Gedenken an die Opfer rechter Gewalt – Bekenntnis für Demokratie und Menschenwürde
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- Mitglieder der Thüringer Landesregierung (Europaministerin Marion Walsmann, Innenminister Jörg Geibert, Wirtschaftsminister Matthias Machnig und Bildungsminister Christoph Matschie v.r.n.l.) bei der Gedenkveranstaltung für die zehn Opfer rechtsextremer Gewalt am 28. November in Erfurt.
Im Hirschgarten haben Erfurter Bürgerinnen und Bürger an die zehn Opfer der rechtsterroristischen Gewalt gedacht. Im stillen Gedenken zeigte sie Gesicht gegen rechten Terror und bekannten sich damit für Demokratie und Menschenwürde. In Eisenach erinnerten aufrechte Demokraten mit einer Lichterkette an die zehn Ermordeten. Am kommenden Freitag (2. Dezember) wird es in Jena ein Rock-Konzert gegen Rechts geben.
An der Gedenkveranstaltung im Erfurter Hirschgarten unter dem Motto: „Gedenken verlangt Denken“ nahm auch Thüringens Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chefin der Staatskanzlei, Marion Walsmann, teil. Im Vorfeld sagte die Ministerin: „Für mich ist die Teilnahme Ausdruck meiner persönlichen Erschütterung über die bekannt gewordenen rechtsterroristischen Ereignisse.“ Mit ihrer Teilnahme will die Ministerin dokumentieren: Rechtsextreme, Rassisten und verfassungsfeindliche Parteien haben in unserem demokratischen Deutschland keinen Platz!
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- Europaministerin Marion Walsmann im Gespräch mit Bildungsminister Christoph Matschie vor der Gedenkveranstaltung am 28. November in Erfurt.
In ihrer Regierungserklärung „Rechtsterrorismus entschieden bekämpfen – NPD verbieten – Offene Fragen umfassend und transparent klären“ vom 16. November zeigte sich Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht „im tiefsten Maße erschüttert“ über die rechtsextremen Terrorakte. „Mein ganzes Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen der Mordopfer. Ich bekunde meine Solidarität mit allen unseren ausländischen Mitbürgern. Die Tatsache, dass die Verantwortlichen für diese brutalen Gewaltverbrechen aus Thüringen, aus Jena, aus unserer Gesellschaft stammen, muss uns mit tiefer Scham erfüllen. Deutschland ist ein gastfreundliches, ein weltoffenes Land, das von seiner internationalen Einbindung lebt. Dies gilt auch für Thüringen. Die Aufgeschlossenheit für Neues, die Bereitschaft sich mit Neuem zu beschäftigen, die Weltoffenheit und der Respekt vor den Mitmenschen sind Triebfedern unserer Geschichte. Der Freistaat ist geprägt von seiner kulturellen, historischen und wirtschaftlichen Vielfalt“ sagte Lieberknecht.
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- Erfurter Bürgerinnen und Bürger erinnerten auf einer Gedenkveranstaltung am 28. November unter dem Motto: „Gedenken verlangt Denken“ an die zehn Opfer rechtsextremistischer Gewalt.
Thüringens Justizminister Holger Poppenhäger erklärte: „Die beispiellose Mordserie der Neonazis nahm in Thüringen ihren Anfang und ihr Ende. Wir im Land müssen in jedem Fall dafür Sorge tragen, dass die Hintergründe und das Umfeld der Verbrechen mit aller Konsequenz aufgeklärt werden. Das sind wir nicht nur den Opfern, ihren Familien und Freunden schuldig, sondern unserer eigenen Selbstachtung.“
Zu der Gedenkveranstaltung im Erfurter Hirschgarten vor der Thüringer Staatskanzlei hatte ein breites Bürgerbündnis aufgerufen. Neben Bürgerinnen und Bürgern nahmen auch Politiker, Gewerkschafter und Vertreter von Kirchen und Glaubensgemeinschaften an der Gedenkveranstaltung teil.
Am kommenden Freitag (2. Dezember) werden in der Jenaer Oberaue Udo Lindenberg, Peter Maffay, Silly, Jule Nigel und andere Künstler mit einem vierstündigen Konzert ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen.