07.01.2013 08:57 Uhr

Lieberknecht trifft Vertreter der Kirchen

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hat am Mittwoch (30. März 2010) die Bischöfe der Kirchen in Thüringen zu einem Gespräch in der Staatskanzlei in Erfurt empfangen. Themen des jährlich stattfindenden Kirchengipfels waren neben aktuellen Fragen unter anderem das Thüringer Kindertagesstättengesetz und das Landeserziehungsgeldgesetz, Schulen in freier Trägerschaft, die Weiterentwicklung des Thüringer Schulsystems und das Reformationsjubiläum 2017.

Nach dem Treffen informierten die Teilnehmer auf einer Medienkonferenz über die Ergebnisse des Gespräches. Das Treffen sei, so Ministerpräsidentin Lieberknecht, in einer sehr guten und offenen Atmosphäre verlaufen, getragen von dem Bewusstsein, dass man eine gemeinsame Verantwortung für die Menschen im Lande habe. Themen wie Betreuungsschlüssel, Landeserziehungsgeld, Bildungsplan 1-10, Gemeinschaftsschule oder Reformationsjubiläum 2017 seien sehr einvernehmlich besprochen worden.

Foto: Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht

Landesbischöfin Ilse Junkermann hob vor allem die gemeinsame Verantwortung in den Bereichen Bildung und Kultur hervor. So begrüßte sie die Schaffung von Gemeinschaftsschulen, kündigte eine Mitarbeit im „Landesprogramm für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz“ an und unterstrich die Bedeutung des Reformationsjubiläums 2017. „Was ist das Erbe für uns als Kirche? Wie können wir das Jubiläum ökumenisch gestalten?“, so die Landesbischöfin.

Foto: Landesbischöfin Ilse Junkermann
Landesbischöfin Ilse Junkermann

Nach den Worten von Bischof Dr. Joachim Wanke werde die katholische Kirche auch in Zukunft kontinuierlich ihren Beitrag zur Entwicklung des Freistaates und zur Stärkung der Demokratie leisten. Er begrüßte die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) als „neue Partnerin“, mit der es gelte „gemeinsam die Zukunft ökumenisch zu gestalten“.

Foto: Bischof Dr. Joachim Wanke
Bischof Dr. Joachim Wanke

Außerdem nahm der Bischof Stellung zu den Missbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen. Er sei tief betroffen, so Wanke. Das, was in der Öffentlichkeit bekannt geworden sei, zerstöre Vertrauen. Dabei kündigte er – in Zusammenarbeit mit Seelsorgern, Schulträgern und Elternvertretern – präventive Maßnahmen an und mahnte: „Wir brauchen eine höhere Kultur der Aufmerksamkeit.“ Ministerpräsidentin Lieberknecht informierte in diesem Zusammenhang über Pläne des Sozialministeriums, einen Runden Tisch zu den Missbrauchsfällen einzuführen. „Wir müssen dem Bedürfnis der Opfer nach Aufarbeitung nachkommen, auch wenn die Fälle teilweise schon viele Jahre zurückliegen. Und wir werden neben den Kirchen auch andere gesellschaftliche Träger einladen. Denn selbst wenn sich die Debatte im Moment auf die katholische Kirche fokussiert – dieses Thema reicht weit in die Gesellschaft hinein.“

Foto: während der Medienkonferenz
während der Medienkonferenz

Neben Lieberknecht und weiteren Mitgliedern der Landesregierung nahmen von Seiten der evangelischen Kirchen unter anderem Landesbischöfin Ilse Junkermann und Bischof Dr. Martin Hein (Kurhessen-Waldeck) teil. Die katholische Kirche wurde unter anderem vertreten durch Bischof Dr. Joachim Wanke (Bischöfliches Ordinariat Erfurt) sowie Dekan Klaus Schreiter.