07.11.2017
Thüringer Staatskanzlei

Medieninformation 205/2017

Ministerpräsident Bodo Ramelow überreicht Thüringer Verdienstorden an Roland Büttner, Andreas Lesser, Helmut Liebermann und Prof. Dr. Peter Maser

Roland Büttner, Andreas Lesser, Helmut Liebermann und Prof. Dr. Peter Maser erhalten am Mittwoch, den 8. November 2017, den Thüringer Verdienstorden. Ministerpräsident Bodo Ramelow wird die Auszeichnung vornehmen.

Er sagt vorab: „Alle vier Auszuzeichnenden gehören zu den Menschen in Thüringen, die etwas Bleibendes für unser Land geleistet haben. Die Thüringer Landesregierung wird das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin unterstützen – durch gute Rahmenbedingungen und eine Kultur der Anerkennung.“ Gerade vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft mit immer weniger jungen Menschen müsste die freiwillige, gemeinnützige Arbeit gestärkt werden, damit Zusammenhalt nicht nur ein Wort, sondern gelebte Wirklichkeit in unserer Gesellschaft bliebe.

Roland Büttner aus Erfurt erhält den Thüringer Verdienstorden für sein jahrzehntelanges Engagement für die Zivilgesellschaft in Erfurt, mit dem er durch eine Vielzahl an Aktivitäten an vielen Stellen der Stadtgesellschaft wirksam geworden ist. Bis 2007 als Stadtführer für die Tourist Information unterwegs, führt Roland Büttner seine Gäste heute in Eigenregie. Sein breitgefächertes Wissen über Erfurt ist in den „Büttnerschen Stadtführungen“ bekannt als Lehrstunden der Geschichte: Luther in Erfurt, Brunnen in der Stadt, Mühlen der Stadt, ökologische Entdeckungsreise oder Zeugnisse jüdischen Lebens sind nur einige Beispiele. Mit den Erlösen seiner Führungen unterstützt er seit vielen Jahren die Arbeit des Kinderhospizes in Tambach-Dietharz. Ein weiteres Herzensanliegen Büttners sind die Denkmale und Denktafeln der Stadt Erfurt, für dessen Unterschilder mit dem mittelalterlichen Straßennamen unter den aktuellen Straßenschildern er sich einsetzt. Tausende Menschen machte er mit dem jüdischen Erbe und der jüdischen Geschichte bekannt. Sein Wirken gegen Antisemitismus verdient höchste Anerkennung Seit über zwei Jahrzehnten ist Roland Büttner zudem als freier Mitarbeiter im Besucherdienst des Thüringer Landtags tätig. Durch sein Wirken hat er in herausragender Weise am Aufbau eines politischen Bildungsangebotes für die Gäste des Landtags mitgewirkt

Andreas Lesser aus München erhält den Thüringer Verdienstorden für seine Förderung stadt- und landesgeschichtlicher und denkmalpflegerischer Aktivitäten. Sein hoher Einsatz für das bauliche und historische Erbe der Stadt Nordhausen spiegelt sich auch als förderndes Mitglied der „Historischen Kommission für Thüringen“ wider. Andreas Lesser ist Initiator der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung“, die mit großem Stiftungskapital sowie einem denkmalgeschützten Altstadtquartier und Einzelhäusern als weiterem Stiftungsvermögen ausgestattet ist. Nicht nur die finanzielle Unterstützung der Lesser-Stiftung, auch die Privatperson Andreas Lesser fördert in vielen Feldern der Stadt- und Landesgeschichtsforschung, der Denkmalpflege und Archäologie sowie der Jugendarbeit und der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung. So auch die Vergabe von Stipendien für die wissenschaftliche Nachwuchsförderung und die Etablierung des „Friedrich-Christian-Lesser-Preis“ für herausragende landesgeschichtliche Vereinsarbeit. Weitere Initiativen Lessers sind die Gründung eines Kollegs mit Sitz in Jena sowie die Idee einer Stiftungsprofessur für neuere thüringische Landesgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dank der Universität, aber auch Herrn Lesser, konnte 2015 eine Forschungsstelle mit dem wissenschaftlichen Profil der ursprünglich in Vorschlag gebrachten Professur etabliert werden. Für seine Leistungen wurde Andraes Lesser 2004 durch die Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Nordhausen gewürdigt.

