07.01.2013 08:53 Uhr

Kindergipfel in der Staatskanzlei

Foto: Blick in den Beratungsraum
Blick in den Beratungsraum

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht empfing am 15. April Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 2. Thüringer Kindergipfels. Die Mädchen und Jungen im Alter zwischen 11 und 15 Jahren hatten für das Gespräch verschiedene Themen aus den Bereichen Schule, Verkehr, Jugendschutz, Armut, Umwelt und Stadt-Land vorbereitet.

Diese Themen sind auch Inhalt des „Zukunftsvertrages“, der auf dem 2. Thüringer Kindergipfel (5. – 7. Juni 2009 in Erfurt) ausgearbeitet wurde. „Wir haben uns in Erfurt mit unseren Zukunftsvorstellungen und Erwartungen an die Politik in Thüringen beschäftigt. Wir haben unsere Wünsche und Forderungen, aber auch unsere Selbstverpflichtungen in einem Zukunftsvertrag zusammengefasst“, heißt es darin.

Die Idee des Kindergipfels Thüringen basiert auf der Grundlage der UN-Menschenrechtskonvention, die die Mitsprache von Kindern und Jugendlichen in den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft bestärkt. Der erste Kindergipfel Deutschlands fand 1991 in Frankfurt (Main) statt, wo sich mehr als 600 Kinder trafen und sich mit dem Thema „Umwelt und Natur“ auseinandersetzten.

Fotos: Marcus Scheidel

Impressionen

Vor dem Treffen in der Staatskanzlei hatten sich die Kinder in Workshops mit den einzelnen Themen befasst und ihre Fragen an die Ministerpräsidentin formuliert.

 
Besonders am Herzen lag den Mädchen und Jungen der Schwerpunkt Schule. Dabei präsentierten die Kinder eine Umfrage, nach der sich eine große Mehrheit der Thüringer Eltern und Schüler für längeres gemeinsames Lernen ausspricht. „Auch wir möchten länger gemeinsam lernen“, so die Kinder. „Was tut die Landesregierung dafür“
 
Ministerpräsidentin Lieberknecht verwies auf den Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD, in dem die Möglichkeit dieser neuen Schulart, der Gemeinschaftsschule, festgeschrieben sei. Dabei müssten jedoch reformpädagogische Konzepte berücksichtigt werden und die Schule als Ganztagsschule konzipert sein. Außerdem bräuchte man geschulte Lehrer, die auf die unterschiedliche Leistungsstärke der Schüler entsprechend eingehen. „Im Übrigen gibt es bereits jetzt schon derartige reformpädagogische Schulmodelle in Thüringen. Denn auch nach dem heutigen Schulgesetz kann man diesen Weg gehen“, sagte die Ministerpräsidentin. „Man muss es nur wollen!“ Dabei sei natürlich Voraussetzung, dass sich Schüler, Eltern, Schule und Schulträger auf ein gemeinsames Konzept verständigten.“
 
Die Vertreter des Workshops Umwelt interessierten sich vor allem für erneuerbare Energien. „Was tut Thüringen für den Umweltschutz?“
 
Auch hier nahm Lieberknecht Bezug auf den Koalitionsvertrag: „Wir wollen besser sein als der Bundesdurchschnitt“, und sagte weiter: „Wie ihr wisst, setzen wir uns besonders für die Solarbranche ein. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Zukunft der Energiegewinnung ganz stark mit Licht verbunden ist. Ein weiterer Bereich, der immer mehr im Kommen ist, ist die Bioenergiegasgewinnung in der Landwirtschaft. Dass Thüringen auf diesem Gebiet gut aufgestellt ist, merke ich auch bei meinen Gesprächen mit ausländischen Gästen. Das Thema erneuerbare Energien spielt dabei immer eine große Rolle.“
 

In Sachen Windenergie komme es laut Lieberknecht auf die richtige Dosierung an. „Thüringen hat eine sehr schöne Landschaft. Und man muss wenigstens in eine Richtung blicken können, ohne dass man auf Windräder schaut!“

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht

Im weiteren Verlauf des Gespräches ging es um den Jugendschutz. Die Jungen und Mädchen diskutierten mit der Ministerpräsidentin über Probleme wie „Komasaufen“ und Zigarettenkonsum und über die Rolle, die die Medien und die Werbung spielen. 

Dazu sagte die Ministerpräsidentin: „Wir sind ein freies Land, in dem man versuchen kann, vieles durch Aufklärung, durch Erziehung und durch Vorbildwirkung zu erreichen. Man kann aber nicht alles verbieten, man muss mit den Menschen arbeiten. Wir können die besten und strengsten Gesetze machen. Die werden aber nichts nützen, wenn wir nicht die Menschen haben, die darauf achten, dass sie eingehalten werden.“

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