07.01.2013 08:52 Uhr

„Neue Ziele liegen nicht an alten Wegen!“

Frischer, freundlicher und übersichtlicher als bisher: Das Internet-Portal thueringen.de wird gerade überarbeitet. In dieser Woche hat das Kabinett darüber entschieden: Ab Sommer 2012 finden Sie hier nicht nur wichtige Informationen der Thüringer Landesregierung, ihrer Behörden und Einrichtungen, sondern auch den Weg zu den schönsten Orten unseres Landes. thueringen.de kooperiert dazu künftig unter anderem mit der Thüringer Tourismus GmbH sowie der Landesentwicklungsgesellschaft. Außerdem finden dann Sie bei thueringen.de ein Bürgerservice-Portal, aktuelle Nachrichten, Informationen zu Wetter und Verkehr, Veranstaltungshinweise und einen Thüringen-Ticker.

Logo thueringen.de
Logo thueringen.de

"Neue Ziele liegen nicht an alten Wegen!"
Regierungssprecher Peter Zimmermann im Interview über thueringen.de, die neue Marke und die Kritik der Opposition

Die neue Internetseite www.thueringen.de ist inzwischen zu einem kleinen Thüringer Politikum geworden. Immer wieder wurde der Termin für den Start verschoben, warum?

Es gibt kaum ein öffentliches Thema in unserem Land,  das  nicht ein kleines Politikum ist. thueringen.de ist mit rund 35.000 Unterseiten, mehr als 80 beteiligten Ministerien, Behördern und Einrichtungen und rund 400 Online-Redakteuren eine sehr umfassende Produktion. Bei der Neugestaltung wollen wir gern auf möglichst viele Bedürfnisse der Nutzer, aber auch der Produzierenden Rücksicht nehmen. Es müssen Inhalte überführt, Arbeitsprozesse neu gedacht und viele technische Innovationen berücksichtigt werden, die heutige Nutzer einfach erwarten. Das braucht Entwicklungszeit. Die neugestaltete Seite wird im Sommer zu sehen sein.

Der Aufbau des multimedialen Thüringer Eingangstors kostete mehr als veranschlagt, wie erklären Sie das? Wurde kein Festpreis vereinbart?

Die Neugestaltung von thüringen.de wird über drei Haushaltsjahre hinweg rund 218.00 Euro kosten. Das ist für die Größe des Projektes und den Umfang der Arbeiten ein sehr vernünftiger Preis und gut eingesetztes Geld. Das Portal wird zudem bei laufendem Betrieb umgebaut, nicht alles Notwendige kann man dabei vorhersehen.

Die Opposition hat immer wieder kritisiert, dass es keine Ausschreibung für diesen immerhin sechsstelligen Auftrag gab, wie rechtfertigen Sie das?

Wir arbeiten für die Wartung, Administration und Entwicklung von thueringen.de mit einer Firma aus Weimar zusammen. Für diese Kooperation hat es bereits im Jahr 2000 eine Ausschreibung gegeben. Alle Arbeiten laufen korrekt und auf dieser Grundlage. Im Übrigen liegt es in der Rolle der Opposition, die Regierung zu kritisieren. Wenn die Kritik berechtigt ist, nehmen wir diese auch an.

Kritik haben Sie auch generell für die inhaltliche Ausrichtung erhalten. Die Ministerien haben sich sehr skeptisch gegenüber dem neuen Konzept geäußert. Sind diese Animositäten inzwischen behoben?

Ja. Die Online-Kommunikation ist ein wichtiges Thema, es gibt viele Ideen und noch mehr Wünsche. Und: Neue Ziele liegen nicht an alten Wegen! Manchmal mussten wir auch ein bisschen kämpfen. (lacht)

Das frische Design der Webseite thueringen.de
Das frische Design der Webseite thueringen.de

Wetter, Staus, Veranstaltungen – der neue Auftritt soll einen starken Servicecharakter haben. Verlieren Sie dabei das eigentliche Ziel – für Thüringen zu werben – nicht aus den Augen?

Gerade eben nicht! Heutige Internetnutzer erwarten nicht nur statische Informationen auf einer Seite sondern auch praktische Tipps, Kontakte und Service. Im Rahmen dessen, was wir durch Kooperationen beispielsweise mit der Thüringer Tourismus-GmbH mit thueringen.de leisten können, werden wir also serviceorientiert sein.  Wir bieten künftig einen bessere Online-Service für Bürger, einen Thüringen-Ticker, Veranstaltungstipps, Verkehrsinformationen, oder auch das Thüringenwetter für Touristen und Gäste, nur um mal einige Angebote zu nennen. Ich meine, das ist wirklich eine gute Werbung für Thüringen.

Thüringen hat ein Imageproblem – wird die weite Welt durch den neuen Auftritt ein ganz anderes Bild von unserem Bundesland bekommen?

Das Problem Thüringens besteht vor allem darin, dass Thüringen nicht bekannt genug ist. Zudem ordnen national sowie international viele Menschen die großen Namen unserer Historie oder unsere wunderschönen Städte, wie beispielsweise Weimar, gar nicht oder zu wenig dem Freistaat zu. thueringen.de soll helfen, die schönsten Seiten unseres Landes schneller zu finden, besser zu zeigen und bekannter zu machen. Dabei werden wir künftig auch auf Social Media setzen.

Staatssekretär Peter Zimmermann
Staatssekretär Peter Zimmermann

Werden alle Minister zu Facebook-Nutzern?

Das hängt vom jeweiligen Minister ab, einige Thüringer Kabinettmitglieder sind heute schon bei Facebook präsent.

Wird thueringen.de auch in anderen Sprachen und vor allem auch barrierefrei, also mit Zusatzfunktionen für Sehbehinderte  und auch mit einem Sprachmodus zur Verfügung stehen?

Unser Ziel ist eine weitgehend barrierefreie Seite, die teilweise in mehreren Sprachen angeboten wird. Wir starten mit einigen Themenbereichen in Englisch und bauen das sukzessive aus.

Thüringen war einst das grüne Herz Deutschlands und damit stand für lange Zeit auch die Farbe für Publikationen und Internetauftritte fest – warum haben Sie sich für „Blau“ entschieden?

Die Farbe "blau" ist interthematisch einsetzbar, auffallend und gut wiedererkennbar. Unser Land tritt in Zukunft mit einem einheitlichen Design auf, was mit allen bisherigen Farben nicht so war. Die neue Markenstrategie hat die Touristiker, die Wirtschaftsförderer und die Landesregierung gleichermaßen überzeugt. Und auch die neue Marke bietet viel Platz für "grün", in Fotos, Grafiken und Kreativbereichen.