Lieberknecht: Wir brauchen eine Renaissance des Weimarer Dreiecks
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- Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht begrüßte zum Festakt im Deutschen Nationaltheater anlässlich des 20jährigen Bestehens des Weimarer Dreiecks die Mitbegründer Roland Dumas (1.v.l.),und Hans-Dietrich Genscher (2.v.r.) sowie als Ehrengast den ehemaligen polnischen Ministerpräsidenten Tadeusz Mazowiecki. Foto: Maik Schuck
Auf einem Festakt im Deutschen Nationaltheater Weimar anlässlich des 20jährigen Bestehens des Weimarer Dreiecks forderte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht eine Erneuerung des Weimarer Dreiecks. Nach den Worten der Ministerpräsidentin soll das Weimarer Dreieck 20 Jahre nach seiner Gründung vor allem auf regionaler Ebene mit Leben erfüllt werden. "Ein bürgernahes Europa ist die Vision, die Wirklichkeit werden muss", erklärte Lieberknecht.
Auf dem Festakt zum 20. Jahrestag des Weimarer Dreiecks im Deutschen Nationaltheater Weimar sagte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht: "Die Botschaft des heutigen Tages lautet: Wir brauchen gerade in einer Zeit, in der hart um die Zukunft Europas gerungen wird, mehr denn je eine Renaissance, eine Erneuerung des Weimarer Dreiecks. Wenn wir heute 20 Jahre Weimarer Dreieck feiern, dann sollten wir nicht nur Bilanz ziehen, sondern vor allem Zukunftsperspektiven aufzeigen. Bringen wir in diesen trilateralen Zusammenschluss neuen Schwung! Erfüllen wir das Weimarer Dreieck auf regionaler Ebene, auf der Ebene der Zivilgesellschaft, der Menschen in den Partnerregionen mit Leben! Entwickeln wir dieses Freundschaftsbündnis zum 'Weimarer Dreieck von unten', zum 'Dreieck der Regionen' weiter.
Die europäische Einigung wird nur gelingen, wenn Europa fest in der Bevölkerung verankert ist. Wir brauchen im Zeitalter der Globalisierung mehr denn je den Austausch der Regionen, wir brauchen mehr Begegnung, mehr Mobilität der Menschen. Das heutige Europa mit seinen Großstrukturen ist für die meisten Bürger zu weit weg, zu bürokratisch, zu technokratisch, zu wirklichkeitsfremd. Mehr Transparenz, mehr Bürgernähe, kurzum ein bürgernahes Europa, das ist die Vision, die Wirklichkeit werden muss. Das Europa von morgen kann nur das Europa der Menschen, das Europa der Bürger sein."
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- Außenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher im Gespräch mit der ehemaligen Präsidentin des Deutschen Bundestages Rita Süßmuth. Als Mitbegründer des Weimarer Dreiecks wurde Genscher als Ehrenmitglied in den Verein "Weimarer Dreieck e.V." aufgenommen. Foto: Maik Schuck
An dem Festakt nahmen mit dem ehemaligen französischen Außenminister Roland Dumas und Hans-Dietrich Genscher, seinem damaligen deutschen Amtskollegen, die Gründungsväter des Weimarer Dreiecks teil. Als Ehrengast war der frühere polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki eingeladen. Genscher sprach mit Blick auf die gegenwärtige Situation auf dem Kontinent von einer „Schicksalsstunde Europas“ und mahnte zu einer Zusammenarbeit in allen Bereichen. Nach seinen Worten können Problemlösungen nur durch „mehr Europa“ erreicht werden. Roland Dumas will die Jugendlichen Europas mehr in das Weimarer Dreieck einbinden und den Jugendaustausch voranbringen. Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, sprach in ihrem Impulsreferat vom „Weimarer Geist“ und will die Klassikerstadt zu einem Ort für große europäische Jugendbegegnungen machen. So wird der „Weimarer Funke“ auf die Jugend Europas überspringen.
