07.01.2013 08:46 Uhr

Auftaktpräsentation des Themenjahres „Franz Liszt 1811-1886. Ein Europäer in Thüringen“

Foto: Der Kammerchor der Hochschule für Musik in Weimar brachte unter anderem Liszt’ „Ave Maria“ und „Pater noster“ zu Gehör.
Der Kammerchor der Hochschule für Musik in Weimar brachte unter anderem Liszt’ „Ave Maria“ und „Pater noster“ zu Gehör.

Am 13. Oktober fand im Königlichen Konservatorium zu Brüssel die Auftaktpräsentation des Themenjahres „Franz Liszt 1811-1866. Ein Europäer in Thüringen“ statt. Während des Konzerts erklangen Werke von Johann Sebastian Bach und Franz Liszt. Prof. Rolf-Dieter Arens (Piano) spielte Bachs Italienisches Konzert F-Dur BWV 971 und Liszt’ 1. Legende „Vogelpredigt“. Der Kammerchor der Hochschule für Musik in Weimar brachte unter anderem Liszt’ „Ave Maria“ und „Pater noster“ zu Gehör. Das gleiche Konzert wird am 20. Oktober um 19.30 im Französischen Dom zu Berlin erneut aufgeführt.

Die Thüringer Landesregierung hat im April 2008 beschlossen, das Jahr 2011 als kulturelles Themenjahr dem bedeutenden europäischen Komponisten und Musiker Franz Liszt zu widmen. Liszt ist mit Thüringen in besonderer Weise verbunden. Die „Dioskuren“ Bach und Liszt sind die herausragenden Musiker der Thüringer Kulturlandschaft und haben die musikalische Entwicklung dieser mitteldeutschen Region geprägt. So unterschiedlich ihre Schicksale im Lande waren – Bach wurde vom Weimarer Hof in Ungnade entlassen, Liszt Ehrenbürger der Stadt – so segensreich war ihr Schaffen für die Thüringer Musikkultur. Der Ruf der Klassikerstadt an der Ilm gründet sich auf Namen wie Goethe und Schiller, Herder und Wieland als Blütezeit deutscher Dichtkunst und auf Franz Liszt, der Mitte des 19. Jahrhunderts Weimar zu einem Musikzentrum von europäischem Rang werden ließ.

Das Kulturelle Themenjahr 2011 „Franz Liszt 1811 – 1886. Ein Europäer in Thüringen“ steht unter der Schirmherrschaft von Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und des Präsidenten des Europäischen Parlamentes, Prof. Dr. Jerzy Buzek.

Anlässlich des 200. Geburtstages und des 125. Todestages von Franz Liszt würdigt der Freistaat Thüringen – gemeinsam mit Partnern in Liszts Geburtsort Raiding, in Budapest, Bayreuth, Luzern und Rom – das Wirken des großen Pianisten, Dirigenten, Komponisten, Musikpädagogen und Visionärs. Geplant sind mehr als 200 Veranstaltungen, darunter Konzerte, Wettbewerbe, Ausstellungen, Installationen, Konferenzen und der große Festakt des Freistaates Thüringen am 22. Oktober 2011, Liszts 200. Geburtstag. Neben Weimar stehen dabei die Thüringer „Liszt-Städte“ Eisenach, Sonderhausen, Meiningen, Erfurt und Jena im Mittelpunkt.
Das Gesamtprogramm des Themenjahres 2011 ist ab Anfang März 2010 im Internet unter  www.Liszt-2011.de verfügbar.

Zur Geschichte der Musikhochschule „Franz Liszt“ Weimar

Die Idee zur Gründung einer Musikhochschule in Weimar hatte kein Geringerer als Franz Liszt: Der formulierte bereits 1835 erstmals Gedanken zur Gründung von „Fortschrittschulen der Musik“. Hochqualifizierte Instrumentalisten mussten her, um die Orchester leistungsfähig genug für die neue Musik ihrer Zeit zu machen. Lange kämpfte Liszt darum, in Weimar ein Ausbildungszentrum für Orchestermusiker zu errichten. Erst 1872 wurde der Traum unter der Federführung des Liszt-Schülers Carl Müllerhartung Wirklichkeit, der die erste Orchesterschule Deutschlands gründete. Zu der Ausbildung auf allen Orchesterinstrumenten, am Klavier und im Dirigieren, kamen bald auch Gesang, Oper und Theater, Komposition, die pädagogische Ausbildung zum Instrumental- und Gesangslehrer sowie die Schulung echter Virtuosen ihres Faches hinzu. Demzufolge hieß die Ausbildungsstätte zunächst „Orchesterschule“, dann „Orchester- und Musikschule“, später „Orchester-, Musik- und Opernschule“ und schließlich „Musik-, Opern- und Theaterschule“. 1947 schloss die Theaterabteilung wieder (die Opernschule blieb erhalten). Im Jahr 1948 gesellte sich zu den obligatorischen musiktheoretischen und musikgeschichtlichen Begleitfächern die Musikwissenschaft als eigenes Studienfach – das heute immer noch gültige Ausbildungsprofil war komplett. Seit dem Jahr 1956 trägt die Hochschule den Namen ihres Initiators im Titel. In den 1990er Jahren fasste man die über die Stadt verstreuten Hochschulstandorte in vier historisch bedeutsamen Zentren zusammen, die alle von Grund auf saniert und für einen zeitgemäßen Musikunterricht eingerichtet wurden. So befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Weimarer Marktplatz das Hauptgebäude der Hochschule, das so genannte Fürstenhaus am Platz der Demokratie. In diesem in den 1770er Jahren errichteten repräsentativen Gebäude sind u. a. die Streicher, die Pianisten, die Bibliothek und die Hochschulleitung untergebracht. Ebenfalls im Stadtzentrum liegt das Klostergebäude Am Palais, in dem die Schul- und Kirchenmusiker ihre Unterrichtsräume haben. Einen schönen Blick über die Stadt an der Ilm hat man vom imposanten hochschulzentrum am horn, das neben den Jazzern, Bläsern und Musikwissenschaftlern auch das Hochschularchiv / Thüringische Landesmusikarchiv beherbergt. Hinter den durchweg altehrwürdigen Mauern verbergen sich moderne Räumlichkeiten, die ganz auf die Bedürfnisse ihrer Nutzer abgestimmt sind: Der moderne Festsaal im Fürstenhaus und die Ensembleprobenräume im hochschulzentrum am horn bieten eine flexibel einstellbare Akustik und eine Standleitung ins jeweilige Tonstudio des Hauses. Die Schallabschirmung besonders der Unterrichtsräume im hochschulzentrum setzt Maßstäbe. Der vierte Standort schließlich ist sicherlich der malerischste: Die Sänger, Gitarristen und Akkordeonisten üben und lernen in den Kavaliershäusern des Landschaftsparks Schloss Belvedere vor den Toren der Stadt. In diesem Park befindet sich auch das Musikgymnasium Schloss Belvedere, dessen Schüler ihren ausgiebigen Musikunterricht ausschließlich von Lehrkräften und Professoren der Hochschule erhalten: Eine optimale Voraussetzung für ein zukünftiges Musikstudium.

Zur Musikhochschule „Franz Liszt“ Weimar

Der Text zur Musikhochschule wurden uns freundlicherweise von der Musikhochschule „Franz Liszt“ Weimar zur Verfügung gestellt.