07.09.2017
Thüringer Staatskanzlei

Medieninformation 154/2017

Ministerpräsident Bodo Ramelow überreicht Bundesverdienstorden

Am kommenden Montag (11. September 2017) überreicht Ministerpräsident Bodo Ramelow im Auftrag des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier fünf Thüringerinnen und Thüringern, die sich durch ihr außerordentliches Engagement verdient gemacht haben, den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Geehrt werden Dr. Barbara Axthelm aus Eisfeld, Eckhardt Hoffmann aus Gotha, Helmut Hüttner aus Arnstadt, Peter Kästner aus Oberschönau und Götz Preuße aus Jena.

Termin: Montag, 11. September 2017, 14 Uhr
Ort: Barocksaal der Thüringer Staatskanzlei, Regierungsstraße 73, 99084 Erfurt

Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind zu der Festveranstaltung herzlich eingeladen. Bei Interesse an Fotos wenden Sie sich bitte an Bernd Edelmann: bernd.edelmann{at}tsk.thueringen{punkt}de bzw. 0361/ 57-3211410.

Dr. Barbara Axthelm aus Eisfeld wird mit dem Verdienstkreuz am Bande für ihr kirchliches und soziales Engagement ausgezeichnet. Seit mehr als 30 Jahren engagiert sie sich in Eisfeld für Familien, Ältere und Kranke, für kirchliche und kulturelle Belange.

Als Ärztin und Christin waren ihr Berufsleben aber auch ihre Freizeit von der Sorge um andere Menschen geprägt. Vor 30 Jahren gründete Frau Dr. Axthelm den Freundeskreis für Suchtkranke im Raum Eisfeld-Hildburghausen, der bis heute wertvolle Unterstützung für Betroffene und deren Angehörige leistet.

Als Mitglied des Gemeindekirchenrates Eisfeld prägte sie die intensive Zusammenarbeit zwischen Kirchgemeinde und diakonischen Einrichtungen. Jährlich organisiert sie den Weltfrauen-Gebetstag, arbeitet mehrfach in der Woche im kirchlichen Besuchsdienst für Ältere und Kranke und betreut seit langem das Projekt „Offene Kirche“ in Eisfeld. Nicht zuletzt dank ihres Einsatzes wurde Eisfeld an den „Lutherweg“ angeschlossen.

Besonders intensiv bemühte sich Frau Dr. Axthelm in den letzten Jahren um den Erhalt der Eisfelder Dreifaltigkeitskirche, die zum Reformationsjubiläum wieder in vollem Glanz erstrahlen sollte. Dr. Barbara Axthelm ist zudem Mitglied der Arbeitsgruppe „Kirche Eisfeld 2017“, des Stadtrats von Eisfeld und im örtlichen Lions Club, dem sie sogar als Präsidentin vorsaß.

„Als Thüringer Ministerpräsident und ganz persönlich danke ich Dr. Barbara Axthelm für ihre Arbeit“, so Ramelow. „Ich freue mich, dass es Menschen wie sie in unserem Land gibt. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für das soziale Miteinander in Thüringen. Dr. Axthelm hat viele soziale und kulturelle Projekte in ihrer Heimatgemeinde angestoßen. Für alle Altersgruppen ist sie ein Quell der Freude, weil sie Zeit, Fürsorge und Zuwendung s

Eckhardt Hoffmann aus Gotha wird für seine großen Verdienste im Streben für Demokratie im Herbst 1989 mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Er war evangelischer Pfarrer und Superintendent in Gotha bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1997 und prägte maßgeblich die friedliche Revolution in unserem Land. Insbesondere setzte er sich immer wieder und in vielen – auch gefährlichen – Situationen für gewaltfreie Proteste in seiner Stadt ein.‎

Schon in den frühen 80-er Jahren rief er die Friedensgebete in Gotha ins Leben, um in der ideologisch aufgeheizten und bedrohlichen Atmosphäre des Kalten Kriegs gewaltfreien Widerspruch – zum Beispiel gegen das Wettrüsten – zu ermöglichen.

