07.01.2013 08:38 Uhr

Besuch in der Partnerregion Kleinpolen

Foto: Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht trägt sich in das Gästebuch der Gedenkstätte Auschwitz ein.
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht trägt sich in das Gästebuch der Gedenkstätte Auschwitz ein.

Vom 27. bis 29. März 2010 besuchte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht die Thüringer Partnerregion Kleinpolen. Wichtige Programmpunkte waren der Antrittsbesuch beim Marschall von Kleinpolen, Marek Nawarra, eine Rede vor dem Parlament der Partnerregion sowie ein Besuch im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz.

Am Samstag, dem 27. März legte die Ministerpräsidentin in der Gedenkstätte Auschwitz einen Kranz nieder. Sie erinnerte damit an die 1,1 Millionen vorwiegend jüdischen Opfer aus ganz Europa , die im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden.

Im Vorfeld sagte die Ministerpräsidentin: „Auschwitz steht für den Holocaust, für das unfassbare Verbrechen an dem jüdischen Volk, für unendliches Leid und Tod. Wir Deutsche tragen dafür die Verantwortung. Die Opfer mahnen und verpflichten uns heute, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus die Stirn zu bieten und den Feinden der Demokratie entschlossen entgegenzutreten. Das gehört für uns Deutsche zu den wichtigsten Lehren aus unserer Geschichte.“

Deshalb sei es wichtig, so die Ministerpräsidentin weiter, das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu bewahren. Gedenkstätten sind Orte gegen das Vergessen. Insbesondere für die jüngere Generation sind sie Lernorte der Geschichte, die schmerzlich an die Vergangenheit erinnern, deren Kenntnis für eine demokratische Zukunftsgestaltung in Frieden und Freiheit wichtig ist.

„Deutsche und Polen verbindet aber nicht nur eine leidvolle Geschichte, sondern auch gute nachbarschaftliche Beziehungen, wie diese zwischen Kleinpolen und Thüringen entwickelt wurden, und das gemeinsame Bestreben für ein geeintes Europa einzustehen. Auf diesem Weg wollen wir weiter gehen“, so die Ministerpräsidentin.

Nach der Kranzniederlegung trug sich Ministerpräsidentin Lieberknecht in das Gästebuch der Gedenkstätte Auschwitz ein.

Foto: Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht in Begleitung von Frau Oleksy und Herrn Generalkonsul Dr. Peters
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht in Begleitung von Frau Oleksy und Herrn Generalkonsul Dr. Peters
Foto: Kranzniederlegung
Kranzniederlegung

Am Montag, 29.3.2010 sprach Ministerpräsidentin Christine Lieberknewcht in Krakau vor den Abgeordneten des Sejmiks, des Parlamentes von Malopolska und hat einen weiteren Ausbau der Partnerschaft zwischen Thüringen und Kleinpolen angeregt.

Die beiden Regionen verbindet nach Worten Lieberknechts eine besonders herzliche und tiefgehende Partnerschaft. Malopolska sei inzwischen zu einem der wichtigsten Absatzmärkte für Thüringer Unternehmen geworden. „Ich möchte diese solide Grundlage weiter ausbauen“, so die Ministerpräsidentin.

Als ein Ziel definierte Lieberknecht eine noch größere Mitwirkung am europäischen Gestaltungsprozess. So würden sich Malopolska und Thüringen bereits jetzt aktiv einbringen, gemeinsam könne man aber noch mehr erreichen. „Zwei Stimmen, die im Gleichklang singen, werden auch in Brüssel eher gehört! Dabei können wir einen wichtigen Beitrag zum Bau des europäischen Hauses leisten und sollten es auch nicht versäumen, den Blick aus dem Fenster, über die EU hinaus zu richten. Malopolska hat dies mit seiner Partnerschaft mit Lemberg bereits getan. Und auch wir sind interessiert, die Bindungen mit unseren östlichen Nachbarn zu vertiefen.“

Des Weiteren schlug die Regierungschefin vor, die Mobilität der Studierenden zwischen beiden Regionen zu auszubauen. „Malopolska und Thüringen verfügen über hervorragende Universitäten. Wir sollten darüber nachdenken, wie wir die bestehenden Hochschulkontakte nutzen können, um den Anteil polnischer bzw. deutscher Studierender an unseren Hochschulen zu erhöhen.“

Bereits am Morgen hatte sich Lieberknecht mit dem Marschall von Kleinpolen, Marek Nawara, zu einem Gespräch getroffen. Beide sahen im 20-jährigen Jubiläum des Weimarer Dreiecks im August kommenden Jahres weitere Potenziale einer verstärkten Zusammenarbeit. Dazu solle das Weimarer Dreieck auch auf regionaler Ebene mit Leben erfüllt werden. In Kürze würden nun Gespräche mit Thüringens Partnerregion, der Picardie, aufgenommen, um konkrete Projekte und Veranstaltungen zu planen. „Das Weimarer Dreieck, diese Form der trilateralen Zusammenarbeit, hat sich auf nationaler Ebene insgesamt bewährt. Gleichwohl, wir brauchen neue Impulse. Wir brauchen eine Perspektive für die Zukunft“, so Lieberknecht nach dem Gespräch mit dem Marschall.

Weiterführende Informationen