20 Jahre moderne Textilforschung in Greiz
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- Das Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland e.V. (TITV Greiz) ist eine international anerkannte wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung, die auf dem Gebiet der Spezialtextilien, insbesondere der Smart Textiles, sowohl Grundlagen- als auch anwendungsorientierte Forschung durchführt.
„Das Greizer Tuchmacher-Handwerk hat über fünf Jahrhunderte ihre ganz eigene spezielle handwerkliche Kultur ausgebildet.“ Das sagte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht heute in Greiz anlässlich eines Festaktes zum 20jährigen Bestehen des Textilforschungsinstituts Thüringen-Vogtland.
Nach den Worten der Ministerpräsidentin zeichnet die Greizer Tuchmacher seit Generationen vor allem die gelungene Symbiose von Tradition und Innovation aus. Deshalb erfreuen sich Greizer Textilien zu allen Zeiten großer Beliebtheit bei den Kunden weltweit, so Lieberknecht.
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- Beeindruckt zeigte sich Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht von den 70 Patentanmeldungen des Textilforschungs-Instituts. Foto: Christian Freund
Nach den großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüchen am Beginn der 90er Jahre setzte die Geschäftsführung auf die am Ort vorhandenen Potenziale – auf die Greizer Traditionen und auf das vorhandene ingenieurtechnische Know-how. Im Jahr 1992 wurde das traditionelle Handwerk um einen hoch-innovativen Industriezweig – die Textil-Forschung – erweitert. Mittlerweile sind 62 Mitarbeiter unter anderem als Chemiker, Physiker, Textilingenieure, Mediziner und Elektrotechniker am Institut beschäftigt. Mehr als 30 Projekte werden pro Jahr realisiert und ein Umsatz von rund vier Millionen Euro erwirtschaftet. Zu den Projektpartnern gehören Firmen aus Korea, Taiwan, Niederlande, Österreich, Frankreich und Deutschland.
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- Zu den Forschungsschwerpunkten am TITV gehören Textile Mikrosystemtechnik/Smart Textiles, Oberflächenfunktionalisierung und Flexible Materialien. In diesen Bereichen werden produkt- und technologieorientierte Textilinnovationen auf den Gebieten Elektronik, Mikrosystemtechnik, Medizin, Fahrzeugbau, Sport und Wellness sowie Schutz und Sicherheitstechnik entwickelt.
Angesichts dieser Erfolgsgeschichte sagte der Vorstandsvorsitzende des Textilforschungsinstituts Thüringen-Vogtland Andreas Bräuer :„Die klein- und mittelständische Industrie ist auf wissenschaftliche sowie wirtschaftsnahe Forschung angewiesen, um neue Produkte zu entwickeln und unsere industriellen Standorte in der Region, in Deutschland und Europa immer wieder neu im globalen Wettbewerb zu sichern. Wir sehen uns als Vorreiter auf dem Gebiet der Smart Textiles, die noch viele hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten bereithalten werden.“
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- Am TITV wird an Hightech-Lösungen gearbeitet, bei denen neben den flexiblen Materialien die klassische Textiltechnologie Basis für die Entwicklung neuer Werkstoffe bildet.
Der Geschäftsführende Direktor Dr. Uwe Möhring sagte: „Textilien sind in den letzen 20 Jahren smart geworden. Sie wurden als interessanter Werkstoff für technische Anwendungen neu entdeckt und so sind sie z. B. als Funktionswerkstoffe im Auto, im Flugzeug und Windrädern oder Medizinprodukten zu finden. Ich bin mir sicher, dass durch unsere interdisziplinäre Arbeit Textilien in der Zukunft noch an vielen heute unvorstellbaren Stellen zum Einsatz kommen.“
Die Fotos wurden thueringen.de freundlicherweise vom Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland zur Verfügung gestellt.