07.01.2013 08:55 Uhr

Frauenschicksale am DNT

Eine Frau hält sich am Rock einer älteren Frau fest im Hintergrund sind weitere Schauspielerinnen zu sehen.
Den Frauen gelingt es nicht, die zerstörerische Spirale der Gewalt zu durchbrechen.

Sie heißen Helena, Hekabe und Andromache – und sind Kriegerwitwen. Hinterbliebene des legendärsten Krieges der antiken Welt – die „troerinnen“. Sie trauern um ihre Männer, die im Kampf um Troja gefallen sind.

Euripides, der neben  Aischylos und Sophokles einer der großen Tragödiendichter der griechischen Antike war, legte in seinem 415 v.Chr. entstandenen Drama den Fokus auf das Unglück und die Schicksale der überlebenden Frauen nach dem Fall der Stadt Troja. Erfüllt von tiefem Schmerz über den Verlust von Männern, Kindern und Freiheit warten sie darauf, unter den griechischen Heerführern als Sklavinnen und Kriegstrophäen aufgeteilt zu werden. Obwohl sich ihre Klage angesichts des unendlichen Leids gegen den Wahnsinn des Krieges richtet, gelingt es ihnen nicht die zerstörerische Spirale der Gewalt zu durchbrechen. Der Drang nach Rache für das ihnen angetane Unrecht lässt auch sie zu Täterinnen werden. Konstanze Lauterbach, die für ihr choreographisches und bildmächtiges Theater bekannt ist, folgt in ihrem Antikenprojekt den Schicksalen der einzelnen Frauenfiguren. Dabei interessiert sie sich nicht nur für deren Strategien im Überlebenskampf sondern führt auch vor Augen, welchen Preis Andromache, Kassandra, Hekabe, Helena, Polyxena und Klytaimnestra 
bezahlt haben.
 

Vier Frauen schmiegen sich an einen Traktorreifen und starren in die Leere im Hintergrund sind zwie weitere frauen vor rotem Grund zu sehen.
Konstanze Lauterbach inszeniert „Die Troerinnen“ am DNT in Weimar – hier Elke Wieditz (r.) als Hekabe und Rosemarie Deibel als eine trojanische Frau.

Es spielen Anette Straube (Klytaimnestra), Elke Wieditz (Hekabe), Caroline Dietrich (Andromache), Rahel Weiss (Kassandra), Ute Springer (Helena), Jeanne Devos (Polyxena), Rosemarie Deibel, Ulrike Knobloch, Nina Mariel Kohler, Roswitha Marks (Frauen aus Argos bzw. Troja) und Thomas Büchel (Agamemnon). Bühnenbildner der Produktion war Fabian Lüdicke, die Kostüme entwarfen Karen Simon und Konstanze Lauterbach.  Die Bühnenmusik komponierte Achim Gieseler.

Vier Frauen kauern verzweifelt auf dem Boden.
Regisseurin Konstanze Lauterbach folgt in ihrem Antikenprojekt am DNT den Schicksalen der einzelnen Frauenfiguren.

Premiere am Donnerstag, den 17. Mai 2012, um 19.00 Uhr im großen Haus des DNT

Hinweis: Weitere Vorstellungen in dieser Spielzeit am 27. Mai, 17. und 27. Juni
Karten unter: Tel 03643/755 334 oder service{at}nationaltheater-weimar{punkt}de
 
Die Fotos von Matthias Horn und Karl-Bernd Karwasz wurden thueringen.de freundlicherweise vom Deutschen Nationaltheater Weimar zur Verfügung gestellt.

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