07.01.2013 08:54 Uhr

Für die Erinnerung und gegen das Vergessen

Die Gedenkstätte Buchenwald aus der Luftansicht.

Die Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chefin der Staatskanzlei, Marion Walsmann, gedachte am Samstag gemeinsam mit ehemaligen Häftlingen, Angehörigen und Mitgliedern der Initiativgruppe Buchenwald den Opfern des Gefangenenlagers am Gräberfeld Speziallager auf dem Ettersberg.

„Sie sind in Ihrer Trauer eben nicht stumm, sondern berichten von dem, was Ihnen widerfahren ist, damit auch zukünftige Generationen die leidvolle Geschichte dieses Ortes erfahren“, betonte Walsmann. Gerade die persönlichen Schicksale machten diesen Ort des Grauens begreifbar.

 

Umrahmt von Buchen sitzt ein Publikum im stillem Gedenken.
"Für die Erinnerung und gegen das Vergessen" unter diesem Motto stand die Gedenkveranstaltung am Gräberfeld des Speziallager Nr. 2 auf dem Ettersberg bei Waimar. Foto: Katharina Brand, Sammlung Gedenkstätte Buchenwald

Nach der Befreiung durch US-amerikanische Truppen wurde das KZ Buchenwald von 1945 bis 1950 unter der Bezeichnung „Speziallager Nr. 2“ von den sowjetischen Besatzungsmächten als Internierungslager genutzt. In diesem Zeitraum starben über 7000 Insassen.

In Buchenwald seien die „Abgründe der deutschen Geschichte zusammengedrängt“. Gerade in Zeiten des erneuten Erstarkens rechtsextremistischer Gruppen und radikalen Denkens sei es wichtig, Zeichen zu setzen. „Zu unserem geschichtlichen Erbe gehört auch die Erscheinung der Unkultur und Inhumanität“ erklärte Walsmann in ihrer Rede. Buchenwald sei ein „Mahnmal, das uns den Magen flau werden lässt und zum Denken anregt“.

Frau Ministerin Walsmann steht an einem Mikro, hinter ihr steht ein großes Holzkreuz und davor liegen Kränze.
Ministerin Marion Walsmann dankte der "Initiativgruppe Buchenwald 1945 - 1950 e.V" für die Aufarbeitung der Geschichte des "Speziallagers Nr. 2". Foto: Katharina Brand, Gedenkstätte Buchenwald

Sie dankte besonders der Initiativgruppe für ihre Mithilfe bei der Aufarbeitung der schweren Geschichte, sie sorgten dafür, „dass Buchenwald nicht nur ein Synonym für Verzweiflung und Tod, sondern auch für Hoffnung ist“, so die Ministerin. Solange Menschen in im Gedenken an diesem Ort zusammenkämen, um sich an die Vergangenheit zu erinnern, würden totalitäre Regime und ihre Verbrechen auf diesem Boden nicht mehr möglich sein.

Diese aktive Kultur des Erinnerns werde in Buchenwald besonders gefördert. Denn die Initiativgruppe Buchenwald 1945 - 1950 e.V., der Häftlingsbeirat für das Speziallager, die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora engagierten sich auch nach 22 Jahren mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz „für die Erinnerung und gegen Vergessen, gegen Verschweigen, gegen Verharmlosung“. 2015 ist, anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald, eine neue Dauerausstellung geplant.