Weltwindkonferenz tagt seit heute in Bonn
-
Zentrales Thema der dreitägigen Tagung (3. bis 5. Juli) ist die Beteiligung von Bürgern und Kommunen an Windenergieprojekten. Zudem widmen sich Redner aus 40 Ländern in mehr als 200 Vorträgen neuesten technologischen Entwicklungen und Finanzierungsmodellen im Bereich der Windenergie sowie generell dem Ausbau der erneuerbaren Energien.
„Die Windkraft ist der Hauptlastträger der Energiewende in Deutschland“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig in seiner Rede anlässlich der Eröffnungsveranstaltung der 11. World Wind Energy Conference in Bonn.
Veranstalter der diesjährigen Konferenz sind die World Wind Energy Association (WWEA) gemeinsam mit dem Bundesverband WindEnergie (BWE).
Derzeit stehen in Deutschland rund 22.000 Windräder und erzeugen knapp 9,5 Prozent des deutschen (Netto-)Stromverbrauchs. Die Ausbaupotentiale seien enorm, so der Thüringer Wirtschaftsminister in seiner Rede: Bei einer Nutzung von gerade zwei Prozent der Fläche könnte die installierte Windleistung von derzeit 29 auf knapp 200 Gigawatt Leistung gesteigert werden – den Ersatz alter durch moderne, leistungsfähige Anlagen (Repowering) noch nicht eingerechnet. Damit könnten künftig etwa 65 Prozent des Stromverbrauchs abgedeckt werden. Hinzu kommt: „Bei keinem anderen regenerativen Energieträger sind Flächenverbrauch und Investitionskosten ähnlich gering wie beim Wind“, so Machnig: „Wenn wir es ernst meinen mit der Energiewende, dann ist die Windkraft unverzichtbar.“
Trotz der schwelenden europäischen Finanzkrise bleibe das Thema Energie- und Klimapolitik ganz oben auf der politischen Agenda, so Machnig weiter. Deshalb sei es erfreulich, dass die Unterstützung für die Windkraft in Deutschland wachse. Der Minister verwies auf Beispiele aus Thüringen, wo sich einer aktuellen Umfrage zufolge 68 Prozent der Einwohner für die Nutzung der Windenergie ausgesprochen haben. Zuletzt hatte auch die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland in einer schriftlichen Note an die Ministerpräsidentin ihre Unterstützung für den Ausbau der Windenergie zum Ausdruck gebracht.
„Die Windkraft ist einer der großen Wachstums- und Beschäftigungstreiber der Zukunft“, sagte der Thüringer Wirtschaftsminister. So setzen deutsche Windanlagenhersteller schon heute pro Jahr rund 35 Milliarden Euro um – Tendenz steigend; der Weltmarktanteil deutscher Produzenten liegt bei rund 25 Prozent. Viele deutsche Standorte setzen deshalb auf eine gezielte Unterstützung der Windbranche: Bundesländer wie Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen hätten durch Ausweisung von Vorrangflächen, Windenergieerlasse und Leitfäden für Projektentwickler geeignete Rahmenbedingungen für einen zügigen Windkraftausbau geschaffen. „Deutschland hat die Zeichen der Zeit früh erkannt und treibt den Ausbau regenerativer Energietechnologien voran“, sagte Machnig. Auch Thüringen habe mit dem Eckpunktepapier der Landesregierung, mit dem Potentialatlas für Erneuerbare Energien und dem neuen Landesentwicklungsprogramm die Weichen für einen zügigen Ausbau der erneuerbaren Energien gestellt. Bei der Windenergie dürfe Thüringen den Anschluss nicht verpassen: „Gerade hier müssen wir künftig schneller vorankommen.“