Freistaat ThüringenSlogan: Deutschlands Starke Mitte - zur Startseite Freistaat Thüringen - Thüringer Staatskanzlei

Inhalt

Kirchengipfel in der Thüringer Staatskanzlei

Ministerpräsident Dieter Althaus hat am Dienstag (8. April 2008) die Bischöfe der Kirchen in Thüringen zu einem Gespräch in der Staatskanzlei empfangen. Themen des Kirchengipfels waren unter anderem die Thüringer Familienoffensive, der Bildungsplan bis 10 sowie das Reformationsjubiläum 2017. Auch bioethische Fragen kamen zur Sprache. An dem Treffen nahmen neben Althaus und weiteren Mitgliedern der Landesregierung von Seiten der katholischen Kirche der Erfurter Bischof Dr. Joachim Wanke, der Dresdner Bischof Joachim Reinelt sowie Weihbischof Johannes Kapp in Vertretung des Fuldaer Bischofs Algermissen teil. Die evangelischen Kirchen wurden durch den Thüringer Landesbischof Dr. Christoph Kähler (Eisenach) sowie Bischof Dr. Martin Hein (Kassel) vertreten.

Ministerpräsident Althaus bekräftigte nach dem Treffen die ablehnende Haltung der Landesregierung gegen eine weitere Verschiebung des Stichtages für die Stammzellenforschung. „Mit Blick auf die Menschenrechte muss hier ein klares Signal gegeben werden“, sagte der Regierungschef. Auch beim besonderen Schutz des Sonntages als grundsätzlich arbeitsfreier Tag sowie bei der Ablehnung gewerblicher aktiver Sterbehilfe sei sich die Landesregierung mit den Kirchenvertretern einig.


Foto: Pressekonferenz nach dem Kirchengipfel in der Thüringer Staatskanzlei.
Pressekonferenz nach dem Kirchengipfel in der Thüringer Staatskanzlei.
Weiter betonte Althaus die Bedeutung des Reformationsjubiläums im Jahre 2017. Die 500. Wiederkehr des sogenannten Thesenanschlages durch Martin Luther in Wittenberg biete „eine riesen Chance, weltweit auf Thüringen und Mitteldeutschland aufmerksam zu machen“. Mit Blick auf seine Privataudienz bei Papst Benedikt XVI. in der Vorwoche betonte Althaus, dass er auf einen Besuch des Pontifex im kommenden Jahr hoffe. Wenn der Papst zum Staatsbesuch nach Berlin reise, solle er 20 Jahre nach dem Mauerfall auch eines der neuen Bundesländer besuchen. „Das wäre eine Würdigung der neuen Länder und eine Ermutigung für die Zukunft“, betonte Althaus.

Der katholische Bischof Wanke dankte der Landesregierung für die regelmäßige Möglichkeit zum Austausch. Wanke unterstützte zugleich die Familienoffensive, die er für grundsätzlich richtig halte. „Es geht um die Stärkung der Familie und der Entscheidungsfreiheit der Eltern. Die Möglichkeit, Kleinkinder in der Nähe der Mutter aufzuziehen, dafür stehen wir ein“, betonte der Bischof. Mit Blick auf das Reformationsjubiläum versicherte Wanke, dass die Feierlichkeiten „im guten ökumenischen Geist stattfinden werden“.

Der evangelische Bischof Kähler sagte, dass die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Landesregierung 2007 mit dem Jahr der heiligen Elisabeth und der Bundesgartenschau in Gera und Ronneburg besonders gut gewesen sei. Er regte zugleich an, dass der Papst im Falle einer Reise nach Thüringen auch die Wartburg bei Eisenach besucht. „Das wäre ein gutes Signal für die Ökumene“, betonte Kähler. Die Wartburg gilt als ein Symbol der Reformation, weil Luther dort an der Übersetzung der Bibel ins Deutsche arbeitete.