Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Sonneberg
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- Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht erinnert anlässlich des Volkstrauertages an die Millionen Toten der beiden Weltkriege, an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und an die Opfer von Mauer und Stacheldraht.
„Wir erinnern heute an all die Söhne und Töchter, die Männer, Frauen und Kinder aller Völker, die ihr Leben im Krieg verloren haben. Wir gedenken der zahllosen Opfer der beiden Weltkriege, der Opfer von Gewaltherrschaft und SED-Unrecht, der Opfer von Mauer und Stacheldraht.“ Das sagte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht am heutigen Volkstrauertag auf der Gedenkveranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Sonneberg.
Lieberknecht erinnerte daran, dass vor 65 Jahren die Häftlinge in den Konzentrationslagern befreit wurden und dass am 8. Mai 1945 ein verbrecherischer Eroberungs- und Vernichtungskrieg, der von deutschem Boden ausging und nach Deutschland zurückkehrte, mit der bedingungslosen Kapitulation endete. „Die Alliierten befreiten Europa von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die Westmächte unterstützten nach dem Krieg den Aufbau eines demokratischen Rechtsstaates in der Bundesrepublik. Dafür sind wir ihnen dankbar.“
Die Regierungschefin gedachte der Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns. Sie verwies auf das Schicksal der Männer und Frauen, die in Konzentrationslagern, Zuchthäusern und Hinrichtungsstätten der Barbarei und der Willkür ausgeliefert waren: „Ihr Schicksal verpflichtet uns heute, Zeichen zu setzen für Frieden, für Versöhnung, für Verständigung, für Toleranz und Mitmenschlichkeit, denn solche Zeichen braucht eine Welt, die immer wieder von Hass, Gewalt und Feindseligkeit bedroht ist.“
Als ein Zeichen von hoher Symbolkraft nannte die Ministerpräsidentin die Arbeit von 15 jungen Menschen – darunter acht Schülerinnen und Schüler aus Sonneberg -, die mit den Mitgliedern des Volksbundes in Sonneberg die deutsche und sowjetische Kriegsgräberanlage und das Ehrenmal gereinigt und gepflegt haben. In Sonneberg sind 148 Kriegsopfer aus der ehemaligen Sowjetunion, aus Ungarn, Polen, Rumänien, Jugoslawien, und der Tschechoslowakei begraben.
Dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge dankte die Lieberknecht ausdrücklich für die Versöhnungsarbeit über Gräber hinweg. Seit 1919 habe sich der Volksbund das Gedenken an die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft als Mahnung zum Frieden unter den Völkern und zur Achtung der Würde und Freiheit des Menschen zur Aufgabe gemacht. „Die Friedensarbeit des Volksbundes ist unverzichtbar. Sie verdient Respekt und Anerkennung.“