Er hatte den Mut, die Augustinerkirche für verschiedene Gruppen zu öffnen, die sich mit Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung auseinander- und sie im Alltag umsetzen wollten. Und er bot den Menschen, die für politische Veränderungen in der DDR eintraten, in der Kirche einen geschützten Raum, in dem sie über politisch-kulturelle Alternativen zur herrschenden Staatsdoktrin sprechen konnten.

Eckardt Hoffmann gelang es, die politische Sprachlosigkeit zwischen den staatlichen Stellen und der Bürgerbewegung zu durchbrechen, indem er den Runden Tisch in Gotha etablierte. Neben der Bürgerbewegung lud er alte und neue Parteien, die Verwaltung sowie gesellschaftliche Organisationen ein, gemeinsam über die friedliche Umgestaltung der DDR und die Einführung der Demokratie zu beraten.

Dazu der Ministerpräsident: „Es ist ein historisches Verdienst aller Runden Tische in den neuen Ländern, den gewaltfreien Übergang von einer Diktatur zu einer demokratisch verfassten Gesellschaft begleitet, stimuliert und vorangetrieben zu haben. In Gotha wird dieser Prozess immer mit dem Namen von Superintendent Eckhardt Hoffmann verbunden sein. Es ist mir eine Ehre, ihm das Bundesverdienstkreuz zu überreichen als Wertschätzung und Anerkennung der Bundesrepublik Deutschland für sein politisches Wirken.“

Helmut Hüttner aus Arnstadt, der erste Nachwende-Bürgermeister seiner Stadt, erhält das Verdienstkreuz am Bande für seine großen Verdienste in der Kommunalpolitik, wo er über mehr als zwei Jahrzehnte die Weichen für seine Heimatstadt stellen konnte. Darüber hinaus wird er für sein beherztes Werben für den europäischen Gedanken und als Vorsitzender der Europäischen Akademie Arnstadt geehrt.

Als Gründungsmitglied der Europäischen Akademie Arnstadt hatte Helmut Hüttner wesentlichen Anteil an ihrer Ausrichtung als Ort der Begegnung und des Austauschs über europapolitische Themen. Ein Schwerpunkt sollte auf der politischen Bildung und Wissensvermittlung über Europa liegen. Darauf, eine zivilgesellschaftliche Einrichtung zu schaffen, die die Vision eines friedlichen, demokratischen, solidarischen und gemeinsam handelnden Europa in der Region stärken sollte. Die Akademie sollte einen Beitrag dazu leisten, europäische Werte in unserer Region, die erst seit kurzem zur EU gehört, zu verankern.

Mit zielgruppenspezifischen Angeboten haben Helmut Hüttner und die Europäische Akademie Arnstadt vielen Bürgerinnen und Bürgern Europa als Raum politischer, geistiger und kultureller Zusammenhänge nahegebracht. Sie haben viele Menschen für die europäische Idee begeistert, die die Kultur der Zusammenarbeit an die Stelle einseitiger Machtausübung setzt.

„Ich kenne den Europäischen Wettbewerb seit vielen Jahren und schätze die Europäische Akademie Arnstadt sehr für ihre politische Bildungsarbeit – in den Schulen und darüber hinaus“, erklärt Ramelow. „Als Thüringer Ministerpräsident danke ich Helmut Hüttner herzlich dafür, dass er die Menschen in unserem Land unermüdlich dazu aufruft, einen eigenständigen Beitrag zur Gestaltung der europäischen Beziehungen zu leisten. Die Landesregierung dankt für das mehr als 25-jährige Wirken auf kommunalpolitischer Ebene und für den großartigen Einsatz in und für die Europäische Akademie Arnstadt.“

Mit Peter Kästner aus Oberschönau wird ein langjähriger und erfolgreicher Übungsleiter, Kampfrichter, Wettkampfleiter und Vereinsvorsitzender für sein ehrenamtliches Wirken im Thüringer Wintersport mit dem Verdienstkreuz am Bande geehrt.