Helmut Liebermann aus Erfurt erhält den Thüringer Verdienstorden für sein Engagement im Thüringer Lehrerverband, beim dbb beamtenbund und tarifunion sowie beim tbb beamtenbund und tarifunion Thüringen. Seit über zwei Jahrzehnten engagiert sich Helmut Liebermann als Landesvorsitzender des tbb und als  Mitglied im tlv thüringer lehrerverband für die Interessen der Thüringer Lehrer. Er hat sich insbesondere bei der Tarifgestaltung in den „neuen Bundesländern“ verdient gemacht. Ausschließlich im Ehrenamt hat er unzählige Tarifverhandlungstische bereichert und somit einen wichtigen Beitrag zur Tarifarbeit des dbb geleistet. Unter anderem ist es Helmut Liebermann zu verdanken, dass er im Verband Bildung und Erziehung (VBE) das Gestaltungspotenzial von Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst zur Durchsetzung gleichwertiger Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern nachhaltig thematisiert und Handlungsstrategien des VBE entwickelte. Schwerpunkte seiner Arbeit waren sein Engagement für die Besoldungsanpassung der Thüringer Beamten an die Tarifentwicklungen der vergangenen Jahre sowie sein Einsatz für die Angleichung der Ost- an die Westbezüge. In zahlreichen Gesprächen mit politisch Verantwortlichen unter dem Vorsitz Liebermanns konnte der tbb nach vier Nullrunden für die Beamten eine Besoldungsanpassung ab Juli 2008 erreichen.

Prof. Dr. Peter Maser aus Bad Kösen wird für seine großen Verdienste um die Aufarbeitung der SED-Diktatur, insbesondere im Zusammenhang mit der Errichtung der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße Erfurt mit dem Thüringer Verdienstorden geehrt. Als anerkannter Wissenschaftler auf dem Gebiet der kirchlichen Zeitgeschichte, evangelischer Theologe und Historiker ist er zudem ausgewiesener Experte für die Ausarbeitung der SED-Diktatur. In leitender Funktion wirkte er mit in Expertengremien zur preisgekrönten Neugestaltung der ehemaligen MfS-Untersuchungshaftanstalt in der Erfurter Andreasstraße als zentrale Gedenk- und Bildungsstätte zur SED-Diktatur und ihrer Überwindung. An der erfolgreichen Konzeptionierung der Dauerausstellung sowie der Gestaltung des Veranstaltungskubus als Denkmal der Friedlichen Revolution hatte er maßgeblichen Anteil. Als Mitglied der Historiker-Kommission unterstützte Prof. Peter Maser mit seiner fachlichen Expertise den Freistaat Thüringen bei der Erarbeitung einer „Landesförderkonzeption für Gedenkstätten und Lernorte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“, mit der für die Thüringer Aufarbeitungslandschaft eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklungsgrundlage geschaffen wurde. Viele seiner Ideen sind in entsprechende Konzeptionen eingeflossen. Sein steter Einsatz spiegelt sich auch im Ausgleich bei den oft kontroversen Interessen der verschiedenen Beteiligten wider.

Termin: Mittwoch, 8. November 2017, Mai 2017, 14:00 Uhr
Ort: Erfurt, Regierungsstraße 73, Thüringer Staatskanzlei, Barocksaal & Salon


Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen.

Bei Interesse an Fotos von der Veranstaltung wenden Sie sich bitte an Bernd Edelmann (bernd.edelmann{at}tsk.thueringen{punkt}de bzw. 0361/57 321-1410).

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