Bischofsgespräch in der Thüringer Staatskanzlei
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Die Finanzperspektiven des Landes und planerische Rahmenbedingungen für die Kirchen, der Religionsunterricht an Thüringer Schulen, die Situation der Schulen in freier Trägerschaft, das Bundesbetreuungsgeld, besondere Aspekte des Strafvollzuges sowie Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz – diese Themen standen am 18. Juni auf der Agenda des Bischofsgespräches in der Thüringer Staatskanzlei.
An dem Treffen, das jährlich stattfindet, nahmen neben Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, der Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, und dem Bischof des Bistums Erfurt, Prof. Dr. Joachim Wanke, der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, Justizminister Dr. Holger Poppenhäger, Innenminister Jörg Geibert sowie Finanzminister Dr. Wolfgang Voß teil.
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Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht bezeichnete das Gespräch als partnerschaftlichen Dialog, dessen Atmosphäre auch geprägt war durch den Rückblick auf das Weltereignis Papstbesuch im Herbst letzten Jahres und die Vorbereitungen auf ein weiteres Weltereignis im Jahr 2017: das Reformationsjubiläum.
Nach Worten der Regierungschefin sei es in dem Gespräch vor allem um Planungssicherheit gegangen, „um Planungssicherheit im Sinne von Nachhaltigkeit. Wir brauchen Strukturen, durch die wir auch mit weniger Ressourcen unserer Verantwortung gerecht und den Dienst am Menschen gewährleisten können“, betonte Lieberknecht. „Und wir haben uns natürlich über das Thema NSU verständigt und die Schlüsse, die wir daraus ziehen. Es ist ein großes Anliegen der Kirchen und der Landesregierung, eine wahre Willkommenskultur in Thüringen zu schaffen.“
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Diese Willkommenskultur aufzubauen und in der Gesellschaft zu verankern, ist auch für Landesbischöfin Junkermann eine gemeinsame Aufgabe aller gesellschaftlichen Akteure. Ferner standen aus Sicht von Junkermann die Fragen zu Finanzen und strukturellen Veränderungen Zentrum des Treffens: „Wie lassen sich unsere Finanzen erhöhen? Wie gehen wir mit dem demografischen Wandel um?“
Bischof Wanke forderte ebenfalls solide Finanzen und verlässliche Rahmenbedingungen ein. Denn „öffentliches Leben darf nicht unter dem Rückgang von Geldern leiden.“ Andererseits könne man als Kirche aber nicht alles leisten. „Was liegt uns als Kirche an bestimmten Dingen?“, so Wanke und betonte, dass man beispielsweise die Beratungsdienste weiter ausbauen wolle.
Einig waren sich Ministerpräsidentin Lieberknecht, Landesbischöfin Junkermann und Bischof Wanke ebenso über die Bedeutung des Religionsunterrichtes in Thüringen. Auch in kleiner werdenden Gruppen müsse die verabredete Zahl von zwei Unterrichtsstunden pro Woche eingehalten werden.