Die Sportpädagogik ist Peter Kästners Berufung im Leben, und schon mehr als fünf Jahrzehnte ist er mit Leib und Seele an der Ausbildung junger Skisportlerinnen und -sportler beteiligt. Insbesondere der Thüringer Wald ist eine Hochburg des deutschen Skisports mit einer langen Tradition im Breiten- und im Spitzensport. Viele Wintersportvereine in Südthüringen haben es sich auf die Fahnen geschrieben, diese Tradition am Leben zu erhalten und zu neuer Blüte zu führen. Einer dieser Vereine ist der WSC Ober-Unterschönau, den Peter Kästner vor 20 Jahren mit einigen Mitstreitern gründete und der ihn bis heute als Vorsitzender leitet.

Als sportbegeisterter Trainer kommt es Peter Kästner darauf an, interessierten Menschen die Möglichkeit zu bieten, Sport ohne Leistungsdruck zu betreiben und dabei sozialen Zusammenhalt in einem Verein zu erfahren. Darüber hinaus ist es ihm wichtig, Kindern und Jugendlichen die Freude an Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit zu vermitteln. Unentwegt verbessert er die Angebote für Kinder und Jugendliche, fährt sie selbst zum Training in die Skihalle Oberhof, organisiert Meisterschaften und Wettkämpfe.

„Für sein langes Wirken und seinen steten Einsatz für den Sport erhält Peter Kästner das Verdienstkreuz am Bande. Er hat den WSC Ober-Unterschönau zu einem mitgliederstarken Verband ausgebaut, der einen hervorragenden Ruf genießt.

Der Verein trägt wesentlich dazu bei, dass Thüringen die jungen Skitalente nicht ausgehen, und nicht nur der Thüringer Skiverband hofft, dass Peter Kästner sein ehrenamtliches Engagement fortführt“, sagt der Ministerpräsident.

Götz Preuße aus Jena wird für seine Verdienste im Thüringer Schachsport mit dem Verdienstkreuz am Bande geehrt. Seit vielen Jahrzehnten setzt er sich dafür ein, das Schachspiel stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken und von einer Randsportart zu einem Breitensport weiterzuentwickeln. Ihm zu verdanken sind neue Angebotsformen, Strategien und Konzepte, die darauf abzielen, Schach für weite Teile der Bevölkerung und insbesondere für Kinder zu öffnen.

Seine persönlichen Spielerfahrungen und sein souveräner Überblick über die Schachszene in Thüringen erwiesen sich als wichtiges Startkapital, als 1990 der Thüringer Schachbund aus der Taufe gehoben wurde. Als Gründungs- und Präsidiumsmitglied bestimmte Götz Preuße die Geschicke des Verbandes über viele Jahre. In seiner Zeit als ehrenamtlicher Funktionär des Thüringer Schachbundes organisierte er zahlreiche Wettkämpfe, zum Teil mit hunderten von Spielerinnen und Spielern.

Durch Götz Preußes Weitsicht hat der Thüringer Schachbund rechtzeitig die Herausforderungen des demografischen Wandels in den Blick genommen und das Sportangebot den gegebenen Veränderungen angepasst. Das bedeutete, vor allem die Jugend- und Seniorenarbeit des Verbandes zu stärken, um beide Bevölkerungsgruppen gleichermaßen zu fördern. Und dass Schulschach in Thüringen einen enormen Aufschwung erlebt, geht insbesondere auf den Einsatz von Götz Preuße zurück.

„Götz Preuße hat dem Schach viele neue Freunde und Förderer gebracht und ist dafür weite Wege gegangen“, würdigt der Ministerpräsident den Geehrten. „Seine Liebe zum Schach hat er klug mit sozialem Engagement zu verbinden gewusst. Unter den vielen erfahrenen Organisatoren von Schachwettkämpfen ist er der Einzige in der Republik, der sowohl eine DDR-Meisterschaft als auch eine gesamtdeutsche Meisterschaft ausgerichtet hat. Ich freue mich, dass ich Götz Preuße für seine Lebensleistung das Bundesverdienstkreuz übergeben darf. Sein Ideenreichtum und sein Tatkraft werden auch weiterhin in unserem Land gebraucht.“

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