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Medieninformation 10/10

Lieberknecht: Wichtigster Wachstumsfaktor ist Vitamin I

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hat die Innovationskraft der Thüringer Unternehmen gewürdigt. „Der wichtigste Wachstumsfaktor für Unternehmen ist Vitamin I. Innovationsbereitschaft und Innovationsfähigkeit prägen den Geist Thüringer Unternehmen. Wo natürliche Ressourcen knapp sind, da entscheiden innovative Gedanken, die auf Wissen basieren. Wissen ist unser wichtigster Rohstoff und der einzige Rohstoff, der sich bei Gebrauch vermehrt. Den Nährboden für Innovationsfähigkeit bereitet eine in Thüringen ausgesprochen gute Vernetzung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Wir setzen auf das Dreigestirn Erfindergeist in der Forschung, Gründergeist in der Wirtschaft und öffentliche Hand als Innovationstreiber“, sagte die Regierungschefin im Vorfeld der Integration des Hermsdorfer Instituts für Technische Keramik (HITK) in die Fraunhofer Gesellschaft am morgigen Freitag (22. Januar).

Nach den Worten der Ministerpräsidentin ist die Erfolgsgeschichte des Hermsdorfer Instituts für Technische Keramik ein gutes Beispiel für diese Vernetzung. „Das Hermsdorfer Institut ist durch seine technologische Kompetenz ein Leuchtturm in der Region Ostthüringen. Das Institut leistet heute einen wichtigen Beitrag, um Thüringen technologisch leistungs- und wettbewerbsfähiger zu machen. Deshalb ist die Integration des Hermsdorfer Instituts für Technische Keramik in das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme ein Glücksfall. Beide Institute ergänzen sich optimal in den Technologien und verfügen über geschlossene Fertigungslinien. Mit dieser Entscheidung bekennt sich die Fraunhofer-Gesellschaft erneut zum Innovationsstandort Thüringen“, erklärte Lieberknecht.

Hermsdorf ist ein Industriestandort mit Tradition. Vor 120 Jahren wurden hier erstmals Elektroporzellane hergestellt, später auch Chemieporzellane und keramische Funktionswerkstoffe und Bauelemente. Als gemeinnützige wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung versteht sich das Hermsdorfer Institut für Technische Keramik als Vermittler zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Hier besteht die Möglichkeit, die im Rahmen von Neuentwicklungen erarbeiteten Lösungen als Prototypen, Kleinserien oder Spezialprodukte kundenorientiert an den Markt zu bringen.

Zwischen 1992 und 2009 wurde das Hermsdorfer Institut für Technische Keramik über verschiedene Förderprogramme mit 31,7 Millionen Euro unterstützt. Die anfängliche Mitarbeiterzahl von 47 ist heute auf 131 angewachsen, einschließlich elf Auszubildender. Der Freistaat wird den Prozess der Integration in die Fraunhofer-Gesellschaft in den kommenden Jahren mit erheblichen finanziellen Mitteln fördern. Neben einer Anschubfinanzierung in Höhe von 12,5 Millionen Euro über fünf Jahre stellt der Freistaat für den fachlichen Ausbau am Standort Hermsdorf weitere Landesmittel in Höhe von 2,25 Millionen Euro bereit. Aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sollen weitere 13,5 Millionen Euro kommen. Darüber hinaus wird Thüringen gemäß dem Fraunhofer-Modell - der Verbindung von Forschung und Lehre - die Einrichtung einer Professur an der Friedrich-Schiller-Universität Jena unterstützen.