Thüringen gedenkt Deportation jüdischer Mitbürger
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- Gedenken vor der Weimarer Viehauktionshalle: Von hier aus begann vor 70 Jahren die Deportation jüdischer Mitbürger in die Ghettos und Vernichtungslager.
Thüringen erinnert an den furchtbaren Leidensweg jüdischer Mitbürger, die vor 70 Jahren in Ghettos und Vernichtungslager deportiert wurden.
Der Leidensweg der jüdischen Mitbürger in Thüringen begann lange vor dem 10. Mai 1942. Nach der Pogromnacht vom 9. November 1938 wurden Tausende im Konzentrationslager Buchenwald interniert und waren dort den Repressalien der SS-Wachmannschaften ausgesetzt.
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- Der Leidensweg der jüdischen Mitbürger in Thüringen begann lange vor dem 10. Mai 1942. In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde auch die Erfurter Synagoge zerstört.
Nach dem auf der Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 die Deportation der jüdischen Bevölkerung in den Osten Europas zur Massenvernichtung beschlossen wurde, begannen auch in Thüringen kurze Zeit später die Deportationen.
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- Nach der Reichspogromnacht 1938 waren Tausende jüdische Mitbürger im Konzentrationslager Buchenwald interniert.
Vor 70 Jahren wurden in Thüringen 513 Frauen, Männer und Kinder von Thüringen aus in Ghettos und Vernichtungslager verschleppt. Damit begann auch in Thüringen die systematische Vernichtung der Juden.
Am 9. Mai 1942 mussten sich jüdische Mitbürger in Thüringer Städten auf Sammelplätzen einfinden. Von dort führte ihr Weg per Bahn nach Weimar, wo sie in der Viehauktionshalle zusammengetrieben wurden. Bereits einen Tag später wurden sie ins Ghetto im polnischen Belzyce deportiert. Die meisten von ihnen wurden in diesem Ghetto im Konzentrationslager Majdanek oder in anderen Vernichtungslagern ermordet.
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht verurteilt an diesem Tag des Gedenkens die abscheulichen Morde der Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds, die in Thüringen ihren Ausgangspunkt fanden. „Diese Tatsache beschämt und empört uns zutiefst. Sie ist gleichzeitig Ansporn für uns alle, sich noch entschlossener jeder Art von Antisemitismus, Nationalismus und Ausländerfeindlichkeit in den Weg zu stellen“, betonte die Regierungschefin.