07.01.2013 08:44 Uhr

Lieberknecht: Papstbesuch ist ein überwältigendes Ereignis

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht verabschiedete den Papst nach der Eucharistiefeier auf dem Erfurter Domplatz (Foto: Maik Schuck)
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht verabschiedete den Papst nach der Eucharistiefeier auf dem Erfurter Domplatz (Foto: Maik Schuck)

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht verabschiedte am Samstagmittag Papst Benedikt XVI. auf dem Erfurter Flughafen. Der Heilige Vater hatte am 23. und 24. September den Freistaat Thüringen besucht. Die Thüringer Regierungschefin bezeichnete den Besuch des Papstes als ein überwältigendes Ereignis.

 

Am Vormittag hatten auf dem Erfurter Domplatz 28.000 Gläubige gemeinsam mit dem Papst die Heilige Messe gefeiert.

 

Der Erfurter Domplatz während der heiligen Kommunion (Foto: Maik Schuck)
Der Erfurter Domplatz während der heiligen Kommunion (Foto: Maik Schuck)

Papst Benedikt XVI. war am Freitagvormittag auf dem Flughafen Erfurt-Weimar gelandet. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht begrüßte den Heiligen Vater auf dem Rollfeld und traf mit ihm zu einem Vieraugengespräch zusammen. Dabei kam es zu einem regen Gedanken- und Ideenaustausch. Die Regierungschefin überreichte dem Papst ein Bild des Erfurter Malers Jost Heyder. Das Motiv stellt den Erfurter Dom und die Severikirche dar. Im Anschluss an das Vieraugengespräch übergab die Ministerpräsidentin Benedikt XVI. ihre Diplomarbeit. Lieberknecht hatte diese im Januar 1982 unter dem Titel: „Der dogmatische Gehalt von CA 4 und seine Bedeutung für das ökumenische Gespräch zwischen evangelisch-lutherischer und römisch-katholischer Kirche“ im Fachbereich „Ökumenische Theologie“ an der Friedrich- Schiller-Universität Jena eingereicht.

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht im Vieraugengespräch mit Papst Benedikt XVI. (Foto: Christian Fischer)
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht im Vieraugengespräch mit Papst Benedikt XVI. (Foto: Christian Fischer)

Nach dem Vieraugengespräch mit Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht begab sich der Heilige Vater in den Erfurter Dom. Nach dem Eintreffen Benedikt XVI. im Erfurter Dom begrüßte Dompropst Weihbischof Dr. Reinhard Hauke den Heiligen Vater. Nach einem stillen Gebet führte der Erfurter Bischof Dr. Wanke den Papst durch den Dom und machte den Heiligen Vater mit dessen Sehenswürdigkeiten vertraut. Im Anschluss an die Domführung trug sich der Heilige Vater in das Goldene Buch des Freistaates Thüringen und der Landeshauptstadt Erfurt ein. Anschließend besichtigte Benedikt XVI. das Grab von Bischof Aufderbeck im Innenhof des Kreuzganges.

Zum Gruppenfoto nach dem ökumenische Wortgottesdienst im Augustinerkloster trafen sich Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, Papst Benedikt XVI., Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, und Bundespräsident Christian Wulff (v.r.n.l.). Foto: Christian Fischer
Zum Gruppenfoto nach dem ökumenische Wortgottesdienst im Augustinerkloster trafen sich Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, Papst Benedikt XVI., Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, und Bundespräsident Christian Wulff (v.r.n.l.). Foto: Christian Fischer

Im Erfurter Augustinerkloster traf der Heilige Vater am frühen Nachmittag ein. Wo einst Martin Luther als Mönch wirkte, kam es zu einer mit Spannung erwarteten Begegnung Benedikt XVI. mit Spitzenvertretern der evangelischen Kirche in Deutschland. „Die Begegnung hat eine hohe Symbolkraft und ist ein Zeichen für die Dialogbereitschaft zwischen den Konfessionen“, sagte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht im Vorfeld dieser Begegnung. Nach diesem Gespräch fand im Beisein des Papstes, des Bundespräsidenten, der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidentin ein ökumenischer Wortgottesdienst in der Klosterkirche statt. Ministerpräsidentin Lieberknecht bezeichnete den ökumenischen Wortgottesdienst im Erfurter Augustinerkloster als ein Fest des Glaubens und der gemeinsamen Freude. Er sei ein wichtiges Zeichen, dass Christen aus dem Glauben heraus in der Welt ein Zeichen setzen, in der Freude, für andere tätig zu sein.

Marianische Vesper im eichsfeldischen Etzelsbach (Foto: Marcus Scheidel)
Marianische Vesper im eichsfeldischen Etzelsbach (Foto: Marcus Scheidel)

Zum Abschluss seines ersten Besuchstages in Thüringen zelebrierte Papst Benedikt XVI. im eichsfeldischen Etzelsbach eine Marianische Vesper. Mit dieser Station seiner Reise würdigte der Heilige Vater das Bekenntnis der Eichsfelder zur katholischen Kirche in der Zeit der Teilung des deutschen Vaterlandes.

Der Papstbesuch in Thüringen stieß auf ein überwältigendes Medieninteresse. Zur Berichterstattung über den Besuch des Heiligen Vaters in Thüringen hatten sich 1.200 Journalisten akkreditiert.