07.01.2013 08:50 Uhr

Goethe- und Schiller-Archiv feierlich wiedereröffnet

Das Goethe-Schiller Archiv erinnert an einen steinernen Schuhkarton, unterhalb des alten Gebäudes ist die verglaste Front des Neubaus zu erkennen. Bäume umrahmen das Gebäude.
Im neueröffneten Goethe- und Schiller Archiv Weimar werden die Handschriften der deutschen Klassiker aufbewahrt und dienen der wissenschaftlichen Forschung. Foto: Klassik Stiftung Weimar, Jens Hauspurg

Deutschlands ältestes Literaturarchiv öffnet seine Türen. Nach zwei Jahren aufwendiger Sanierungsarbeiten stehen die Schätze das Goethe- und Schiller-Archivs Besuchern und Wissenschaftlern wieder zur Verfügung. Neben der Sanierung wurden Aus- und Umbauten durchgeführt, um zusätzliche Flächen zu erschließen. Damit sind verbesserte Aufbewahrungsbedingungen geschaffen. Ein neuer Eingangsbereich, neue Lesesäle, ein Konferenz- und Vortragsraum, Werkstätten für Papierrestaurierung, Mikroverfilmung und Digitalisierung sowie ein neues Tiefmagazin sind entstanden. Künftig wird sich das Goethe- und Schiller-Archiv seinen Besuchern weit freigiebiger öffnen als in der Vergangenheit. Das Haus kann seiner Funktion als Bewahrer unermesslicher Kulturschätze ebenso gerecht werden wie seiner Funktion als Ort der Forschung und der Wissenschaft. Darüber hinaus wird es mit seinen neuen Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit künftig verstärkt auch ein Ort der Begegnung und des Austausches sein.

Dutzende von blauen Tresoren sind zu sehen, im Hintergrund transportiert eine Frau Bücher auf einem Rollwagen.
Das Goethe- und Schiller-Archiv Weimar wurde in den letzten zwei Jahren aufwendig saniert. Foto: Klassik Stiftung Weimar, Jens Hauspurg

Thüringens Kulturminister, Christoph Matschie, zeigt sich erfreut über die deutlich verbesserten Nutzungsmöglichkeiten des Archivs: "Was wir heute der Öffentlichkeit präsentieren, ist ein Literaturarchiv, das die Aufbewahrung der hier lagernden Bestände unter modernsten und sicheren Bedingungen ermöglicht. Aber dieses Archiv ist natürlich weit mehr: Hier lagern die Handschriften von Goethe und Schiller, von Herder und Wieland sowie zahlreiche weitere Bestände deutschsprachiger Literatur. Insgesamt mehr als fünf Millionen Einzelblätter! Dieses Haus ist eine Schatzkammer der deutschen Kulturgeschichte."

Der Minister machte deutlich, dass Weimar eine der großen Kulturbaustellen in Deutschland ist. In den nächsten Jahren werden Bund und Land im Rahmen eines Sonderinvestitionsprogramms dafür 90 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Mit der Sanierung des Goethe-Schiller-Archivs findet die erste große Baumaßnahme ihren Abschluss. Das Investitionsvolumen umfasste 9,2 Millionen Euro