07.01.2013 08:41 Uhr

Deutschland gedenkt der Opfer rechtsextremer Gewalt

Eisenach: Zahlreiche Thüringerinnen und Thüringer protestieren in Eisenach gegen Rechtsextremismus. Foto: Mobit
Eisenach: Zahlreiche Thüringerinnen und Thüringer protestieren in Eisenach gegen Rechtsextremismus. Foto: Mobit

Mit einer Schweigeminute gedachten die Menschen im Freistaat der Opfer rechtsextremer Gewalt. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht nahm an der zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin teil.

Anlässlich der Gedenkveranstaltung sagte die Ministerpräsidentin: "die Gedenkfeier ist auch ein Bekenntnis zu einem Deutschland, in dem alle ohne Angst verschieden sein können und in dem Respekt, Vielfalt und Weltoffenheit lebendig sind." Die Abgeordneten des Thüringer Landtags gedachten um 12.00 Uhr mit einer Schweigeminute der Opfer der rechtsextremen Mordserie. Gewerkschaften und Arbeitgeber hatten ebenfalls dazu aufgerufen, die Arbeit in den Betrieben um 12.00 Uhr für eine Minute zum Gedenken ruhen zu lassen.

Zehntausende nahmen in Jena am Rockkonzert gegen Rechts teil und stehen für ein weltoffenes und tolerantes Thüringen. Foto: Peter Michaelis
Zehntausende nahmen in Jena am Rockkonzert gegen Rechts teil und stehen für ein weltoffenes und tolerantes Thüringen. Foto: Peter Michaelis

Weiter erklärte Ministerpräsidentin Lieberknecht: „Für mich ist die Teilnahme Ausdruck meiner persönlichen Erschütterung über die bekannt gewordenen rechtsterroristischen Ereignisse. Zugleich will ich damit den Opfern bzw. den Hinterbliebenen meine tief empfundene Anteilnahme ausdrücken. Diese Gedenkfeier mahnt alle Demokraten, mutig Zeichen zu setzen und niemals nachzulassen im Kampf um den Schutz von Menschenwürde und Demokratie. Diese Gedenkfeier ist zudem ein Bekenntnis zu einem Deutschland, in dem alle ohne Angst verschieden sein können und in dem Freiheit und Respekt, Vielfalt und Weltoffenheit lebendig sind. Auf Bundesebene wie auch speziell hier in Thüringen werden wir mit aller Entschiedenheit die politisch-gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Rechtsextremisten und ihren Verbündeten vertieft fortsetzen und, sobald die Ergebnisse der Schäfer-Kommission vorliegen, die unabdingbaren Konsequenzen für die Arbeit der Sicherheitsbehörden ziehen.“

Weimar: Die Kulturbürger der Klassikerstadt Weimar stehen für Tolreanz, Weltoffenheit und bunte Vielfalt gegen braune Einfalt. Foto: Mobit
Weimar: Die Kulturbürger der Klassikerstadt Weimar stehen für Tolreanz, Weltoffenheit und bunte Vielfalt gegen braune Einfalt. Foto: Mobit

Nach Worten von Innenminister Jörg Geibert, der ebenfalls an der Gedenkveranstaltung in Berlin teilnimmt, darf hinter der Aufklärung der Vorgänge um die rechtsextreme Zwickauer Terrorzelle auch das Gedenken an die Opfer nicht zurückstehen. „Diese Mordserie ist in der Geschichte der Bundesrepublik ohne Beispiel. Wir alle sind erschüttert und beschämt, daß die Täter über so lange Zeit unentdeckt geblieben sind, dass sie Unterstützer und Sympathisanten fanden“, erklärte Geibert und fügte hinzu: „Hass und Gewalt haben in dieser Gesellschaft keinen Platz. Dafür stehen wir alle gemeinsam ein.“