Neues Leben im "Gut Wilhelmsglücks brunn" bei Creuzburg : Soziales Engagement rettet historische landwirtschaftliche Bausubstanz
Der Projektträger gründete sich als eingetragener Verein, der ehrenamtlich tätig ist . Am 01.08.1997 übernahm der DIAKONIA Betreuungs- und Hilfsverein das ehem. Gut "Wilhelmsglücksbrunn", um es nach und nach für eine Nutzung durch verschiedene soziale Einrichtungen und mehrere kleine Werkstätten und Betriebe auszubauen.
Die früheren Kuhställe werden gegenwärtig umgebaut. Eine Webmeisterin, die auch als Handstickerin und Paramentikerin arbeitet, wird hier ihre Webstühle unterbringen und ihre Kenntnisse den künftigen Bewohnern des Gutes vermitteln.
Der Verein baut diesen Hof mit seinen Vereinsmitgliedern und den zur Verfügung stehenden Vereinsgeldern in Eigenregie auf. Die Geschichte des ehmaligen Gutshofes nahm 1426 ihren Anfang, als es für die nebengelegene Saline errichtet wurde. Seit frühen Jahren wurde hier Salz gewonnen. Da die Bausubstanz teilweise völlig marode ist, wird der Ausbau kraft- und kostenaufwendig. Es gab kein Wasser, da der alte Brunnen nicht mehr intakt war. Strom und Kanalisation fehlten. Bei den umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten wurde auch ein altes Wasserleitungssystem entdeckt und wieder in Gang gebracht. Mittlerweile verfügt "Wilhelmsglücksbrunn" wieder über eine eigene Wasserversorgung. Auch die Kläranlage soll in nächster Zeit nach umweltgerechten Maßstäben erneuert werden. Immerhin sollen hier 80 –100 Menschen wohnen.

Mit dem 1. Bauabschnitt im Jahr 1998 wurde der ehem. Pferdestall zu einem Gemeinschaftsraum und zu Einzelunterkünften für Klienten und Betreuer umgebaut. Die Fortführung dieses Projektes erfolgte im Jahr 1999 mit dem Ausbau des früheren Gutshauses. Dieses wurde bis zum Herbst 2000 unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes umfangreich saniert und wird ein gemütliches Cafe und weitere Wohnungen beherbergen. Erstmals konnte sich das Gutshaus in neuem Glanz seinen Gästen am 10.09.2000 – dem "Tag des offenen Denkmals"- präsentieren. Am 16.06.2001 wird das Gutshaus eröffnet.
Das Gut bietet aufgrund seiner landschaftlich reizvollen Lage, umgeben von landwirtschaftlichen Nutzflächen, Streuobstwiesen und einem künftigen Naturschutzgebiet entlang der Werra vielfältige Möglichkeiten der Nutzung. Der Verein strebt eine innovative Mischung aus sozialer Arbeit (nachtherapeutischer Betreuung), Schaffung von Arbeitsplätzen auf dem Hof in verschiedenen Werkstätten und Betrieben sowie extensiver Landbewirtschaftung auf den ca. 20 ha zugehörigen Flächen an.
Dieses soziale Projekt soll vorwiegend psychisch Kranken und Suchtkranken, die erfolgreich ihre Therapie abgeschlossen haben, helfen. Die Klienten werden durch Aufnahme in eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft auf den Übergang in ihr späteres soziales Umfeld vorbereitet. Zur Erleichterung des Wiedereintritts in den Arbeitsprozess sollen Werkstätten und kleinere Betriebe gegründet werden, die auch als Einnahmequelle für die Bewirtschaftung des Gutes dienen sollen.
Projektträger:
DIAKONIA evang. Betreuungs- u. Hilfsverein e.V. Eisenach
Vorstandsvorsitzender: Frithjof Karsten