Beispiele guter Praxis

C.1 - Puppendoktor statt arbeitslos

Ärztin ohne Abitur, ohne Studium und ohne Promotion? Ines Gortan hat es geschafft. Sie hat sich eine Existenz als Ärztin für haarige Fälle aufgebaut. In die Jahre gekommene Teddys und Puppen behandelt sie in ihrer OP-Stube. Ob zerbrochene Zelluloidpuppen aus den 30er Jahren, Porzellanköpfchen oder witterungsanfällige Papiermaché-Körper – die Fachfrau kann in ihrer kleinen Praxis manchmal sogar kleine Wunder vollbringen.

Doch Ines Gortan restauriert nicht nur, sondern fertigt auch selbst Puppen, Puppenhäuschen und Zubehör an. Mittlerweile hat sie eine Sammlung von 150 Puppenstuben, die sie mit ihren Puppen auf Ausstellungen zeigt. „Persönlich vor Ort zu sein ist äußerst wichtig. Wann immer sich die Chance bietet, führe ich meine Arbeiten vor – und stoße jedes Mal auf großes Interesse“, berichtet sie. Dabei leistet sie auch pädagogische Arbeit. Im Rahmen von Workshops macht sie Kindern Puppenspielzeug als Alternative zu elektronischen Spielsachen schmackhaft. 
 
Quelle: Ines Gortan
Aus alt mach neu: In Ines Gortans Puppenwerkstatt bekommen Liebhaberstücke neuen Glanz.

 

Den Entschluss, das Hobby zum Beruf zu machen, fasste Ines Gortan, nachdem sie ihren Posten im Einzelhandel verlor und im Anschluss keinen für sie passenden Job fand. Ihren großen Traum von einem Ladenlokal mit Puppenshop und Werkstatt konnte sie sich bislang allerdings noch nicht erfüllen – die Mietpreise sind zu hoch, sodass sie sich vorerst noch mit ihrer kleinen Werkstatt begnügt. Den Schritt in die Selbstständigkeit bereut die Puppenexpertin aber keineswegs: „Ich mache jetzt das, was mir wirklich Spaß macht. Mein innerer Motor ist meine Leidenschaft, Tag für Tag.“

Die Existenzgründung wurde für ein Jahr mit 5.400 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.
 

Projektträger:

Ines Gortan
Gabelsbergerstraße 2
98693 Ilmenau

Ansprechpartner:

Ines Gortan
Tel.: +49 (0) 36 77/ 46 51 75
 

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