Bioenergie in Thüringen
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- Biogasanlage in Schkölen (Foto: Bioenergieregion Jena-Saale-Holzland)
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- Biomasseheizkraftwerk in Schkölen (Foto: BIOBETH)
In Thüringen gibt es zurzeit:
- etwa 180 Biogasanlagen mit 83 MW installierter elektrischer Leistung
- die Errichtung von BGA erfolgte und erfolgt in TH vorrangig standortangepasst, d. h. über 90 % der Anlagen befinden sich in landwirtschaftlichen Betrieben
- damit werden bereits mehr als 42 % der anfallenden flüssigen Wirtschaftsdünger (Rindergülle 47 %, Schweinegülle 31 %) in den Anlagen vergoren, allerdings bestehen hier noch große regionale Unterschiede
- zum Vergleich: die Nutzung flüssiger Wirtschaftsdünger erfolgt im Bundesdurchschnitt nur zu ca. 12 %
- neben Wirtschaftsdüngern kommen in den BGA Futter- und Energiepflanzen, vor allem Mais und Getreide, aber auch ursprünglich als Futter geplante, aber nicht benötigte Aufwüchse vom Grünland zum Einsatz
- hierfür werden etwa 30 000 ha Landwirtschaftliche Fläche beansprucht (LF in TH beträgt ca. 790.000 ha)
- die strukturellen Probleme einiger Regionen in Deutschland mit ausuferndem Maisanbau und einer hohen Dichte von Biogasanlagen haben wir deshalb in Thüringen nicht.
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- Heizhaus in Oberhof (Foto: TMBLV)
Darüber hinaus verfügt Thüringen über:
- 12 Heizkraftwerke mit 560 MW thermischer und 124 MW elektrischer Leistung
- 20 Heizwerke > 1 MW auf der Basis von Holz mit 140 MW thermischer Leistung
- 1 Heizwerk > 1 MW auf der Basis von Stroh mit 1,7 MW thermischer Leistung
- etwa 100 Heizwerke im Leistungsbereich 100 kW (thermisch) bis 1 MW (thermisch)
- etwa 8.800 Heizanlagen < 100 kW (thermisch)
Thüringen besitzt das Potenzial, um auf bis zu 30 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Energiepflanzen anzubauen. Die größten Reserven zum weiteren Ausbau der Bioenergie liegen bei den Reststoffen Stroh, Gülle und Stallmist sowie im Anbau von Energiepflanzen. Unser Waldholzpotenzial wird bereits zu großen Teilen genutzt. Große Reserven bestehen bei der Nutzung von schnell wachsenden Baumarten im Kurzumtrieb.