Lieberknecht überreicht Bundesverdienstorden
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hat am 21. Januar 2010 – im Namen von Bundespräsident Horst Köhler - das Verdienstkreuz am Bande an Professor Dr. Reinhard Haupt aus Jena, Norbert Hetterle aus Bad Lobenstein und Dr. Burkhardt Kolbmüller aus Bechstedt überreicht.
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- v.l.n.r.: Professor Dr. Reinhard Haupt, Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, Norbert Hetterle, Dr. Burkhardt Kolbmüller
In den Vorschlagsbegründungen heißt es u. a.:
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- Professor Dr. Reinhard Haupt
Der in Siegen geborene Professor Dr. Reinhard Haupt wirkte von 1991 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im September 2007 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU). Als erster regulär gewählter Dekan hat er maßgeblich den erfolgreichen Aufbau seines eigenen Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Industriebetriebslehre und Produktion, mit gestaltet.
Mit großem Engagement, hervorragender Sachkompetenz und höchster persönlicher Integrität hat Professor Dr. Haupt als Prodekan und Dekan, Mitglied des Senats der FSU Jena und als Prorektor der FSU Jena gewirkt. Besonders hat er sich für eine Verbesserung der Studienbedingungen eingesetzt und einen Dialog zwischen Professorenschaft und Studierenden gefördert.
Professor Dr. Haupt „war und ist ein außerordentlicher Hochschullehrer, der durch seinen großen persönlichen Einsatz und vorgelebte christlich-soziale Werte das Gemeinwohl fördert. Seine Leistungen sind herausragend und beispielhaft, er ist ein Vorbild an außerordentlichem Fleiß, Tatendrang und Talent. Sein Engagement wird von großem Gemeinsinn und überragender Tatkraft geprägt, welches weit über das übliche Maß hinausreicht.“
Professor Dr. Haupt hat sich neben seiner Tätigkeit als Universitätsprofessor stets in vielfältiger Weise engagiert, so im Gesprächskreis für Menschen in Verantwortung in Jena, als Mitglied des Ältestenkreises der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Jena, als Leiter der Abteilung für Wirtschaft und Ethik in der Studiengemeinschaft Wort und Wissen oder als Organisator der „Jenaer Gespräche für Hochschule und Wirtschaft“.
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- Norbert Hetterle
Norbert Hetterle „gehört zu den beispielgebenden und prägenden Menschen im Saale-Orla-Kreis und darüber hinaus. Auf der Grundlage seiner christlichen Überzeugungen zeichnen ihn Unternehmergeist, soziales Engagement, politische Verantwortung und ehrenamtlicher Einsatz in beeindruckender Weise aus.“ Durch ein hohes Maß an persönlicher Glaubwürdigkeit, Klarheit und Verantwortungsbewusstsein hat er sich bei politischen Freunden und Gegnern, bei Mitstreitern und Konkurrenten, bei Mitarbeitern der Einrichtungen und bei Behinderten in gleicher Weise Achtung und Respekt erworben.
Während der friedlichen Revolution hat Norbert Hetterle eine aktive Rolle in der Bürgerbewegung und später im Demokratischen Aufbruch in Lobenstein gespielt.
1991 wurde er zum Landrat des Altkreises Lobenstein gewählt. In dieser Funktion baute er die kommunale Selbstverwaltung mit auf und begleitete im Rahmen der Kreisgebietsreform 1994 die Neugliederung des Saale-Orla-Kreises.
Über viele Jahre war Norbert Hetterle in diakonischen Einrichtungen tätig. Maßgeblich hat er zur Bildung moderner Strukturen beigetragen, so durch die Zusammenführung verschiedener Betriebe und Stiftungen. Wenn aus dem ehemaligen Christopherushof Altengesees mit 57 Mitarbeitern im Jahr 1994 heute eine gGmbH mit über 1450 Mitarbeitern geworden ist, verbindet sich dies zu einem großen Teil mit der Person Norbert Hetterle.
Norbert Hetterle war und ist seit vielen Jahrzehnten ehrenamtlich tätig, so im Gemeindekirchenrat seiner Heimatkirchgemeinde, als Mitglied der Kreissynode Schleiz und als engagierter Kommunalpolitiker.
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- Dr. Burkhardt Kolbmüller
Das Wirken von Dr. Burkhardt Kolbmüller „ist in erster Linie mit dem Thüringer Heimatbund e.V. verbunden. Seit seiner Gründung am 3. November 1993 steht er als ehrenamtlicher Vorsitzender an der Spitze dieses Vereins und hat maßgeblich zur Entwicklung und Profilierung des Heimatbundes in Thüringen beigetragen.“
Für Dr. Kolbmüller bedeutet Heimatpflege in erster Linie „Schutz, Erforschung und verantwortungsvolle Gestaltung der historisch gewachsenen Thüringer Kulturlandschaft im Kontext der europäischen Gestaltung.“ Davon zeugen die zahlreichen Projekte, die unter seiner Federführung realisiert wurden, darunter verschiedene EU-Projekte („Leben und Überleben im ländlichen Raum“ und „INTERREG III B“) oder ein Pilotprojekt mit der Leo Tolstoi Stiftung.
Auch die Thüringer Kulturlandschaft konnte in den letzten Jahren neue Impulse durch das Wirken von Dr. Kolbmüller erfahren. Gemeinsam mit dem Thüringer Kultusministerium wurde die Berufung von Kreisheimatpflegern befördert, so dass Thüringen derzeit über 9 ehrenamtliche Kreisheimatpfleger verfügt.
Mit großem Engagement verfolgt Dr. Kolbmüller zudem ein Flurnamen-Projekt mit dem Ziel, das "Thüringische Flurnamenbuch" herausgeben zu können.
Darüber hinaus hat sich Dr. Kolbmüller auch in anderen Bereichen engagiert, so bei der Umgestaltung des Wielandgutes Ossmannstedt, als Leiter des Kulturstadtbüros Weimar 1999 und beim Aufbau des Weimarer Lokalradios LOTTE.