150. Jubiläum der Weimarer Bauhaus-Universität
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- Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht
Ministerpräsidentin Lieberknecht bei Festakt zum 150. Jubiläum der Weimarer Bauhaus-Universität
Thüringens Ministerpräsidentin Christina Lieberknecht hat die Weimarer Bauhausuniversität gewürdigt. Auf einem Festakt aus Anlass des 150-jährigen Bestehens der Hochschule sagte Lieberknecht am 1. Oktober 2010 in Weimar: „Bauhaus, Universität, Weimar. Das ist nicht bloß ein Name, das ist ein Dreiklang. Er steht für Weltoffenheit, für Zukunftsgewandtheit, ja für Avantgarde.“ Die Hochschule habe den Freistaat Thüringen als Freund und Förderer an ihrer Seite.
Die Ministerpräsidentin wies zugleich auf die Brüche in der Entwicklung der Hochschule hin. „Die Geschichte der Bauhaus-Universität Weimar ist nicht glatt und reibungslos verlaufen. Sie ist geprägt von großen Fortschritten, von genialen Einfällen, aber ebenso von Stagnation, von zermürbenden Debatten und tiefen Brüchen. So wie es auch die Geschichte Weimars, ja die Geschichte der Deutschen in den vergangenen 150 Jahren war.“ Es sei bezeichnend, dass nach den Verboten während des Dritten Reiches auch in der DDR die „schönen Künste“ an der Universität ins Abseits gedrängt wurden. „1950 wurde mit der Schließung der Abteilung ´Bildende Künste` die 90-jährige Tradition der Künstlerausbildung unterbrochen. Erst 1993 konnte diese Tradition mit der Neugründung der Fakultät Gestaltung fortgesetzt werden“, so Lieberknecht.
Die Regierungschefin betonte: „Eine reiche Kunstlandschaft kann nur in Freiheit wachsen und gedeihen. Dass wir heute nicht nur künstlerische, sondern auch politische Freiheit genießen, ist ein Grund zur Freude und Dankbarkeit. Das ist ganz besonders den Menschen in Thüringen bewusst, die nach den leidvollen Erfahrungen mit zwei überstandenen Diktaturen den Wert der Freiheit zu schätzen wissen. Wenn wir am 3. Oktober den Tag der Deutschen Einheit feiern, dann ist das auch ein Tag der Erinnerung und der Mahnung, dieses hohe Gut zu schützen und zu verteidigen.“
Weiter sagte Lieberknecht: „Ich bin dankbar, dass die Bauhaus-Universität in Weimar die 1989 erkämpfte Freiheit nutzt und heute wieder an die Visionen von Henry van de Velde, Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier anknüpft. Die Universität hat den Bauhaus-Leitsatz umgesetzt, Kunst und Technik als Einheit zu verstehen. Sie ist weder ausschließlich Technische Hochschule, noch Kunsthochschule. Sie ist beides. Es ist ein Alleinstellungsmerkmal, dass die ingenieurwissenschaftliche Ausbildung durch eine künstlerische erweitert wird.“
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- v.l.n.r.: Prof. Dr. Gerd Zimmermann - Rektor der Bauhaus-Universität Weimar, Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Prof. Dr. Christoph Stölzl - Präsident der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar