Antrittsbesuch des britischen Botschafters
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- Der Botschafter des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland, Simon McDonald bei seinem Antrittsbesuch bei Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht.
Am 29. März 2011 hat der Botschafter des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland, Simon McDonald, Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht seinen Antrittsbesuch abgestattet. Der Botschafter ist seit Oktober 2010 in Amt.
Ein Thema des Gespräches zwischen der Ministerpräsidentin und dem Botschafter waren die Folgen des Tsunami und die Atomkatastrophe in Japan sowie die Atomdebatte in Deutschland. Ferner kamen die Beziehungen zwischen Thüringen und Großbritannien zur Sprache.
Botschafter Simon McDonald, geb. 1961, trat mit 21 Jahren in den Auswärtigen Dienst ein. Bereits von 1988-1990 war er an der britischen Botschaft in Bonn, intensiver hat er sich jedoch mit dem Nahen und Mittleren Osten befasst (2 Jahre Sprachenschule Arabisch, 2 mal Einsatz an der britischen Botschaft in Saudi-Arabien, Botschafter in Israel von 2003 – 2006).
Bevor er 2010 nach Berlin wechselte war er Leiter der Abteilung Außen- und Sicherheitspolitik in der Kabinettskanzlei des Premierministers. Simon McDonald ist als Commander of the Order of St. Michael and St. George Träger einer der höchsten Auszeichnungen, die britischen Diplomaten verliehen wird. Simon McDonald ist verheiratet und Vater von 4 Kindern, das älteste wurde in Bonn geboren.
Beziehungen Thüringen- Großbritannien
Die Beziehungen des Freistaates Thüringen zu Großbritannien wurden in den 90er Jahren bis ca. 2002 vor allem von den Kontakten zur Partnerregion Essex geprägt, die jedoch seit geraumer Zeit, trotz mehrfacher Versuche von Thüringer Seite, brachliegen. Ursächlich ist mangelndes Interesse auf Seiten von Essex und der Verlust des Status’ einer eigenständigen Region (verursacht durch Schaffung größerer Verwaltungseinheiten in GB).
Ein Höhepunkt in den Beziehungen Thüringens zu Großbritannien war der Empfang des Thüringer Ministerpräsidenten aus Anlass des Tags der deutschen Einheit an der deutschen Botschaft in London am 02.10.2002 sowie die parallel durchgeführte Thüringen-Präsentation, bei der sich Thüringen erfolgreich als Standort für die Branchen Automobilindustrie und Optoelektronik präsentiert hat.
Thüringen und das britische Königshaus
Die Verbindungen des Königshauses zu Deutschland reichen zurück bis ins frühe 18. Jahrhundert. Alle Könige und Königinnen des Hauses Hannover waren mit deutschen Ehepartnern verheiratet. Königin Victoria, die letzte Monarchin aus dem Hause Hannover und Urgroßmutter der heutigen Königin Elizabeth II., heiratete Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha.
Anlässlich des 275. Hochzeitstages von Frederick Prince of Wales mit Prinzessin Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg sowie des 375. Hochzeitstages von Ernst von Sachsen-Gotha, genannt Ernst der Fromme, und Sophie Prinzessin von Sachsen-Altenburg wurde das Jahr 2011 in Gotha zum Deutsch-Englischen Jahr ernannt. Königin Elizabeth II. hat zugestimmt die Schirmherrschaft zu übernehmen. Die offizielle Eröffnung findet am 17. April 2011 statt. Zu diesem Festakt wurde auch der Britische Botschafter in Deutschland eingeladen. Gleichzeitig wird die Ausstellungen „Die Königshäuser Europas – von Gotha geadelt“ eröffnet.
Wissenschaft/ Bildung
Zwischen den Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen Thüringens und Großbritanniens bestehen über 180 Partnerschaften und andere Kontakte. Die Mehrzahl der Kontakte basiert auf der gemeinsamen Teilnahme an EU-Förderungsprogrammen (z.B. SOKRATES). Die meisten Maßnahmen führt erwartungsgemäß die FSU Jena durch.
Von insgesamt 1163 internationalen Hochschulvereinbarungen bestehen 86 Kooperationsvereinbarungen und 64 ERASMUS-Vereinbarungen zu Großbritannien. Von insgesamt 4113 ausländischen Studierenden an Thüringer Hochschulen kommen 29 aus Großbritannien.
Über 120 Schulen sind derzeit an einer Schulpartnerschaft mit einer Schule in Großbritannien interessiert. 26 Thüringer Schulen pflegen aktive Kontakte zu Schulen in Großbritannien. Dieses große Interesse liegt darin begründet, dass Englisch als 1. Fremdsprache in Thüringen unterrichtet und in allen Schulformen angeboten wird. Leider ist die Vermittlung von Schulpartnerschaften sehr schwierig, da das Interesse an einer Partnerschaft mit einer deutschen Schule auf britischer Seit nur sehr gering ist. Das TKM bemüht sich, über die anlässlich des Staatsbesuches von Königin Elizabeth im November 2004 ins Leben gerufene „UK-German Connection“ die Partnerschaften auszubauen.
Wirtschaft
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Thüringen und Großbritannien haben sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Bei den Thüringer Exporten liegt Großbritannien auf dem 1. Rang, bei den Einfuhren bereits auf Rang 3.
Zu den Hauptausfuhrgütern gehören PKW, Fahrzeugteile, Waren aus Kunststoffen, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie Eisen-, Blech- und Metallwaren. Haupteinfuhrgüter sind Luftfahrzeuge, chemische Vorerzeugnisse, Enderzeugnisse, Büro- und Datenverarbeitungsmaschinen und sonstige Maschinen.