07.01.2013 08:58 Uhr

Medientreffpunkt Mitteldeutschland - Lieberknecht: "Besonnen mit der Macht umgehen"

Foto: Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht  erinnerte während der Diskussion „20 Jahre Medienfreiheit.“  an den Wert der freien Meinungsäußerung und mahnte einen besonnenen Umgang mit der Macht an. An der Diskussion nahmen auch ihre Amtskollegen Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, und Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, teil.
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht erinnerte während der Diskussion „20 Jahre Medienfreiheit.“ an den Wert der freien Meinungsäußerung und mahnte einen besonnenen Umgang mit der Macht an. An der Diskussion nahmen auch ihre Amtskollegen Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, und Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, teil.

Thüringens Ministerpräsidentin, Christine Lieberknecht, hat beim  Medientreffpunkt Mitteldeutschland zum „bewussten Ausüben der Demokratie“ aufgerufen. Sie erinnerte an den großen Wert der Medienfreiheit in unserem Land: „Im alltäglichen Leben ist uns oft der Wert freier Meinungsäußerung und kontroverser öffentlicher Diskurse gar nicht mehr bewusst. Die Selbstverständlichkeit, mit der wir heute freie Medien nutzen, darf nicht zur Unbekümmertheit verkommen!“
Im Vorfeld der MTM-Veranstaltung in Leipzig erinnerte die Ministerpräsidentin an die ereignisreichen Tage der Umwälzung des DDR-Systems im Herbst 1989: „Es hat Wochen der Auseinandersetzung gebraucht, bis unser ‚Brief aus Weimar’ überhaupt in der ‚Neuen Zeit’ und im ‚Thüringer Tageblatt’ veröffentlicht wurde. Anfangs stand die geübte und gefürchtete Parteiorder der SED gegen eine Veröffentlichung, dann wurde der Brief schließlich auf einer ganzen Zeitungsseite gedruckt. Die Reaktionen waren überwältigend: Es waren die ersten vorsichtigen Schritte zu einer freien Presse in der DDR.“
Zunächst sei es, so die Ministerpräsidentin, um die realen Bedingungen in einer reformierten DDR gegangen: „Niemand von uns hat in diesen Tagen an eine Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten gedacht.“ Wenig später, erinnert sich die Ministerpräsidentin, seien Journalisten mit riesigen Gerätschaften, Telefonen und Batterien aus dem Westen und dem Ausland angereist, um aus dem heutigen Thüringen zu berichten.
„Heute“, so Lieberknecht, „leben wir in einer hochkomplexen sehr komplizierten Gesellschaft, auch was Meinungsbildungsprozesse betrifft. Es gibt immer mehr Medienveranstalter und immer differenziertere Medienprodukte, die die Aufmerksamkeit der Konsumenten suchen und finden.“ Für die politische Berichterstattung beobachte sie eine zunehmende Personalisierung und Emotionalisierung von Nachrichten in der veröffentlichten Meinung, sagte die Ministerpräsidentin.  
Lieberknecht weiter: „Dabei suchen die Menschen auch Orientierung und nehmen Orientierung auf. Für die freien Medien, die im medialen Wettbewerb nicht in die Gefahr eigener inhaltlicher Orientierungslosigkeit verfallen dürfen, bedeutet das eine große Verantwortung.“ Für die Politik sei es vor allem wichtig, Kommunikationsprozessen in der Gesellschaft hinreichend Beachtung zu schenken: „Die Stabilität von Währungen, die Banken- und Wirtschaftskrise oder auch ein drohender Staatsbankrott seien oftmals nicht mit wenigen Worten erklärbar. Oft geht es um den Kontext und die Art der Aufmachung einer Meldung. Deshalb müssen sich Medien und Politik gemeinsam fragen: ‚Wie gehen wir mit der Macht um, über die wir verfügen?’“ In diesem Zusammenhang mahne sie zur Besonnenheit, so Lieberkecht.
Hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Politikern und Medienmachern in einer freiheitlichen Demokratie sagte die Ministerpräsidentin: „Es ist klar, dass Journalisten und Politiker aus unterschiedlichen Perspektiven ihren Dienst leisten. Dabei ist eine kritische Distanz genauso wichtig, wie die gegenseitige Achtung vor der Arbeit und der Persönlichkeit des jeweils anderen.“ Lieberknecht bezeichnete die Arbeit von Medienmachern und Politikern als „Dienst am gleichen Menschen“ und warb für wechselseitiges Verständnis und Vertrauen in der Zusammenarbeit.

Fotos: Tom Pflaum

Foto: Thüringens Staatssekretär für Medien, Peter Zimmermann, während der Diskussion zur „Neuordnung der Rundfunkordnung“.
Thüringens Staatssekretär für Medien, Peter Zimmermann, während der Diskussion zur „Neuordnung der Rundfunkordnung“.

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