Thüringen entdecken
In Zeiten unbegrenzter Reisemöglichkeiten, die lange Zeit für uns keine Selbstverständlichkeit waren, ist dieser Beitrag vielleicht ein Außenseiter. Doch bereits als Kind haben mir meine Eltern vermittelt, dass es immer etwas zu entdecken gibt. Ja und wenn man dann mal gerade nicht auf den Maldiven oder in Mexiko oder sonst wo ist, kann man – das würde ich wetten – jedes Wochenende in Thüringen etwas entdecken. So halte ich es seit mehr als 40 Jahren und bin sehr froh, dass thueringen.de vielleicht jetzt den Startpunkt für eine gute Tradition setzt. Jeder könnte Thüringenreporter werden und seine Entdeckungen mit der Landschaft, der Natur, der Kultur und den Menschen in unserem Land schildern.
Beim Gespräch über den Gartenzaun hatte ich von einem Nachbarn erfahren, dass es einen neuen Radweg gibt, auf dem man aus der Region Erfurt bzw. Gotha bis in den Nationalpark Hainich fahren kann. Mit wenigen Sucheingaben fand ich schnell heraus, dass im Oktober 2011 der neue Nessetalradweg freigegeben wurde. Die Thüringer Allgemeine berichtete am 7. Oktober 2011 ausführlich über die „Umnutzung“ der im Volksmund „Bufleben-Mailand-Madrid“ genannten Strecke.
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- Die 200 jährige Weymouthskiefer im Schlosspark ist das Wahrzeichen von Behringen.
Da bekanntlich Bahnen, so sie keine Zahnrad- oder Seilbahnen sind, keine unüberwindbaren Höhenunterschiede bewältigen, habe ich mich spontan entschlossen, den Rad-Highway zu testen. Beim näheren Hinsehen stellte sich allerdings heraus, dass die radfreundliche Anbindung an die Landeshauptstadt erst 2013 fertig gestellt sein wird. So arbeitete ich mich über Feldwege und wenig befahrene Straßen bis nach Goldbach (in der Nähe von Gotha) vor und startete dort am ehemaligen Goldbacher Bahnhof.
Dieser Radweg (den Flyer gibt es hier ) ist wirklich ein Traum für Radler jeden Alters und jeder Geschwindigkeit. Es kommt echtes Lokführer-Feeling auf, wenn man durch diese herrliche Landschaft fährt und den sanften Kurven, ebenso sanften Steigungen und Gefällen folgt. Natürlich gibt es am Wegesrand für die weniger Eiligen jede Menge Kultur, Sehenswürdigkeiten, zu denen das Naherholungsgebiet Stausee Wangenheim, das ehemalige Rittergut „Edelhof“ in Brühheim, das Barockschloss in Friedrichswerth und schließlich der Verkehrslandeplatz auf dem Kindel bei Eisenach gehören.
Da ich gehörigen Rückenwind hatte, waren die funkel-niegel-nagelneuen 13 km schnell absolviert und die Erkenntnis da, dass es bis zum Hainich (speziell dem Baumkronenpfad) doch noch 20 km sind. Da das am Radweg sehr gut beschildert ist, zweigte ich also Richtung Behringen und Hainich ab. Ein Blick ins Internet (http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Behringen) zeigte, dass es hier ein durchaus sehenswertes Schloss gibt und die Region um Behringen altes Königsland war (Hintergrundinformationen) . Die 200 jährige Weymouthskiefer (Foto) im Schlosspark ist das Wahrzeichen von Behringen.