07.01.2013 08:56 Uhr

Kultur in Thüringen: Kunstfest Weimar

Zwei Männer auf Stelzen tragen beleuchtete Engelskostüme und werden von den Zuschauern beobachtet.
Romantische Stimmung während des Kunstfests im illuminierten Weimarhallenpark. Foto: Kunstfest Weimar, Maik Schuck

Mehr als 18.000 Besucher erlebten das Kunstfest Weimar. Einer der zahlreichen Höhepunkte war die Klang- und Lichtinstallation des Bühnenmagiers Robert Wilson, der mit seinem Projekt zu Franz Liszts „Via Crucis“ das Publikum in der ehemaligen Viehauktionshalle begeisterte. Rund 10.000 Musikfreunde erlebten zur Eröffnung des Kunstfestes eine zauberhafte musikalische Nacht im Weimarhallenpark mit Jazz, Blues und Swing.

Fünf Personen mitten in einer Tanzbewegung scheinbar nach hinten umfallend, im Hintergrund Musiker mit Trommeln.
: „Babel“ ist eine tänzerische Suche, bei der es weniger um die persönlichen, physischen, kulturellen, politischen und sprachlichen Unterschiede und Grenzen geht als um die Gemeinsamkeiten. Foto: Koen Broos, Kunstfest Weimar

Ein besonderes Erlebnis bot am letzten Wochenende zum Abschluss des Weimarer Kunstfestes das Tanztheater „Babel“ unter der Choreogaphie von Antony Gormley im Deutschen Nationaltheater Weimar. „Babel“ ist philosophisch-religiöses Tanztheater. Für den Turmbau zu Babel strafte Gott die Völker durch Sprachverwirrung und zerstreute sie in alle Länder. Wie verständigen sich die vielen Nationen heute, wie vertragen sich ihre Religionen? 13 Performancer und fünf Musiker begeben sich auf die Suche nach einer polyglotten Identität: Konfusionen, Konflikte, Komik, Chaos. Die eine heilige Sprache ist längst verloren.

Ein Mann im schwarzen Anzug dirigiert mit ausladenden Handbewegungen einen Männerchor.
Das Ensemble Gilles Binchois glänzte durch eine besondere Interpretation Alter Musik aus dem Mittelalter und der Renaissance. Foto: Susanne Drescher

Zu insgesamt 32 Veranstaltungen kamen bei Konzerten, Tanztheater, Filmvorführungen und zu Diskussionsforen mehr als 5.800 Gäste. Die Liechtensteiner Ausstellung „Arte Povera“ ist noch bis zum 21. September im Neuen Museum zu sehen.

 

Vier Männer die vor einem schwarzen Hintergrund stehen und ernst in die Kamera blicken.
Mit seinen kunstvollen Bearbeitungen ist das Quartett Diotima ein Wegweiser der Avantgarde. Foto: Kunstfest Weimar

Im kommenden Jahr steht das Weimarer Kunstfest vom 23. August bis zum 14. September unter dem Motto: „Wagneridyll“. Als artist in residence wird der nahmhafte Violinist Gidon Kremer erwartet