07.01.2013 08:53 Uhr

Thüringer Bahngipfel Erfurt wird ICE-Knoten

Ein ICE rast von rechts nach links, im Vordergrund ein weitläufigis Rapsfeld im Hintergrund eine Böschung und der blaue Himmel.
Mit der Fertigstellung der ICE-Strecke Nürnberg – Erfurt – Leipzig/Halle – Berlin rückt Thüringen verkehrsmäßig in das Zentrum Deutschlands. Foto: Deutsche Bahn

Auf der Agenda des Bahngipfels in Erfurt standen unter anderem die künftige Fertigstellung der ICE-Strecke Nürnberg – Erfurt – Leipzig/Halle – Berlin, die Bedeutung Erfurts als ICE-Knoten und der zweigleisige Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung.

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht betonte: „Die ICE-Strecke ist für uns Thüringer in mehrfacher Hinsicht eine historische Chance. Thüringen wird die ‚schnelle’ Mitte Deutschlands – das wird auf die Wirtschafts- und Kulturregion Thüringen in ganz neuer Weise ausstrahlen. Ich verspreche mir von dieser  verkehrsgünstigen Lage erhebliche wirtschaftliche Impulse für ganz Thüringen und den gesamten mitteldeutschen Raum. Denn Thüringen wird nach 2017 mit dem ICE-Knoten Erfurt feste Station auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und München, die auch Bestandteil des Transeuropäischen Netzes zwischen Skandinavien und Italien sein wird. Genau hier werden wir mit unserer Landesentwicklung ansetzen und die Fähigkeiten Thüringens stärken und vorantreiben, die sich besonders mit unserer neuen verkehrsstrategischen Lage verbinden lassen“, so die zentrale Botschaft Lieberknechts. „Aber auch aus infrastruktureller Sicht profitiert ganz Thüringen, denn die ICE-Strecke funktioniert nur im Zusammenspiel mit einer verkehrstüchtigen Eisenbahninfrastruktur in ganz Thüringen, die es jetzt weiter auszubauen gilt.“

Eine Luftaufnahme des Erfurter Bahnhofs.
Mit dem ICE-Knoten Erfurt wird Thüringen zur schnellen Mitte Deutschlands

„Die Bauarbeiten an der Neu- und Ausbaustrecke liegen, trotz aller Herausforderungen, voll im Plan. Die Inbetriebnahme der Gesamtstrecke im Jahr 2017 und die Inbetriebnahme des Abschnitts Leipzig–Erfurt im Jahr 2015 sind nach wie vor unser erklärtes Ziel“, versicherte DB-Chef Grube. Gleichzeitig treibt die Deutsche Bahn den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur im Freistaat Thüringen mit großem Nachdruck weiter voran. Grube verwies in diesem Zusammenhang auf Milliardeninvestitionen im Freistaat: „Allein von 2012 bis 2016 investiert die Deutsche Bahn rund 1,4 Milliarden Euro in den Ausbau der Schieneninfrastruktur in Thüringen. Der Infrastrukturausbau erschöpft sich jedoch nicht im Thema VDE8. Vor allem die Zubringerstrecken für den ICE–Knoten Erfurt stehen genauso im Fokus der gemeinsamen Anstrengungen von Bund, Freistaat und DB. Dazu gehören beispielsweise die Mitte-Deutschland-Verbindung oder die Strecke Erfurt–Nordhausen. Damit lassen sich die Potenziale der VDE 8 und des entstehenden ICE-Knotens Erfurt optimal nutzen und die Angebote für die Reisenden verbessern.“ Zwischen 2007 und 2011 beliefen sich die Infrastrukturinvestitionen in Thüringen auf 1,6 Milliarden Euro.

Christian Carius, Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Ministerpräsidentin Liebrknecht sowie DB-Chef Grube stehen nebeneinander an Rednerpulten. Im Vordergrund Journalisten und Zuhörer.
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht sieht im ICE-Knoten Erfurt und in der verkehrsgünstigen Lage erhebliche wirtschaftliche Impulse für ganz Thüringen und den gesamten mitteldeutschen Raum. DB-Chef Grube (2.v.r.) verwies darauf, dass die Deutsche Bahn AG von 2012 bis 2016 rund 1,4 Milliarden Euro in den Ausbau der Schieneninfrastruktur in Thüringen investiert. Verkehrsminister Christian Carius (1. v.l.) stellte ein ein integriertes Verkehrskonzept für den Freistaat Thüringen in Aussicht. Foto: TMBLV

Ein zentrales Thema auf dem Bahngipfel war in diesem Zusammenhang der zweigleisige Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung (MDV) und die Modernisierung der Bahnhöfe Jena West und Jena Göschwitz. Grube: „Die Herstellung der Zweigleisigkeit auf der MDV zwischen Weimar und Stadtroda ist zentrale Voraussetzung für leistungsstarke Zubringerverkehre von und nach Erfurt. Das Thema ist bei uns im Hause Chefsache. Derzeit laufen für alle Bauabschnitte die Planrechtsverfahren. Für zwei Bauabschnitte liegt das Baurecht bereits vor. Die notwendige Finanzierungsvereinbahrung mit dem Bund ist zugesagt und soll bis Ende 2012 abgeschlossen werden.“ Bereits im vergangenen Jahr hatte die DB mit vorgezogenen Bauarbeiten an vier Eisenbahnüberführungen in Taubach und Mellingen begonnen. Hier investiert die DB rund vier Millionen Euro. Bis zur Inbetriebnahme der VDE 8 soll die MDV weitgehend zweigleisig ausgebaut sein, um deutlich mehr Züge als bisher in kürzerer Reisezeit insbesondere von Jena über Weimar nach Erfurt fahren zu können.

Christian Carius, Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, stellte fest, dass alle beteiligten Partner seit dem vergangenen Bahngipfel im Juni 2011 bereits ein gutes Stück vorangekommen seien: „Damit möglichst viele Regionen im Freistaat dauerhaft vom ICE-Knoten profitieren, treibt mein Haus jetzt ein integriertes Verkehrskonzept für den Freistaat Thüringen voran. Indem wir konsequent unseren Nahverkehr mit dem ICE-Knoten Erfurt vertakten, können die Fahrzeitgewinne aus dem künftigen Hochgeschwindigkeitsverkehr von den Neubaustrecken auch in die umliegenden Regionen Thüringens weiter gegeben werden. Unbedingter Bestandteil des Verkehrskonzeptes ist die schnelle Anbindung der Städte Jena, Gera und Weimar.“