07.01.2013 08:45 Uhr

„Das Ende ist nah...“

Ein Mann mit nacktem Oberkörper sitzt vor einem Spiegel, um diesen herum sitzen sechs weitere Personen mit weißen gesichtern und weit aufgerissenenen Mündern.
Hugo von Hofmannsthal hat mit seiner Tragödie „Jedermann“ eine Parabel um das Sterben eines reichen Mannes geschaffen, die bis heute nichts an Aktualität verloren hat. Foto: Medienwerkstatt des XXI. Greizer Theaterherbst

Ein kultureller Höhepunkt in Ostthüringen ist der Greizer Theaterherbst, der in diesem Jahr Endzeitstimmung verbreitet und dennoch das Publikum anlockt. Mit einem turbulenten Eröffnungsspektakel begann der Greizer Theaterherbst als bizarre Reise in die Zukunft, inklusive kriminalistischer Endzeitperformance.

Wer so optimistisch ist wie die Greizer, fürchtet sich natürlich auch nicht vor prophezeiten Weltuntergangsgeschichten im Jahr 2012, wie es der Kalender eines bereits untergegangenen Volkes verheißt. Dennoch lautet das Motto des Greizer Theaterherbstes noch bis zum 22. September „Das Ende ist nah...“.

 

Auf einer großen schwarzen Schaukel sitzt eine Frau neben ihr steht eine weitere Frau und schreit etwas in ein Mikro, im Hintergrund steht auf einem Schild das Wort Matka.
Die beiden tschechischen Tänzerinnen und Choreografinnen Verena Kotliková und Tereza Ondrová streifen mit ihrem stimmungsvollen Tanzstück „Found and Lost“ durch das Leben zweier Frauen. Foto: Vojtech Brtnicky

Unsere Gesellschaft hat Angst vor Enden. Oft werden diese geschönt. Grund genug für den Greizer Theaterherbst, sich in dem Jahr, in dem die Welt, wie wir sie alle kennen, enden soll - Enden in all ihren Facetten - genauer zu betrachten. Voll schwarzen Humors, wie in dem Beitrag „2012“ des Briten Bill Aitchison, der zwingend erklärt, wer tatsächlich schuld ist am Ende der Welt oder poetisch-rüde, wie in der Endzeitvision „Rain Dance“ der tschechischen Gruppe Handa Gote und mit "Paul und Paula – eine Legende" erwartet das Publikum eine Bühnenversion eines der größten Liebeswerke der Filmgeschichte der 1970er Jahre.

Ein Mann in einem rotgrauen Königsgewand und einer Krone auf dem Kopf sitzt neben einer riesigen Schachfigur - dem König.
Mit Shakespeares „Hamlet“ gastiert das Gefangenentheater der JVA Hohenleuben auf dem Greizer Theaterherbst. Foto: JVA Hohenleuben

Besonders stolz sind die Greizer in diesem Jahr auf die enge Zusammenarbeit mit Künstlern aus unserem Nachbarland Tschechien, welche nicht so schnell enden soll. Neben Künstlern wie Handa Gote werden die beiden tschechischen Choreografinnen Veronika Kotliková und Tereza Ondrová von VerTeDance, einer der erfolgreichsten Prager Compagnien der vergangenen Jahre, die Bewegungswerkstatt leiten.

Eine Frau in einem roten Kleid hat eine Augenbinde auf und trägt einen weiße Hanpuppe, der Hintergrund wird nur sehr difus beleuchtet.
Krabat gelingt es, einen Freund und ein ihn liebendes Mädchen zu gewinnen, weil er die Schwarze Macht zu brechen vermag. Foto: Krabat Ensemble GbR

Und der „Jedermann“ soll im Schlosshof gerufen werden, ....aber es soll nicht zuviel von den Greizer Enden verraten werden. Das hochverehrte Publikum soll sich lieber selbst vor Ort, in Greiz, ein Bild von den Enden machen, die oftmals nicht mehr als ein Anfang sind.

Hinweise zum Greizer Theaterherbst:
 

www.theaterherbst.de, Theaterherbstblog unter www.echohochzwei.de