Lieberknecht erinnert an sowjetisches Speziallager 2 in Buchenwald
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- Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hat an das Leid der Insassen des sowjetischen Speziallagers 2 in Buchenwald erinnert.
Gemeinsamer Empfang von Landesregierung und Gedenkstätte für ehemalige Häftlinge
Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hat an das Leid der Insassen des sowjetischen Speziallagers 2 in Buchenwald erinnert. Das Geschehen in dem von 1945 bis 1950 auf dem Gelände des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Buchenwald eingerichteten Lagers dürfe nicht vergessen werden, sagte Lieberknecht auf einem Empfang der Thüringer Landesregierung und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora für ehemalige Inhaftierte des Speziallagers 2 am 5. Juni 2010.
Die Regierungschefin erklärte: „Es ist wichtig, an das Unrecht zu erinnern, das vielen Tausenden Menschen in der Zeit der sowjetischen Besatzung geschehen ist. Dieser dunkle Teil der Nachkriegsgeschichte darf nicht in Vergessenheit geraten. Viele der stalinistischen Opfer sind in die Fänge des Regimes geraten, weil sie nach der Katastrophe des braunen Terrors Widerstand gegen eine aufkommende rote Diktatur geleistet haben. Dafür haben Sie unsere Solidarität und Unterstützung verdient."
Lieberknecht betonte, dass das Gedenken an das Speziallager 2 erst durch die friedliche Revolution 1989 möglich geworden ist. „Es ist bezeichnend, dass die DDR diesen Teil der Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald offiziell totschwieg", so die Ministerpräsidentin. Sie ermunterte zugleich die ehemaligen Häftlinge des Speziallagers, den nachfolgenden Generationen von ihrem Schicksal zu berichten: „Tragen Sie auch weiterhin dazu bei, dass das Vergangene nicht vergessen wird, dass Ihr Schicksal als Mahnung und als Verpflichtung begriffen wird, als Verpflichtung dafür, den Frieden zu wahren, für Freiheit und Demokratie einzutreten und gegen Gewalt und Unrecht vorzugehen."
Im Speziallager 2 waren zwischen August 1945 und Februar 1950 nach Erkenntnissen der Gedenkstätte insgesamt rund 28.500 Menschen eingesperrt, darunter viele Jugendliche und auch etwa 1000 Frauen. 7113 Menschen sind demnach während der Internierung umgekommen. Nach Schließung des Lagers wurden die meisten Gefangenen entlassen, rund 2400 Personen wurden der DDR-Justiz übergeben und in den berüchtigten "Waldheim-Prozessen" zu meist langen Haftstrafen verurteilt.
Fotos: Maik Schuck
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- Gruppenfoto der Teilnehmer mit Ministerpräsidentin Lieberknecht