jahr 2017 wird Thüringen mit der Wartburg einer der drei zentralen Ausstellungsorte sein.