07.01.2013 08:41 Uhr

Vorstellung des Thüringen-Monitors

Thüringen-Monitor 2010
Beziehungen und Verhältnis der Generationen zueinander

Am 15. Juni stellte Prof. Karl Schmitt in der Thüringer Landesvertretung im Rahmen der Regierungsmedienkonferenz die wichtigsten Ergebnisse des Thüringen-Monitors 2010 vor.

Aussagen zur politischen Kultur

Die Demokratie als Staatsidee erfreut sich über die Jahre hinweg großer und stabiler Akzeptanz bei ca. 80 Prozent der Bevölkerung.
Als ein Problemfeld identifiziert wird das geringe Vertrauen der Bevölkerung in politiknahe Institutionen wie Regierungen und Parlamente und Parteien. Als zweiten Schwachpunkt nehmen die Gutachter eine geringe politische Beteiligung wahr.
Die leicht sinkende Tendenz bei rechtsextremen Orientierungen hat sich fortgesetzt; drei Prozent der Befragten werden noch einem „harten Kern“ zugerechnet.
Beim Rechtsextremismus gibt es eine auffällige Differenz zwischen Städten und ländlichen Regionen. Rechtsextreme Einstellungen hängen stark mit dem Bildungsniveau zusammen.
Die Ausländerfeindlichkeit nimmt seit 2006 kontinuierlich ab, bewegt sich jedoch noch immer auf zu hohem Niveau.

Beziehungen und Verhältnis der Generationen zueinander

Verbundenheit, Kontakte und Solidarität zwischen den Generationen sind innerhalb der Familie sehr ausgeprägt. Die Familie hat ihre hervorgehobene Stellung als Ort der generationenübergreifenden Beziehungen nicht eingebüßt, sondern erfüllt weiterhin zentrale Aufgaben wie Sozialisation und gesellschaftliche Integration.
Trotz größerer Distanz außerhalb der Familie lassen sich keine massiven Konflikte zwischen den Generationen ausmachen; zwischen jüngeren und älteren Generationen überwiegen gemeinsame Positionen zur Renten- und Familienpolitik.
Obwohl die Thüringer nach Feststellung der Wissenschaftler kaum Konflikte und Trennendes zwischen den Generationen wahrnehmen, gibt es bei ihnen ein ausgeprägtes Zugehörigkeitsgefühl zur eigenen Generation.
Dabei ist auch eine Abgrenzung zu Gleichaltrigen in Westdeutschland festzustellen: es überwiegt die Auffassung, es schwerer gehabt zu haben als die gleiche Generation in Westdeutschland, insbesondere nach 1989.
Wenngleich sich vor allem die Jüngeren, aber auch die Mehrheit der Älteren, in politischen Ämtern unterrepräsentiert sehen, wird insgesamt mehrheitlich keine Politik zulasten einer bestimmten Generation wahrgenommen.

Infos zum THÜRINGEN-MONITOR

Mit der vorliegenden Studie feiert der THÜRINGEN-MONITOR ein Jubiläum, das im vereinigten Deutschland beispiellos ist: Zum zehnten Mal seit dem Jahr 2000 werden zentrale Aspekte der politikbezogenen Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger dokumentiert und wissenschaftlich analysiert. Damit bietet der THÜRINGEN-MONITOR eine einzigartige Bestandsaufnahme zur Entwicklung der regionalen politischen Kultur im Freistaat während eines gesamten Jahrzehnts: der zweiten Dekade Thüringens als eines Landes im föderalen Gefüge der Bundesrepublik Deutschland. Wie in den Vorjahren stellt diese Dauerbeobachtung der politischen Orientierungen der Thüringerinnen und Thüringer jenen Hauptteil der Studie dar, der Erkenntnisse über Kontinuität und Wandel ermöglicht. Sie wird 2010 wiederum durch die Ausführungen zu einem jährlich wechselnden Schwerpunktthema ergänzt, das den anderen Hauptteil des Berichts ausmacht. In der Kombination beider Teile stehen den Lesern aktuelle Informationen und Analysen zur Verfügung, die den politischen Entscheidungsträgern im Freistaat zugleich als Grundlage für ihre Arbeit dienen können.

Schwerpunktthemen der letzen Jahre

Das Schwerpunktthema des Jahres 2010 ist ebenso alltagsnah wie komplex: Die Beziehungen der Generationen bestimmen in vielfältiger Weise unser persönliches Leben, das Verhältnis der Generationen alle wesentlichen gesellschaftlichen Bereiche. Entsprechend vielfältig sind die Bezüge zu früheren Schwerpunkten des THÜRINGEN-MONITORs, wobei am stärksten an den 2006 untersuchten demografischen Wandel angeknüpft werden kann. Eine thematische Nähe besteht aber auch zur Familienpolitik (2002) und zu den sozialpolitischen Themen (Reform des Sozialstaats, 2004; Soziale Marktwirtschaft, 2008). Eher punktueller Natur sind
die Bezüge zu den dezidiert politischen Schwerpunkten der vergangenen Jahre (Rechtsextremismus, 2000; Jugend und Politik 2001; Einstellungen zur Demokratie, 2003) sowie zur deutschen Einheit (2005) und zur Bildungspolitik (2007).

Wie in den vergangenen Jahren liegt der von der Thüringer Staatskanzlei in Auftrag gegebenen Untersuchung eine repräsentative Befragung zugrunde – mit den folgenden Eckdaten:

- Befragungszeitraum: 11. bis 30. Januar 2010
- Stichprobenziehung: Zufallsauswahl unter wahlberechtigten Thüringern
- Erhebungsverfahren: Computerunterstützte Telefoninterviews (CATI)
- Gewichtung: nach Alter, Geschlecht, Haushaltsgröße
- Fehlertoleranz: etwa 2 Prozentpunkte (bei einem Anteilswert von 5) etwa 4 Prozentpunkte (bei einem Anteilswert von 50)

Download Thüringen-Monitor 2010
(PDF-Dokument)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Weiterführende Informationen

Thüringen-Monitor 2010
Größe: 1,0 MB