07.01.2013 08:56 Uhr

Thüringen erstellt Landesprogramm für Hochwasserschutz

Zwei Wasserpegelanzeigen aus der Nahansicht im Hintergrund ein ruhiger Bach.
: Die gelben Messlatten am Ufer der Flüsse verraten die aktuellen Pegelstände. Foto: Falko Behr.

Thüringen wird bis Ende 2015 ein Landesprogramm Hochwasserschutz aufstellen. Das hat Thüringens Umweltstaatssekretär Roland Richwien heute anlässlich der Auftaktkonferenz mit mehreren hundert Vertretern von Kommunen und Verbänden in Erfurt angekündigt. „Bei diesem Programm geht es nicht darum, neue Gesetze und Anforderungen zu schaffen oder möglichst viel Geld zu verbauen. Vielmehr wollen wir die einzelnen Aktivitäten im Hochwasserschutz bündeln und besser managen“, sagte der Staatssekretär.
Das Landesprogramm wird in enger Abstimmung mit Kommunen, Behörden und der Öffentlichkeit erstellt werden und von 2015 bis 2021 gelten. Das Programm soll es erleichtern, für die Verbesserung bestehender Hochwasserschutz-Anlagen angepasste Lösungen zu finden und diese nach Rangfolge in Dringlichkeit und Wirtschaftlichkeit umzusetzen. Ein Schwerpunkt wird außerdem auf der Rückgewinnung natürlicher Rückhalteräume für Wasser liegen.
 

An einem kleinem Fluss der mit schweren Geröll gesichert ist steht am Ufer ein gelber Bagger.
2011 investierte der Freistaat Thüringen insgesamt 15,8 Millionen Euro in den Hochwasserschutz. Foto: TMLFUN

Der Umweltstaatssekretär forderte Gemeinden, Landkreise und Verbände auf, sich aktiv bei der Erstellung des Programms einzubringen: „Sie sind wichtige Partner des Freistaats bei der Planung und Umsetzung des Hochwasserschutzes. Genauso werden alle Bürgerinnen und Bürger 2015 Gelegenheit erhalten, sich an einer öffentlichen Anhörung zu beteiligen“, sagte Richwien.
Mit dem Landesprogramm Hochwasserschutz setzt der Freistaat auch die Europäische Richtlinie zum Hochwassermanagement um. In ersten Schritten wurden bereits die Risikogebiete für Hochwasser in Thüringen identifiziert: Rund 1300 Kilometer Gewässer erster Ordnung, also größerer Gewässer, für die das Land verantwortlich ist, und etwa 600 Kilometer kleinerer Gewässer – hier liegt die Zuständigkeit bei den Kommunen - gelten demnach als Risikogebiete. Bis Ende 2013 sollen entsprechende Risikokarten erstellt sein, auf deren Grundlage wiederum Managementpläne aufzustellen sind.
 

Von oben kann man eine Talsperre sehen rechts der Stausess im Hintergrund Baumaschienn zum weiteren Ausbau.
Die Talsperre Leibis, hier Bilder vom Bau Anfang des Jahrtausends, dient neben der Trinkwasserversorgung auch dem Hochwasserschutz. Vor der Schneeschmelze wird das Wasser aus Talsperren abgelassen, um Stauraum zu schaffen. Foto: TMLFUN

Derzeit ist der Freistaat Thüringen im Hochwasserschutz verantwortlich für knapp 430 Kilometer an Deichen, drei Hochwasserabsperrbauwerke, 14 Flutmulden, 66 Sielanlagen und 17 Schöpfwerke. Nur wenige Anlagen entsprechen den gültigen technischen Standards. Im vergangenen Jahr investierte der Freistaat insgesamt 15,8 Millionen Euro in den Hochwasserschutz.