07.01.2013 08:45 Uhr

Lieberknecht: Integration geht alle an – Integration ist eine Chance

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht nahm am 31. Januar im Kanzleramt am 5. Integrationsgipfel teil. Foto: dapd
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht nahm am 31. Januar im Kanzleramt am 5. Integrationsgipfel teil. Foto: dapd

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht sieht in der Integration von ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern eine große Chance für die Internationalisierung Deutschlands. Auf dem 5. Integrationsgipfel, an dem die Thüringer Regierungschefin im Kanzleramt teilnahm, standen Themen wie Sprachförderung von Zuwanderern sowie Migranten im öffentlichen Dienst und in Medien auf der Tagesordnung.

Nach den Worten der Ministerpräsidentin ist die Integration auch eine Chance für die Internationalisierung der deutschen Länder. „Menschen mit Migrationshintergrund sind Brücken in andere Kulturen, andere Länder, andere Religionen, andere Märkte, andere Unternehmen – auch das ist für Deutschland in einer globalisierten Welt unverzichtbar“, erklärte die Thüringer Regierungschefin.

Lieberknecht informierte auch darüber, dass während der Gespräche das schmerzhafte, ja schockierende Wahrnehmen dessen, was über mehr als ein Jahrzehnt in Deutschland geschehen konnte, nämlich die rechtsterroristischen Morde an neun Menschen mit Migrationshintergrund und einer deutschen Polizistin, thematisiert wurde.

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weg zur Pressekonferenz nach dem 5. Integrationsgipfel. Foto: dapd
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weg zur Pressekonferenz nach dem 5. Integrationsgipfel. Foto: dapd

„Das schockiert uns sehr“, sagte Lieberknecht weiter, „mahnt aber um so mehr, im gesellschaftlichen Zusammenleben miteinander noch mehr Leidenschaft an den Tag zu legen, noch genauer hinzusehen, noch mehr Anteil zu nehmen am Leben der anderen, und zwar durch eine wirkliche Offenheit, durch eine wirkliche Toleranz und eine echte Willkommenskultur, die durch jeden Einzelnen in unsere Gesellschaft stattfinden muss.

Nach Lieberknechts Worten fand der Gipfel in einer sehr konstruktiven und kreativen Atmosphäre statt und brachte wirklich gute Fortschritte. Als wichtige Bereiche nannte Lieberknecht „Pflege und Gesundheit“, dies betreffe sowohl ältere Menschen als auch den frühkindlichen Bereich. Eine große Herausforderung sei die Bildungsfrage, der sich die Länder mit aller Kraft stellen. Die Ministerpräsidentin unterlegte ihre Ausführungen mit Zahlen: von 13,1 Millionen Kindern in Deutschland haben vier Millionen (ca. 31 Prozent) einen Migrationshintergrund; von den 0 bis fünfjährigen sind 35 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund, davon wiederum 17 Prozent, wo in den Familien nicht deutsch gesprochen wird. Diese Zahlen stellen den öffentlichen Bereich vor große Herausforderungen im Bildungsbereich. Die Ministerpräsidentin verwies aber auch darauf, dass Mehrsprachigkeit eine wichtige Aufgabe für die deutsche Gesellschaft sei.

Lieberknecht abschließend: „Die eigentliche Integrationsarbeit findet im Alltag statt, in unseren Städten und Gemeinden, im gesellschaftlichen Leben, in der Bildung, am Arbeitsplatz, da wo Menschen miteinander leben.“