Am Vormittag bezog der Chefredakteur der Thüringischen Landeszeitung Hans Hoffmeister Am Graben sein neues Domizil als Honorarkonsul der Republik Polen in Thüringen. Am Jubiläumstag des Weimarer Dreiecks (29. August) eröffnete der polnische Botschafter Marek Prawda im Beisein von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und rund 150 Gästen das neue Honorarkonsulat in der Weimarer Innenstadt. "Eine gute Entscheidung für Thüringen und unsere Beziehungen zu Polen", sagte die Regierungschefin anlässlich der Ernennung Hoffmeisters zum Honorarkonsul. Am Nachmittag wurde Hans-Dietrich Genscher, der Mitbegründer des Weimarer Dreiecks, während einer Feierstunde im Festsaal des Weimarer Rathauses als Ehrenmitglied in den Verein „Weimarer Dreieck e.V.“ aufgenommen.
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- Thüringens Europaministerin Marion Walsmann auf dem Weimarer Theaterplatz im Gespräch mit den Gründungsvätern des Weimarer Dreiecks Roland Dumas (2.v.l.) und Hans-Dietrich genscher (3.v.l.).
Thüringens Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chefin der Staatskanzlei, Marion Walsmann, sieht in den Veranstaltungen anlässlich des Jubiläums eine große Chance der trilateralen Zusammenarbeit zwischen Frankreich, Polen und Deutschland neue Impulse zu geben. „Unser Ziel ist es, das Weimarer Dreieck stärker zivilgesellschaftlich mit Leben zu füllen. 20 Jahre nach seiner Gründung soll das Dreieck ein Forum der Bürgerinnen und Bürger werden. Es geht darum, den anderen zu verstehen, mehr über ihn zu erfahren und Freundschaften zu entwickeln“, sagte die Ministerin.
Nach den Worten der Ministerin sollen die Regionen Frankreichs, Polens und Deutschlands künftig stärker zusammenarbeiten. Dabei soll das Weimarer Dreieck Ausgangspunkt und Motivator für eine rege Kooperation von Vereinen, Unternehmen, Schulen und Universitäten sein.
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- Der Preis wurde entgegengenommen von Prof. Dr.h.c. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, Laurence Auer, Generalsekretärin, Institut français, Paris und Paweł Potoroczyn, Direktor, Adam-Mickiewicz-Institut, Warschau.
Im Rahmen des Festaktes zum 20. Jahrestag der Gründung des Weimarer Dreiecks im Deutschen Nationaltheater Weimar erfolgte die Verleihung des Adam-Mickiewicz-Preises für deutsch-französisch-polnische Zusammenarbeit an die Vertreter des Goethe-Instituts, München, des Institut Français, Paris, und des Adam-Mickiewicz-Instituts, Warschau. Die Preisverleihung erfolgt durch den Oberbürgermeister der Stadt Weimar, Stefan Wolf, und durch den Präsidenten des Komitees zur Förderung der deutschfranzösisch- polnischen Zusammenarbeit e.V., Klaus-Heinrich Standke.
Der Preis wurde entgegengenommen von:
- Prof. Dr.h.c. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts
- Laurence Auer, Generalsekretärin, Institut français, Paris
- Paweł Potoroczyn, Direktor, Adam-Mickiewicz-Institut, Warschau
Im Jubiläumsjahr finden in Weimar zahlreiche Veranstaltungen mit deutsch-französischen-polnischen Schwerpunkten statt, zum Beispiele das Kunstfest Weimar, das Festival di Colores, den Studentenaustausch oder die trilaterale Lehrerfortbildung. Zu dem Jubiläum wurden auch deutsche und französische Mitglieder der deutsch-französische Freundschaftsgruppe des Bundesrates geladen und polnischen Senatoren. Außerdem werden Vertreter der beiden Thüringer Partnerregionen Picardie und Kleinpolen unter den Gästen sein. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht wird aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Weimarer Dreiecks am 29. August einen Empfang in Weimar geben.
Impressionen des 20jährigen Bestehens des Weimarer Dreiecks