
Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus hat am Donnerstag (20. August 2009) in der Staatskanzlei in Erfurt den Forschungs- und Technologieverbund Thüringen e. V. (FTVT) präsentiert. Zu der Veranstaltung der Reihe „Thüringer Hochschulstandorte stellen sich vor“ waren rund 200 Unternehmer gekommen. Das FTVT ist ein Verbund von acht wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen mit insgesamt etwa 700 Beschäftigten und einer jährlichen Gesamtleistung von 55 Millionen Euro. Zur Lösung von anwendungsspezifischen Aufgaben von kleinen und mittleren Unternehmen stehen diese acht Forschungsinstitute als Dienstleister für Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Die Kompetenzen reichen vom Forschungskonzept über Förderanträge, Systementwürfe bis zum Prototyp und zur Markteinführung. Im Barocksaal der Staatskanzlei werden die acht Institute ihre derzeitigen aktuellen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben den Thüringer Führungskräften vorstellen. Organisiert wurde die Präsentation vom Europa Programm Center.
Nach Worten des Ministerpräsidenten zeichnen sich die unter dem Dach des Forschungs- und Technologieverbundes Thüringen wirkenden Institute durch ihren Technologietransfer zwischen Wirtschaft und Hochschule aus. „Sie arbeiten sehr praxisnah und sind daher für die kleinen und mittelständischen Unternehmen von besonderem Interesse“, sagte Althaus. Um die wirtschaftsnahen Forschungsinstitute hätten sich inzwischen zahlreiche Cluster gebildet, darunter der Thüringer Arbeitskreis Medizintechnik, das Thüringer Oberflächenzentrum sowie die Mikro-Nanotechnik Thüringen. „Dieser breit gefächerte Forschungsbereich ist für den Freistaat eine unverzichtbare Größe. Sie bringt die so wichtige Forschungs- und Entwicklungstätigkeit mit den Mittelständlern entscheidend voran. Ohne Investitionen in Innovationen wird ein so rohstoffarmes Land wie Deutschland nicht im Wettbewerb im 21. Jahrhundert bestehen können.“
Der Regierungschef betonte, dass der Bereich Forschung und Entwicklung ein Förderschwerpunkt in Thüringen ist. So unterstütze das Campus-Programm die Hochschulstandorte mit rund 1,5 Milliarden Euro. Die Programme für die Förderung aus den Strukturfonds konzentrierten ihre Mittel auf Bildung, Forschung und Investitionen. „Ziel ist der Ausbau einer wissensbasierten Wirtschaft“, so der Ministerpräsident.
Laut Althaus hat der Freistaat in den vergangenen Jahren bereits viel erreicht: „Thüringen steht bei Kennziffern wie der Zahl der Patentanmeldungen und der Zahl von Beschäftigten in Forschung und Entwicklung an der Spitze der neuen Länder“, erklärte der Regierungschef. 2007 seien 8,3 Prozent der Thüringer Industriebeschäftigten in F+E-intensiven Bereichen tätig gewesen. Das sei ostdeutscher Spitzenwert und bundesweit Platz 8. Bei den Patentanmeldungen je 100.000 Einwohner behaupte der Freistaat seit Jahren Platz 1 in Ostdeutschland (2008: TH: 27; BE: 26; SN: 24). Das Niveau der öffentlichen F+E-Ausgaben liege mit 0,84 Prozent des Bruttoinlandsproduktes über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 0,76 Prozent. „In keinem anderen Bundesland gibt es mehr Unternehmensgründungen in forschungsintensiven Branchen in Relation zur Beschäftigungszahl als in Thüringen“, bekräftigte der Ministerpräsident.
Folgende Institute präsentierten sich in der Staatskanzlei:
- CiS-Forschungsinstitut für Mikrosensorik und Fotovoltaik, Erfurt
- Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie FZMB GmbH, Bad Langensalza
- GFE - Gesellschaft für Fertigung und Entwicklung Schmalkalden e. V.
- TITV Thüringen-Vogtland e. V., Greiz
- Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung GmbH, Jena
- IFF - Institut für Fertigteiltechnik und Fertigbau Weimar e. V.
- Thüringische Institut für Textil- und Kunststoffforschung e. V. (TITK), Rudolstadt
- Hermsdorfer Institut für Technische Keramik e. V. (HITK)