07.01.2013 08:46 Uhr

Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Lieberknecht: „Unser Gemeinwesen funktioniert nur, wenn sich Bürgerinnen und Bürger auch aktiv dafür engagieren.“
 

„Gerade die Demokratie lebt vom Mitmachen. Von der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, zu helfen und für andere einzutreten.“ Das sagte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht im Vorfeld der Überreichung des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland an Reinhard Müller, Eberhard Neumeyer und Wieland Sorge.

Foto: Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht überreicht Verdienstkreuze an Eberhard Neumeyer, Reinhard Müller und Wieland Sorge
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht überreicht Verdienstkreuze an Eberhard Neumeyer, Reinhard Müller und Wieland Sorge. Fotos: Nora Hawich

„Bürgerschaftliches Engagement und herausragende Leistungen in Verbänden und Vereinen, in sozialen Einrichtungen, in kommunalpolitischen Gremien, in kirchlichen Initiativen und auf kulturellem Gebiet sind ein bedeutender Bestandteil des Lebens der Menschen unseres Landes.“, so Lieberknecht weiter. Denn vieles von dem, was in den vergangenen 20 Jahren seit der Wiedervereinigung erreicht worden ist, sei ohne engagierte Bürgerinnen und Bürger, ohne deren Gemeinsinn nicht möglich gewesen. „Diese Leistungen verdienen öffentliche Anerkennung. Dieser Orden ist die höchste Auszeichnung und bedeutendste Anerkennung, die in Deutschland hierfür vergeben wird. Er ist ein sichtbares Zeichen des Dankes für beispielhaftes, weit über das normale Maß hinausgehendes aktives bürgerschaftliches Engagement.“

Reinhard Müller wird für seine „hohe Sachkenntnis und großes persönliches Engagement in nahezu allen sozialpolitischen Handlungsfeldern“ der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Mit dieser Auszeichnung werden seine herausragenden Leistungen im Dienste der Allgemeinheit geehrt. „Mit Mut, Weitblick und hoher Kompetenz prägte und prägt Reinhard Müller die Arbeit der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen. Die LIGA und ihre Mitglieder leisten eine wichtige Arbeit für Thüringen und die Menschen, die hier leben. Sie ist eine tragende Stütze unseres Sozialstaates. Dass dem so ist, daran hat Reinhard Müller großen Anteil. Als LIGA-Vorsitzender hat er maßgeblich an der Sicherung und Weiterentwicklung der sozialen Grundlagen in Thüringen mitgewirkt“, würdigte die Ministerpräsidentin den Geschäftsführer. Ebenso engagiere sich Reinhard Müller seit mehr als zehn Jahren ehrenamtlich in der Thüringer Landesmedienanstalt. Als Mitglied der Versammlung und als stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Bürgerfunk und Medienkompetenz vertrat er die Interessen der Thüringer Landesmedienanstalt auf hervorragende Weise.

Eberhard Neumeyer gehört zu den Menschen, die sich für Kultur in besonderem Maße einsetzen – und dies bereits seit mehr als einem halben Jahrhundert“, sagte die Ministerpräsidentin. Dabei habe Eberhard Neumeyer es stets hervorragend verstanden, seinen Beruf als Diplom-Pädagoge mit seiner musischen und künstlerischen Passion zu verbinden. „1963 gründete er den Chor ‚Ameisenkinder’, der auch heute noch in Thüringen und weit darüber hinaus einen ausgezeichneten Ruf genießt.
Zudem sei er Mitbegründer zahlreicher anderer Organisationen der Kulturpflege, etwa des Freundeskreises des Goethe-Nationalmuseums, der Künstlergruppe Hohenfelden, der Gesellschaft Anna Amalia Bibliothek und des Kulturkreises Weimar-Liechtenstein. „In vielen Funktionen und Ehrenämtern übernimmt Eberhard Neumeyer Verantwortung und legt eindrucksvoll Zeugnis ab, dass ihm die Zukunft unseres Landes nicht gleichgültig ist. Dafür möchte ich ihm danken. Menschen wie Eberhard Neumeyer sind für Thüringen eine große Stütze.“

Wieland Sorge brachte sich als einer der ersten in der ereignisreichen Zeit der Wende in der Region Meiningen aktiv in das politische Geschehen ein. Er gehörte zu den Mitbegründern der SPD in Meiningen und leistete unverzichtbare Arbeit beim Aufbau der Partei in Ort, Kreis und Land. Dieses politische Engagement führte ihn im März 1990 zunächst in die erste demokratisch gewählte Volkskammer und schließlich in den Deutschen Bundestag.“ Dort habe er sich in unterschiedlichsten Funktionen uneigennützig für Deutschland und besonders Thüringen und die neuen Bundesländer eingesetzt.

„Unter anderem bereitete Wieland Sorge die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit entscheidend mit vor. Seinem Mut und beharrlichen Engagement ist es mit zu verdanken, dass überregionale Hauptverkehrsstrecken wie die A 71 und die A 73 oder die ICE-Strecken in Thüringen und Sachsen ausgebaut wurden und werden“, lobte die Ministerpräsidentin. Besonders die sportpolitischen Verdienste von Wieland Sorge seien hervorzuheben. „Er hat sich schon immer für den Sport mit vielen guten Initiativen und größtem Engagement eingesetzt, beispielsweise als stellvertretender Sprecher der Arbeitsgruppe Sportpolitik im Deutschen Bundestag und als Sportstättenbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion. Wieland Sorge hat sich durch sein partei- und gesellschaftsübergreifendes Engagement in Thüringen und der gesamten Bundesrepublik hohes Ansehen erworben. Er hat stets seinen Einfluss und seinen guten Ruf genutzt, um unsere Gesellschaft menschlicher und lebenswerter zu machen.“