07.01.2013 08:54 Uhr

Thüringen wirbt mit van-de-Velde-Jahr 2013

Das Haus zu den hohen Pappeln an einem sonnigen tag aus der Frontansicht
Im Haus zu den Hohen Pappeln lebte der Designer und Architekt Henry van de Velde Foto: Klassik Stiftung Weimar, Jens Hauspurg

Er war einer der größten Designer und Architekten des 20. Jahrhunderts und wirkte als ein Wegbereiter der europäischen Moderne von 1902 bis 1915 in Weimar, Henry van de Velde. Sein 150. Geburtstag im kommenden Jahr ist Anlass für zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen in Thüringen.

Seine avangardistische Kunstauffassung schlug am Beginn des vergangenen Jahrhunderts im verschlafenen Weimar ein wie eine Bombe. Gemeinsam mit Harry Graf Kessler wollte er Weimar im konservativen Kaiserreich zu einem Schauplatz der Moderne machen. Die Kunstgewerbeschule Weimar war unter seiner Ägide weit über das Land hinaus bekannt. Als Architekt gestaltete er das Nietzsche-Museum völlig im Jugendstil um. Auf Veranlassung konservativer Kreise wurde 1915 die Kunstgewerbeschule geschlossen, woraufhin van de Velde die Klassikerstadt verließ.

Henry van de Velde in einer schwarz weiß Aufnahme vor seinem Zeichentisch.
Henry van de Velde, einer der renommiertesten Designer und Architekten des 20. Jahrhunderts wirkte von 1902 bis 1915 in Weimar. Foto: Klassik Stiftung Weimar, Louis Held

Im van-de-Velde-Jahr 2013, über das Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht die Schirmherrschaft übernommen hat, steht die Impulsregion Weimar-Erfurt-Jena-Weimarer Land im Mittelpunkt. Insgesamt sind 14 Ausstellungen geplant. Im Zentrum steht dabei in Weimar die Ausstellung „Leidenschatf, Funktion und Schönheit – Henry van de Veldes Beitrag zur europäischen Moderne“ von März bis Juni 2013. In der Kunsthalle Erfurt ist eine Ausstellung über den Maler, Designer und Architekten Peter Behrens - einem wichtigen Wegbegleiter van de Veldes – zu sehen. In Jena und Gera sind Ausstellungen zu sehen, die van der Velde im Dienste regionaler Auftraggeber zeigen. Das Kunsthaus Apolda Avantgarde zeigt drei Ausstellungen, die im Zusammenhang mit van de Velde stehen: mit Max Ackermann werden ein Schüler, mit Curt Herrmann ein Freund und mit Heinrich Vogeler ein Zeitgenosse des Mitbegründers der Moderne vorgestellt.

Das Gesamtbudget für das van-de-Velde-Jahr 2013 beträgt 2,2 Millionen Euro. Der Freistaat Thüringen fördert das Projekt mit 600.000 Euro.

Die Fotos wurden thueringen.de freundlicherweise von der Klassik Stiftung Weimar zur Verfügung gestellt.
 

Das Nietzsche Archiv in der Frontansicht
Die Villa Silberblick - das heutige Nietzsche Archiv gestaltete van de Velde im Interieur des Jugenstils.