Europäischer Kulturdialog
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- v.l.n.r.: Minister Dr. Jürgen Schöning, Landtagspräsidentin Birgit Diezel, Frau Dr. Hahn, Chefin des Finanzamtes Gera und der Bevollmächtigte des Freistaates beim Bund, Reinhard Stehfest
Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik kamen gestern in Gera zu einer Fachtagung über interkulturelle Kompetenz in Unternehmen zusammen. Im Mittelpunkt stand das soziokulturelle Umfeld für unternehmerisches Handeln im gemeinsamen Europa. Der Europagedanke führte auf diese Weise regionale Kompetenz in Gera zusammen.
In seiner Eröffnungsrede betonte der Thüringer Europaminister, Dr. Jürgen Schöning, die gemeinsamen Werte der europäischen Staatengemeinschaft, die gerade heute angesichts der Wirtschafts- und Währungskrise zu einer verstärkten „Solidarität der Tat“ führen müssten. Schöning verwies auf die wachsende Bedeutung von Auslandserfahrung für die Unternehmenskultur: „Interkulturelle Kompetenz und vor allem Fremdsprachenkenntnisse sind heute nicht nur für Führungskräfte unerlässlich.“
Aus wissenschaftlicher Sicht untermauerte Prof. Dr. Jürgen Bolten (Friedrich-Schiller-Universtät Jena) dies mit den Ergebnissen einer aktuellen Studie zur Mobilität in der Ausbildung. Es komme darauf an, Mobilität jenseits persönlicher Vorteile für die Auszubildenden als Unternehmensressource zu erkennen. Mitarbeiter mit Auslandserfahrung sind als Botschafter, Imageträger, Multiplikatoren und Wissensträger für die dynamische Entwicklung jedes Unternehmens von großem Wert. Auslandserfahrung zahlt sich für den Einzelnen und für das entsendende Unternehmen aus. Prof. Bolten zieht daraus den Schluss: „Geh raus und komm zurück“.
Der Vorstandsvorsitzende der Jenoptik AG, Dr. Michael Mertin, forderte von der Politik europaweit einheitliche Spielregeln in der Haushalts- und Wirtschaftspolitik, wie zum Beispiel bei den Steuersystemen oder den Sozialleistungen. Der Verstoß gegen Spielregeln müsse Sanktionen auch für Politiker zur Folge haben. Ökonomischer Erfolg und politische Freiheit als Grundlage der europäischen Einigung seien gefährdet, denn Schuldenpolitik führe zu Unfreiheit. Weder für Unternehmen noch für die Politik dürfe es Schlupflöcher bei Regelverstößen geben.
Im zweiten Teil der Veranstaltung schilderten Ostthüringer Unternehmer aus verschiedenen Branchen ihre Erfahrungen mit Unternehmensgründungen und Investitionen im EU-Ausland.