07.01.2013 08:56 Uhr

Kooperation schafft neue wissenschaftliche Akzente

Sechs junge Rabiner stehen an einem Pult, lächeln in die Kamera und halten ihren Daumen hoch.

Die Fachhochschule Erfurt und das Rabbinerseminar zu Berlin werden bei der Ausbildung von Sozialarbeitern für jüdische Gemeinden in Deutschland künftig kooperieren.

Nach Worten von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht ist Erfurt weiter auf einem guten Weg, seine Potenziale auf dem Gebiet jüdischer Studien und Wissenschaften zu entwickeln. „Die Tatsache, dass die Ausbildung am Rabbinerseminar zu Berlin künftig verpflichtend eine Belegung des durch die FH Erfurt angebotenen Studiengangs ‚Jüdische Sozialarbeit’ vorsieht, hat eine neue Qualität“, sagte Lieberknecht heute anlässlich der Unterzeichung eines neuen Kooperationsvertrages zwischen der Fachhochschule Erfurt und dem Rabbinerseminar zu Berlin. „Dies spricht für die hohe Qualität und Offenheit unserer Thüringer Hochschullandschaft. Einmal mehr stellen wir unter Beweis, dass Thüringen und seine Hochschulen qualifizierte und verlässliche Kooperationspartner nicht nur für die interdisziplinäre wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem und für das Judentum sind.“

Ein Gruppenfoto mit 10 Personen in der Mitte die Ministerpräsidentin.

Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Studenten des Rabbinerseminars zu Berlin neben der Ordination zum Rabbiner einen vollwertigen akademischen Bachelor Abschluss mit Schwerpunkt Jüdische Sozialarbeit. Der zweite Studienabschnitt beinhaltet dabei ein studienbegleitendes Praxissemester und endet mit der Bachelor-Abschlussarbeit am Fachbereich Sozialwesen der FH Erfurt. Das Praktikum soll in einer jüdischen Gemeinde oder einer angeglichenen Einrichtung absolviert werden. Mit dieser Akademisierung der Ausbildung sollen die Studenten noch besser auf ihre zukünftige  - auch seelsorgerische - Tätgkeit in den jüdischen Gemeinden in Deutschland vorbereitet werden; die wissenschaftliche Ausbildung der Rabbiner wird damit abgerundet.
 

Der Kooperationsvertrag in der Nahansicht.

„Durch die Kooperation entstehen neue wissenschaftlichen Akzente, die uns helfen werden, jüdische Geschichte und Kultur aufzuarbeiten und unsere jüdischen Mitmenschen als Bereicherung und unverzichtbaren wie selbstverständlichen Bestandteil unserer Gesellschaft zu begreifen“, so Lieberknecht. „Wir brauchen das aufrichtige Interesse aneinander und die Leidenschaft füreinander. Wir brauchen das Wissen voneinander, von unserer Vielfalt, von unserer Kultur, von unserer Geschichte und der Gegenwart. Die Fachhochschule Erfurt, das Rabbinerseminar zu Berlin, vor allem aber die Studierenden und die Absolventen werden einen wertvollen Beitrag zum Dialog innerhalb und zwischen unseren Kulturen sowie zum Abbau von Ressentiments und Vorurteilen leisten.“

Ein Gruppenfoto mit der Ministerpräsidentin alle vier Personen lächeln in die Kamera.n
Dr. Josef Schuster, Vizepräsident Zentralrat der Juden in Deutschland K.d.ö.R, Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, Rabbiner Joshua Spinner, Vorstandsvorsitzender des Rabbinerseminar zu Berlin und der Leiter der Fachhochschule Erfurt, Prof, Dr. Ing. Heinrich H. Kill