07.01.2013 08:45 Uhr

Apoldaer Glocken auf allen Kontinenten

Ein altes Schwarzweiß Foto auf einem Pferdegespann liegt die Glocke. die Wagenlenker sitzen auf derselben.
Die in Apolda gegossene Jerusalem-Glocke ist mit 6120 Kilogramm die größte Glocke im Heiligen Land auf dem Ölberg. Foto: Archiv Schilling

Apolda genießt als Glockengießerstadt weltweit einen sehr guten Ruf, obwohl heute keine Glocken mehr in der Thüringer Stadt gegossen werden.

An die große Tradition des Glockengießens will das 4. Weltglockengeläut an diesem Samstag (14. Juli) in der Lutherkirche zu Apolda erinnern. Das Motto der grenzüberschreitenden Veranstaltung lautet: „Glocken sind Musik, Glocken verbinden, Glocken lassen aufhorchen.“ Zur Eröffnung erklingt das Geläut der Lutherkirche mit seinen drei Glocken aus drei Jahrhunderten, die von der Kunst der Apoldaer Glockengießerei Rose (1722), Ulrich (1870) und Schilling (1950) zeugen.

Am 4.Weltglockengeläut 2012 werden stellvertretend für die vier Himmelsrichtungen vier Glockenschauplätze herausgehoben:

  • Westen: die Domglocke von St. Peter in Köln, gegossen 1923 bei Heinrich Ulrich in Apolda. Sie gilt als größte frei schwingende Glocke der Welt
  • Osten: das Bronzeglockenspiel in der Johanniskirche in Lößnitz, gegossen 1938 in der Glockengießerei Franz Schilling in Apolda
  • Norden: das Glockenspiel in der Kallion Kirkko in Helsinki, gegossen 1912 bei Franz Schilling in Apolda, der große finnische Komponist Jean Sibelius hat für dieses Geläut ein Musikstück komponiert – die Teilnahme am Apoldaer Weltglockengeläut erfolgt anlässlich der Hundertjahrfeier des Geläuts
  • Süden: die Glocken der Himmelfahrtskirche in Jerusalem, gegossen 1910 bei Franz Schilling in Apolda

 

Die Lutherkirche dominiert das umliegende Stadtbild.
Apolda steht an diesem Wochenende ganz im Zeichen der Glocke. In der Lutherkirche erinnert das 4. Weltglockengeläut an die große Tradition des Glockenbaus in der Stadt. Foto: Stadtverwaltung Apolda

Mit der Geschichte des Glockengießens ist der Name Apolda untrennbar verbunden. Glocken aus Apolda erklingen als Botschafter des einstigen handwerklichen Könnens rund um den Erdball. Viele bekannte Glocken und Glockenspiele wurden hier hergestellt und in alle Welt geliefert.

Das 1. Apoldaer Welglockengeläut am 31. Juli 1999 war ein Beitrag der Kreisstadt und des Kunstvereins Apolda Avantgarde e.V. zum Kulturstadtjahr „Weimar 99“. Auf dem Apoldaer Marktplatz erlebten damals mehr als 5.000 Schaulustige, darunter Gäste aus Köln eine multimediale Show als ein Fest der Sinne und ein Zusammentreffen der neuen und alten Welt.

Das Glockenmuseum in Apolda umrahmt von Bäumen.
: „Kunst Erz und Klang“ unter diesem Motto steht im Apoldaer Glockenmuseum die Ausstellung über die Glockengießerfamilien Ulrich und Schilling. Foto: Stadtverwaltung Apolda

Das Apoldaer Weltglockengeläut ist eine Erfolgsgeschichte. Das 2. Weltglockengeläut im Jahr 2003 zog ebenso viele Besucher in die Glockenstadt wie die dritte Veranstaltung unter gleichem Namen im Jahr 2007. Damals erklangen mit Hilfe moderner Telekommunikation Glocken aus allen fünf Kontinenten – die eines vereint – ihre Herkunft aus der Glockenstadt Apolda.

Noch mehr Informationen zum Glockentag finden Sie unter:

www.livestream.com/SalveLive

www.apoldaglocken.de

www.apolda.de